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Schweiz So stellt sich der Bundesrat die Zukunft der Schweizer Bauern vor

Wettbewerbsfähigkeit, Zugang zu internationalen Agrarmärkten und ein ressourcenschonender Lebensmittelkonsum: Diese Ziele will der Bundesrat für die Landwirtschaft in die Verfassung schreiben. Als direkter Gegenvorschlag zur Volksinitiative «für Ernährungssicherheit» des Bauernverbandes.

Die künftigen Aufgaben des Bundes für eine gesicherte und wettbewerbsfähige Schweizer Landwirtschaft sollen in der Bundesverfassung festgesetzt werden. Der Bundesrat hat dafür seinen Gegenvorschlag zur Volksinitiative «für Ernährungssicherheit» in die Vernehmlassung geschickt.

Eine weide mit Ziegen, dahinter die Spitzen zweier Hochhäuser
Legende: Die Landwirtschaft muss Bevölkerungswachstum und der Verknappung natürlicher Ressourcen Rechnung tragen. Keystone

Gemäss dem vorgeschlagenen Verfassungsartikel muss der Bund dafür sorgen, dass die Grundlagen für die landwirtschaftliche Produktion vorhanden sind – insbesondere Kulturland. Trotz Bevölkerungswachstum und knapper werdender natürlicher Ressourcen. Der Anbau von Lebensmitteln soll standortgerecht erfolgen, und aus den vorhandenen Ressourcen müsse das Beste herausgeholt werden.

Bauern müssen international wettbewerbsfähig sein

Weiter soll in der Verfassung von einer wettbewerbsfähigen Land- und Ernährungswirtschaft die Rede sein. Schliesslich will der Bundesrat den Zugang zu internationalen Agrarmärkten sichern, und Lebensmittel sollen ressourcenschonend konsumiert werden.

Lebensmittel könnten im Inland nur langfristig erfolgreich produziert werden, wenn die Betriebe sich auf dem Markt behaupten können, schrieb das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW).

Produkte müssten darum erfolgreich vermarktet werden und Wertschöpfung generieren. Die Betriebe müssten sich einerseits mit Qualität, andererseits aber auch mit günstigen Kosten profilieren können.

Die Bauern wollen mehr Sicherheit und weniger Bürokratie

Der Schweizer Bauernverband (SBV) ist mit den Vorschlägen des Bundesrates nur bedingt zufrieden. Zwar sei erfreulich, dass die Regierung die Notwendigkeit einer Verankerung der Ernährungssicherheit in der Bundesverfassung erkannt habe, sagt Präsident Markus Ritter. Allerdings biete der Entwurf keinerlei Gewähr für eine Stärkung der einheimischen Produktion.

Der Grenzschutz ist für unsere Landwirtschaft existenziell und darf keinesfalls abgebaut werden.
Autor: Markus RitterPräsident Schweizer Bauernverband

Dass der Bundesrat den Zugang zu internationalen Agrarmärkten in den Verfassungsartikel aufnehmen wolle, dürfe keinen Abbau des Bewährten und existentiellen Grenzschutzes zur Folge haben. Die Schweizer Produzenten sollen also weiterhin durch Importzölle vor ausländischen Konkurrenten geschützt werden. Auch fehle im Vorschlag im Gegensatz zum Initiativtext die Verpflichtung, den administrativen Aufwand in der Landwirtschaft zu reduzieren.

Noch kein Entscheid über Rückzug der Initiative

Man werde die Kritikpunkte im Rahmen des Vernehmlassungsverfahrens einbringen, hält der Bauernverband fest. Über einen allfälligen Rückzug der «Volksinitiative für Ernährungssicherheit» wollen SBV und Initiativkomitee nach den Beratungen im Parlament entscheiden.

9 Kommentare

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  • Kommentar von M. Steiner, Winterthur
    Nachdem wir uns nun vom Euro sozusagen haben scheiden lassen, wird sich der Detailhandel die Finger nach mehr Agrarimporten lecken. Dem gilt es, die Stirn zu bieten. Wir wollen keine Massentierhaltungsprodukte aus der EU!
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Um einen ressourcenschonenden Lebensmittelkonsum in der Schweiz zu gewährleisten, gibt es nur ein Mittel: die Zuwanderung - getreu dem Volkswillen - endlich zu beschränken. Denn wir wollen keine Knobli aus China, Birnen aus Argentinien, Gemüse aus irgendwo, welche auch auf unseren einheimischen Böden angepflanzt werden können, konsumieren, auch aus Gründen der umweltbelastenden Transportkosten. Der "Sandmännchenpolkitik" der hehren Landesregierung ist nicht zu trauen.
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    1. Antwort von R.Baumberger, Wahlen b.Laufen
      Versuchen Sie weiter Wahrheit mit Realität zu vertauschen Fr.Zelger guter Tipp..Resourcenschonend bewirtschaftend sind vor allem diese 3.5Mrd.Menschen die von 2$ amTag leben Die haben so viel Geld Sie Kaufen jeden Tag Dünger Spritzmittel etc.. Erde = Biodiversitäre Gesamtheit,der Boden die Luft das Wasser sind unbedingt zu Identifizieren,Passkontrolle bei verlassen des Staatsgebiet...menge sowie zustands- mengen-protokoll nicht vergessen.
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  • Kommentar von Pia Müller, 9443 Widnau
    An das ausgenutzte, ausgelaugte und immer kranker werdende und dann extrem chemie-behandelte Ess-Vieh denkt unser Bundesrat nie und die meisten Bürger auch nicht. Können wir uns auf diese Art gesund erhalten ?! Die Tatsache der heutigen, zunehmend gesundheitlichen Probleme der Bevölkerung zeigt es (Viren, Allergien!) - und die Krankenkassenprämien gehen in's endlose....
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