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Schweiz Sparschraube zwingt Pflegepersonal zu Ruck-Zuck-Betreuung

In Schweizer Alters- und Pflegeheimen wird gute Arbeit geleistet. Daran lässt eine Studie der Uni Basel keinen Zweifel. Dennoch erachtet das darin befragte Personal die Betreuung selbst nicht als durchgehend ausreichend. Schuld seien die Sparprogramme.

Die Mitarbeitenden des Pflegepersonals in der Schweiz leiden unter Spardruck. Das hat eine Studie ergeben, die das Institut für Pflegewissenschaft der Uni Basel in 163 Heimen durchgeführt hat.

Von den 5323 Betreuungspersonen der «SHURP»-Studie (Swiss Nursing Homes Human Resources Project) gaben 86,9 Prozent an, gerne in ihrem Beruf zu arbeiten. Allgemein wird die Schweizer Alterspflege als eine Dienstleistung «auf hohem Niveau» wahrgenommen. Dies bestätigt auch René Schwendimann, Leiter der SHURP-Studie im Tagesgespräch auf SRF 1.

Getrübte Betreuungsbilanz

Ganz so eitel Freude herrscht unter den Pflegenden aber nicht. Der allgemeine Spardruck hinterlässt nämlich seine Spuren. Als grösste Stressfaktoren werden «Personalmangel und hoher Arbeitsaufwand» genannt. «Emotionale und physische Belastungen» seien die Folge. So leide der Grossteil (70,9%) des Pflegepersonals an Rücken- oder Kreuzschmerzen; zwei Drittel äusserten allgemeine Schwäche und Energielosigkeit. Und nicht nur die Pflegenden zählen zu den Verlierern finanzieller Optimierungen.

Nahaufnahme der Hand einer Greisin. Die Hand liegt in derjenigen einer Pflegerin.
Legende: Oft fehlt laut der Pflege-Studie die Zeit für die emotionale Betreuung der Pensionäre. Reuters

«Personal- und Zeitmangel wirken sich teilweise negativ auf die Pflege» der Pensionäre aus: Massnahmen zur Pflegeplanung und -dokumentation würden «rationiert», hiess es in der Studie weiter. Oft fehle Pflegenden die Zeit, sich über den Zustand der Pensionäre zu informieren. Ein Drittel des Personals gab an, dass Pensionäre auch oft warten müssten.

Warnung an die Branche

Jeder fünfte Befragte gab zudem an, aus Zeitgründen Pensionären bei Ängsten und Sorgen «keinen emotionalen Beistand anbieten» zu können. Fast einem Viertel fehle im Weiteren die Zeit für aktivierende Pflege, was sich negativ auf Selbständigkeit und Lebensqualität der Pensionäre auswirken könne.

Als eine Folge der ungenügenden Ressourcenlage auf Seiten des Pflegepersonals könne die Arbeitsplatz-Attraktivität leiden, warnt die Studie schliesslich. Jeder Achte denkt bereits heute an einen Berufswechsel. 92 Prozent aller befragten Heime gaben zudem an, Rekrutierungsprobleme zu haben. Dass rund ein Drittel der Heimangestellten bereits heute 50 Jahre alt ist, verspricht keine Entschärfung.

8 Kommentare

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  • Kommentar von Verena Eberhard, 5722 Gränichen
    betreffend Pflege und Gejammer. Nicht zu wenig Pflegepersonal ist das Problem sondern die Faulheit der meist nicht gut ausgebildeten Pflegerinnen und Pfleger. Bei der Ausbildung muss investiert werden. Wenn eine ältere Frau mit einem komplizierten Beinbruch, welche sich nicht selbst waschen kann, tagelang am Rücken und Hinterteil nicht gewaschen wird, ist das ein Debakel. Jeder Mensch weiss wie diese Frau aussah, als sich endlich jemand darum kümmerte. Geschehen in einem Spital im Kanton Zürich
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  • Kommentar von David Rothen, Bern
    Die SVP poltert schon lange gegen die 'Sozialindustrie der Linken'. Welche Auswirkungen das hat, sieht man hier. Eigentlich ungerecht wenn dann alle Pflegebedürftigen Ruck-Zuck-Pflege erhalten. Die Pflegenden sollten ausschliesslich SVP-Renitente, äh SVP-Rentner kürzer pflegen. Aber dafür konnte die SVP und die FDP ein Steuergeschenk an Glencore machen. Kein Rappen Steuern die letzten 5 Jahre für Glencore, danke SVP/FDP!
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    1. Antwort von W. Helfer, Zürich
      D. Rothen. Nicht die SVP macht das Gesundheits- u pflegewesen kaputt, sondern Diejenigen, welche übertiebene Schulungen für bald jeden Job verlangen. Auch, dass man jedes Pfläschterli, jeden CM Verband u jeden Handgriff genaustens dokumentieren muss. Das kostet viel Geld u Zeit, welche den Patienten abhanden kommt. Die SVP poltert zurecht gegen die linke Sozialindustrie! Leider sahnen Diese vielzuviel Zeit des Personals u dem Geld ab, was für die pflegenden bestimmt wäre!
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  • Kommentar von Ch. Gerber, Basel
    Da zahlt man sich sein allerwertesten ab und erhält nicht mal genug Zeit, was soll das??? Die Sparprogramme sind am Flaschen ende platziert worden. Es ist eine skrupellose frechheit...
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