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Bei Grossandrang stossen die Schutzkonzepte an ihre Grenzen
Aus SRF 4 News aktuell vom 18.01.2021.
abspielen. Laufzeit 04:48 Minuten.
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Skifahren in Coronazeiten «Die Ski-Schutzkonzepte funktionieren sehr gut»

Das Prachtwetter am Samstag hat Tausende auf die Skipisten gelockt – trotz Pandemie. Die Bilder von langen Schlangen vor den Bergbahnen haben bei vielen Beobachtern Kopfschütteln ausgelöst. Erneut wurde die Forderung laut, die Skigebiete zu schliessen.

Der Direktor des Verbands Seilbahnen Schweiz, Berno Stoffel, spricht von einem absoluten Ausnahmetag – und betont, wie wichtig die Touristengebiete in den Bergen für die Volksgesundheit seien.

Berno Stoffel

Berno Stoffel

Direktor Seilbahnen Schweiz

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Berno Stoffel ist seit Oktober 2020 Direktor des Verbands Seilbahnen Schweiz, Link öffnet in einem neuen Fenster. Zuvor war er Präsident der Walliser Bergbahnen.

SRF News: Was sagen Sie zu den Bildern der anstehenden Menschen, die oftmals den vorgeschriebenen Mindestabstand nicht einhielten?

Berno Stoffel: Wir wussten, dass der Samstag schwierig werden würde. Es hatte viel Neuschnee, das Wetter war wunderschön. Da war es klar, dass es viele Leute aus dem Flachland in die Berge locken würde. Trotz der kursierenden Bilder sind wir aber sehr zufrieden, wie das Ganze abgelaufen ist.

Die Konzepte der Bergbahnen scheinen beim Abstandhalten nicht immer zu greifen. Sind manche Bergbahnen schlicht überfordert?

Ich denke nicht – die Schutzkonzepte funktionieren sehr gut. Das Problem am Samstag war, dass die Skigebiete am Morgen nicht früh öffnen konnten, weil die Pisten nach dem vielen Schnee zuerst gesichert werden mussten. Deshalb bildeten sich die Menschenansammlungen. Die Leute kamen zu wenig schnell auf den Berg. Doch eine solche Situation ist äusserst aussergewöhnlich.

Eine Situation wie am Samstagmorgen ist äusserst ungewöhnlich.

Was können die Bergbahnen besser machen, um solche Situationen in Zukunft zu verhindern?

Der Test der eigentlich guten Schutzkonzepte erfolgt erst, wenn sehr viele Leute kommen. Doch auch am Samstag kam es in den meisten Fällen nicht zu Menschenansammlungen, die länger als 15 Minuten anhielten.

Die Alarmierung für Soforteinsätze bei den Bergbahnen kann noch verbessert werden.

In solchen Fällen ist es wichtig, dass die Bergbahnen sehr rasch genügend Personal aufbieten können, denn dann genügen die angebrachten Markierungen nicht mehr. Die Alarmierung für Soforteinsätze könnte deshalb wohl noch verbessert werden.

Bald kommen die grossen Skiferien: Drohen uns da nicht jeden Tag solche Bilder?

Die Sportferien ziehen sich über fünf Wochen hinweg, da kommen nicht alle am selben Tag. Wir haben auch während der Weihnachtsferien gesehen, dass das Konzept gut geklappt hat. Auch werden viel weniger Feriengäste erwartet, da die Touristen aus dem Ausland weitgehend fehlen werden.

Wir haben während der Weihnachtsferien gesehen, dass das Konzept gut funktioniert hat.

Können Sie also mit gutem Gewissen daran festhalten, dass die Skigebiete trotz Shutdown offenbleiben sollen?

Auf jeden Fall. Bislang verlief alles sehr gut – von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen. Mit der Möglichkeit, an der frischen Bergluft Sport zu treiben, tragen wir auch zu einem gestärkten Immunsystem und damit zur Gesundheit der Schweizer Bevölkerung bei. Das sollte man nicht vergessen.

Das Gespräch führte Roger Aebli.

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Riesiger Ansturm auf Schweizer Skigebiete
Aus Tagesschau vom 16.01.2021.
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SRF 4 News aktuell vom 18.1.2021, 07.20 Uhr;

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77 Kommentare

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  • Kommentar von Fabian Weber  (Farosaju)
    An alle die sich wegen offenen Skigebieten ärgern. Nehmt mal folgende Statistik zur Kentniss. Zur Zeit ist pro 1000 Personen 0,3 Person Corona Positiv. Stehen jetzt 1000 Personen in einer Reihe mit Masken ist die Wahrscheinlichkeit sehr klein das es zu einer übertragung kommt. Denn nach der Statistik ist ja erst die 3000sigsti Person Corona positiv.
  • Kommentar von Ernst von Allmen  (MEVA)
    Der Verfasser dieses Interviews war sicher am letzten Wochenende nicht auf einer Piste
  • Kommentar von Markus Hunziker  (MH1)
    Bilder sagen mehr als Worte. Diese Leute aus der Tourismusbranche wiederholen gebetsmühleartig, dass bei ihnen alles reibungslos funktioniert. Das ist fahrlässig und egoistisch! Die Bilder sagen etwas anderes. Die ganze Anreise fördert auch die Ausbreitung des Virus. Mobilität ist ganz schlecht.
    1. Antwort von Remo Tschanz  (remotschanz)
      Der Bundesrat könnte auch allen Haushalten ein Netflix-Abo für ein Jahr schenken. Das wäre das effektivste gegen die Mobilität.