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Kommen die verschärften Massnahmen zu spät?
Aus Info 3 vom 16.10.2020.
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Steigende Corona-Fallzahlen SRF-Experte: «Hoffnung, dass Homeoffice und Masken genügen»

Die Woche geht zu Ende wie sie begonnen hat: Mit einer hohen Zahl neuer Corona-Fälle. Die wissenschaftliche Taskforce des Bundes empfiehlt dringend schärfere Massnahmen. Auch die Kantone fordern den Bund zum Handeln auf. SRF-Wissenschaftsredaktor Thomas Häusler sagt, welchen Spielraum die Behörden haben – abseits von einem zweiten Lockdown.

Thomas Häusler

Thomas Häusler

Wissenschaftsredaktor

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Thomas Häusler ist Wissenschaftsredaktor bei SRF. Er hat in Biologie doktoriert und eine Weiterbildung in Wassermanagement an der Uni Genf absolviert. Seit 2013 ist er Leiter der Wissenschaftsredaktion.

SRF News: Der Chef der Taskforce des Bundes spricht davon, dass jetzt «jeder Tag zählt». Gleichzeitig dauert es wohl noch etwas, bis schärfere Massnahmen kommen. Der Kanton Thurgau etwa führt die Maskenpflicht erst in einer Woche ein. Dauert das alles zu lange?

Thomas Häusler: Eine Woche wäre eindeutig zu lange. Momentan verdoppeln sich die Fälle alle sieben bis zehn Tage. Und die 3105 Fälle von heute haben sich aufgrund der Inkubationszeit vor etwa einer Woche angesteckt. Das heisst: Selbst, wenn wir die Verbreitung ab sofort komplett stoppen könnten, würden die Fälle noch rund eine Woche auf 4000 bis 6000 pro Tag ansteigen. Damit steigt auch die Zahl der Hospitalisierungen – das lässt sich nicht mehr verhindern.

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Martin Ackermann: «Machen wir eine Woche nichts, haben wir 6000 Fälle am Tag»
Aus News-Clip vom 16.10.2020.
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Eine Studie hat gezeigt: Wären die strengen Massnahmen im Frühling eine Woche früher eingeführt worden, wären damals vermutlich 80 Prozent weniger Menschen an Corona gestorben.

Die Kantone wollen eine Maskenpflicht in öffentlich zugänglichen Innenräumen oder auch, dass möglichst viele Arbeitnehmende wieder ins Homeoffice gehen. Wird das genügen?

Unter Experten herrscht die Meinung, dass dies derzeit die wichtigsten Massnahmen sind. Momentan finden viele Übertragungen in Innenräumen statt. Man muss also etwas machen. Hier kommt das Maskentragen ins Spiel. Denn es ist oft schwierig, Abstand zu halten und genügend zu lüften.

Es gibt keine einzelne Massnahme, die zu 100 Prozent wirkt. Darum muss man sie kombinieren.

Bleiben viele Menschen im Homeoffice, unterbindet das die Übertragungen bei der Arbeit. Es werden weitere Kontakte unter den Menschen reduziert, auch in der Kantine und auf dem Arbeitsweg. Es gibt keine einzelne Massnahme, die zu 100 Prozent wirkt. Darum muss man sie kombinieren.

Bleibt nur noch ein weiterer Lockdown wie im Frühling, wenn die Zahlen weiter steigen? Wären auch noch andere Massnahmen möglich?

Die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -Direktoren (GDK) fordert auch eine Beschränkung bei öffentlichen und privaten Versammlungen. Auch diese treiben die Fallzahlen gegenwärtig nach oben. Das als locker geltende Schweden etwa hat seit Monaten eine Obergrenze von 50 Personen.

Auch Clubs und Discos könnten strengere Auflagen bekommen, die bis zur Schliessung reichen. Grossveranstaltungen könnten verboten werden. Die Kantone haben diese Möglichkeiten. Die letzten beiden Dinge wären für die Betroffenen sehr schmerzhaft. Man muss hoffen, dass die weniger einschneidenden Massnahmen – also Masken und Homeoffice – dann doch genügen werden.

Das Gespräch führte Mario Sturny.

Info3, 16.10.2020, 17 Uhr;

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72 Kommentare

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  • Kommentar von Lynn Andermatt  (Lynn A.)
    Provokativ zum Behördenchaos: ein Kanton macht eine Durchseuchung, ein weiterer Kanton einen Lockdown und bei den Übrigen belassen wir's so wie's ist. Natürlich darf niemand über die Kantonsgrenze. Anhand dieses Menschenexperiments können wir in ein paar Monaten entscheiden, was die sinnvollste Massnahme ist. Es ist Zeit für uns alle zu begreifen, dass nichts funktionieren kann solange die Bereitschaft fehlt zusammenzuarbeiten. Dieses Gegeneinander wird uns viel kosten!
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  • Kommentar von Franz NANNI  (Aetti)
    Wenn ich die Maske ueberstreife desinfektiere ich sie immer mit einem Desinfektionsspray... als Zusatzmassnahme... und wenn ich aus Geschaeften komme spraye ich auch Haende und Arme.. da Corona an festen Untergrund bis angeblich ueber 25 Tage leben kann ist das eine Moeglichkeit... nur so ein Hinweis...
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  • Kommentar von Dominic Müller  (Domi3)
    Eine Maskenpflicht in Innenräumen wird niemals reichen - die Aerosole zirkulieren dann munter weiter. Es sollte eine Lüftungspflicht alle 2 Stunden 10 Minuten vorgeschrieben sein- wie es zB die Uni ZH macht. Innenräume, die nicht gelüftet werden können, sollen nach Möglichkeit nicht mehr besetzt werden. "Es ist oft schwierig, Abstand zu halten und genügend zu lüften" - Sorry, Herr Ackermann, aber wollen Sie eigentlich diese Pandemie bekämpfen?
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    1. Antwort von Thomas Steiner  (Thomas Steiner)
      Das heisst, sie schlagen einen weiteren Lockdown vor?
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    2. Antwort von Dominic Müller  (Domi3)
      @ Steiner: Nein, ich schlage lüften und Abstand halten vor.
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