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Schweiz Sozialhilfe muss immer mehr Probleme lösen

Die Sozialhilfe entwickelt sich weg von einer vorübergehenden Hilfe in Notlagen hin zu einer langfristigen Existenzsicherung. Zu diesem Schluss kommt der Jahresbericht zur Sozialhilfe. Heute dauert die Sozialhilfe-Bezugsdauer im Schnitt 38 Monate. 2006 war es noch ein halbes Jahr weniger.

Legende: Video Finanzierung der Sozialhilfe abspielen. Laufzeit 4:48 Minuten.
Aus 10vor10 vom 26.08.2014.

Die Bezugsdauer von Sozialhilfe ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Das zeigt der Kennzahlenbericht der Städteinitiative Sozialpolitik, in dem insgesamt 13 Städte erfasst werden.

Betrug die durchschnittliche Bezugsdauer im Jahr 2006 noch 32 Monate, waren es 2013 bereits 38 Monate.

«Die Sozialhilfe als letztes Netz muss immer mehr Lasten tragen», sagte Nicolas Galladé, Präsident der Städteinitiative Sozialpolitik und Stadtrat von Winterthur. Dadurch gerieten einige Gemeinden und Kantone unter Druck.

Insbesondere Personen mit beruflichen oder gesundheitlichen Einschränkungen sind laut dem Kennzahlenbericht heute häufiger und länger auf Sozialhilfe angewiesen als noch vor 15 Jahren.

«Sozialhilfe muss strukturelle Risiken auffangen»

Einen Grund dafür ortet die Städteinitiative Sozialpolitik in den vergangenen Revisionen von Invalidenversicherung und Arbeitslosenversicherung: Lange Arbeitslosigkeit und gesundheitliche Risiken seien heute schlechter abgesichert als früher. Die Sozialhilfe müsse daher immer mehr strukturelle Risiken auffangen.

Im Vergleich zum Vorjahr mussten die 13 Städte 2013 insgesamt für 2,5 Prozent mehr Sozialhilfebezüger aufkommen. Weil gleichzeitig die Bevölkerung zunahm, stieg die Quote jedoch nicht gleich stark an – in der Tendenz sei sie «leicht steigend», so die Städteinitiative Sozialpolitik. Jedoch gebe es keine einheitliche Entwicklung – in sieben Städten stieg die Quote, in vier sank sie.

Biel bleibt an der Spitze

Die Unterschiede zwischen den Städten sind gross: Während Lausanne und Biel 2013 eine Sozialhilfequote von über 10 Prozent aufwiesen, waren es in Zug und Uster ZH lediglich 1,5 Prozent.

Städteinitiative Sozialpolitik

Der Kennzahlenbericht, den die Städteinitiative Sozialpolitik zum 15. Mal veröffentlichte, fasst die Entwicklungen in der Sozialhilfe in 13 Städten zusammen: Basel, Bern, Biel (BE), Lausanne (VD), Luzern, St. Gallen, Schaffhausen, Schlieren (ZH), Uster (ZH), Wädenswil (ZH), Winterthur (ZH), Zug und Zürich.

43 Kommentare

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  • Kommentar von T. Gohlke, Deutschland
    Die Entwicklung überrascht wenig, hat sie doch mit den gestiegenen Kosten aller Kommunalausgaben zu tun. Der Bund gibt den Gesetzesrahmen, der Kanton hat den zu geringen Finanzausgleich und die Kommunen tragen die Belastung. Der Bund befiehlt, der Kanton nimmt und verteilt Steuereinnahmen und den Letzten 'beissen die Hunde'. Wer zahlt, der befiehlt - klappt nicht; wer befiehlt, der zahlt, das klappt auch nicht. Ein an den Wirtschaftsfakultäten in D bestens bekanntes sehr kompliziertes Thema.
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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Man muss doch gar nicht lange übers "Wenn, Aber & Weshalb" diskutieren. Bei der Sozialhilfe ist derselbe Grund, wie das Bauen von mehr Krankenhäusern, Kindergärten, Schulen, Infrastrukturen usw. derselbe. Je mehr Menschen in einem Land leben, umso mehr braucht es eben von allem. Ist doch eine ganz einfache "Milchbüechli"-Rechnung.
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    1. Antwort von P.Bürger, Schaffhausen
      Doch,E.W, man MUSS darüber diskutieren.Und es ist gerade ihre vereinfachte «Milchbüechli-Rechnung» die zu so vielen Fehlinformationen führen.Blick-Schlagzeilen alleine machen noch keine Wahrheiten aus & Stammtischsprüche eben auch nicht.Ihre Welt ist zu einfach.Wer ständig nur über Ausländer lästert ist nicht ehrlich zu sich selbst,denn der gemeine Bürger interessiert sich nicht um Hintergründe.Man prostet sich als Ur-CH zu meint, Recht zu haben!Aber eben,die Welt hat sich inzwischen verändert!
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    2. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      @P. B. Wo bitte lesen Sie in meinem Beitrag über Lästerungen gegenüber Ausländern? Dabei geht es doch primär um eine wachsende Zahl von Menschen im allgemeinen. Mehr Menschen brauchen nun mal mehr Ressourcen. Ist wie bei einer Familie, welche weiter wächst. Die brauchen auch von allem mehr & ein Budget für zwei Personen ist nun einmal ein anderes als für 5 Personen.
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  • Kommentar von P.Bürger, Schaffhausen
    Für viele hier ist alles so einfach!Schnell ECOPOP annehmen,dann die MEI konsequent umsetzen & die SVP-Initiative annehmen,welche nur noch Flugästen Asyl gewährt!Und alle Probleme sind gelöst.Sind sie dann gelöst?Nein, denn die Secondos vermehren sich wohl zu rasch!Die SVP führt die «Neuschweizer» Geburtenkontrolle ein!Problem gelöst?Nein,denn dann kocht der Seniorentopf über,denn die Alten werden immer älter.Lösung:Eine SVP-Initiative muss her zur Beschränkung der Lebensdauer!Merken sie etwas?
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    1. Antwort von B. Küng, Biel
      Dazu kann man auch die Vorkehren der SVP zur Abschaffung des Frühfranzösisch zählen, dies als Rache gegenüber der Romandie, die nicht so SVP-freundlich ist. Dies alles sind Anzeichen der angestrebten SVP-Diktatur, d.h. alles was dieser Partei nicht genehm ist, soll unterdrückt, abgeschafft oder zumindest diskreditiert werden.
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