Zum Inhalt springen

Schweiz Skigebiete eröffnen auch ohne Schnee

Bei Sonnenschein auf Skis durch den Schnee kurven – vor allem in Skigebieten in den unteren Regionen ist das nach wie vor Wunschdenken. Der grosse Schneefall lässt auf sich warten. Immerhin öffnen in den oberen Regionen nach und nach ein paar Skilifte, so dass auch Hoteliers etwas aufatmen können.

Gerade mal drei Skilifte fahren jetzt auf der Lenzerheide. Immerhin drei, freut sich der Geschäftsführer vom Hotel Schweizerhof, Andreas Züllig: «Ja gut, das ist ein kleiner Anfang. Wenn man die Umstände anschaut; wir haben relativ knapp Schnee. Die Schneedecke ist zu wenig hoch, um alle Pisten zu öffnen. Da sind wir also froh, dass mindestens drei Lifte mal öffnen.»

Ein Mann und ein Kind schlitteln
Legende: Auch wenn die weisse Pracht vielerorts noch zu wünschen übrig lässt. In Lausanne wurde im Dezember bereits geschlittelt. Keystone

Freie Tage der Mitarbeiter vorziehen

Vor allem Schneebegeisterte, die kurzfristig einen Ausflug in die Berge buchen, bleiben zur Zeit noch fern. Das mache etwa fünf bis sechs Prozent der Gäste im Dezember aus. Entsprechend braucht der Hotelier weniger Personal: «Wenn wir weniger Arbeit haben, dann teilen wir die Mitarbeiter so ein, dass sie ein bisschen Freitage vorbeziehen, für die Hochsaison – also für Weihnachten und Neujahr und nachher Februar und März. Und da können wir jetzt schon ein bisschen Freitage geben, die wir dann nachher kompensieren.»

Doch trotz wenig Schnee: Die meisten Gäste, die schon vor längerer Zeit gebucht haben, kommen trotzdem. Die Touristen sind im Moment zum Glück noch kreativ, sagt auch Gieri Spescha von Graubünden Tourismus: «Dann wird halt eine Langlaufwoche, oder werden Langlauftage in Joggingtage umfunktioniert. Und es ist auch nicht so, dass in Scharen Abbuchungen oder Stornos stattgefunden hätten. Die Leute bringen der Situation auch viel Verständnis gegenüber.»

Die wichtige Urlaubszeit kommt erst

Der Schaden für die Tourismusdestinationen sei deshalb noch nicht allzu gross. Auch weil vor Weihnachten sowieso nie die grosse Masse auf die Skipisten wolle, sagt der Touristiker: «Wenn wir die Logiernächtezahlen jeweils im November, Dezember anschauen oder den Umsatz der einzelnen Bergbahn-Unternehmungen anschauen, dann geht es erst so richtig los eigentlich Mitte Weihnachten. Und was dann kommt, ist wirklich entscheidend.»

Nicht nur in Graubünden, sondern im ganzen Alpenraum hoffen die Skigebiete deshalb auf viel Schnee bis Weihnachten. Doch vorerst können sie noch nicht aufatmen. Noch sind keine grösseren Schneemengen in den Skigebieten in Sicht.

7 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von W.Ineichen, Luzern
    Letzten Sommer musste man auf den Sommer warten, und jetzt wartet man konsequenterweise auf den Winter.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Schneekanonen werden natürlich wieder massiv zum Einsatz kommen, weil die Skifreaks sich nicht ohne Schnee organisieren können/wollen. Das bedingt eine massiven Energieverschleiss. Da fragt man sich schon, ob der Ausstieg aus der Kernenergie sinnvoll ist, zumal die Alternativenergie noch zuwenig effizient ist ums wir auf teure Importe - z. Teil aus umstrittenen Kohlekraftwerken - angewiesen sind.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Lukas Zimmermann, Zürich
      Laut einer Studie der ETH Zürich ist Pistenpräparierung (Schneekanonen, aber auch Pistenfzg. Usw.) der kleinste Teil an Energieverbrauch (ca.5% auf eine Person gerechnet). Weitaus mehr verbrauchen Lifte und am meisten der Transport zum Skigebiet hin (50%). Also behaupten Sie bitte nicht irgendwelche Dinge ins Blaue hinaus.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Resi Weber, Lausanne
      Lukas Zimmermann, Zürich, Genau. Will man den Energieverbrauch kürzen, sollte jeder einzelne bewusst in seinem Umfeld handeln, wie z.b. wie Sie sagen, die Treppen hoch u. runter steigen, anstatt den Lift zu benützen. Wir dürfen uns heute auch nicht auf "saubere" Energie verlassen, denn in 15-20 Jahren haben wir das Problem der Entsorgung der Solarenergie. Deshalb bin ich vom Projekt Solar Impuls v. Piccard nicht begeistert.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Hans Glauser, Herlisberg
      Schneekanonen sind schon in Ordnung, wenn wir weiter auf die Kernenergie setzen und somit den Wellenberg als Endlager benutzen dürfen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Peter Escher, Wallis
    .. da das Skifahren teurer wird, Ausrüstung, Bahnen etc., wird vermehrt dem Wandern und dem "sich Wohlsein-lassen" gefrönt, mit Idee und Flexibilität seitens der Anbieter, lässt sich einiges machen ;-))
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Peter Eichholzer, Bern
      Die vorweihnächtliche Zeit lässt sich in den Bergen auch mit wenig Schnee geniessen. Nicht nur Anbieter, auch bergbegeisterte und naturverbundene Gäste haben Ideen und suchen nach alternativen sportlichen Betätigungen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen