Zum Inhalt springen
Inhalt

Steuersenkung in der Waadt Nicht nur die SP befürchtet mehr Steuerwettbewerb

Der Kanton Waadt will auf 2019 die Unternehmenssteuern senken. Finanzpolitiker im Bundeshaus reagieren skeptisch.

Legende: Audio Finanzpolitiker wie Pirmin Bischof zu den Steuersenkungen in der Waadt abspielen. Laufzeit 01:38 Minuten.
01:38 min, aus HeuteMorgen vom 02.11.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Waadt plant für 2019 eine Senkung der Unternehmenssteuern, ohne die nationale Unternehmenssteuerreform abzuwarten.
  • SP-Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer befürchtet, dass der Waadtländer Entscheid den «ruinösen Steuerwettbewerb» zwischen den Kantonen anheizt.
  • Auch CVP-Ständerat Pirmin Bischof teilt die Befürchtung, dass der Steuerwettbewerb unter den Kantonen nun zunehmen könnte. Er hofft aber auch, dass die Steuersenkung in der Waadt ein Signal an Bundesbern sein könnte, mit der Steuerreform vorwärts zu machen.

Kein Verständnis für den Entscheid der Waadtländer Regierung, die Unternehmenssteuern zu senken, hat SP-Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer. Dieser Alleingang sei «brandgefährlich»: «Damit fördert der Kanton Waadt die Entsolidarisierung und heizt den ruinösen Steuerwettbewerb zwischen den Kantonen an.» Kantone, die finanziell weniger gut dastünden als die Waadt, würden damit unter Druck geraten, sagt Leutenegger Oberholzer.

Dass sich der Steuerwettbewerb unter den Kantonen verschärfen könnte – diese Gefahr sehen auch bürgerliche Finanzpolitiker wie CVP-Ständerat Pirmin Bischof. «Ich gehe davon aus, dass zumindest Kantone, die besonders viele mobile Gesellschaften haben, nachziehen müssen.»

Signal an Bern?

Gleichzeitig hofft Bischof, dass der Waadtländer Entscheid ein Signal an Bundesbern sein könnte, möglichst bald eine neue, tragfähige nationale Steuerreform zu präsentieren – dies nachdem ein erster Versuch Anfang Jahr an der Urne gescheitert ist.

Kantone, die finanziell weniger gut dastehen als die Waadt, geraten unter Druck.
Autor: Susanne Leutenegger OberholzerSP-Nationalrätin

Sozialdemokratin Leutenegger Oberholzer befürchtet hingegen, dass der Waadtländer Alleingang genau das Gegenteil bewirkt und die Kompromisssuche schwieriger macht. Derzeit läuft die Vernehmlassung für eine neue nationale Unternehmenssteuerreform. Ihr Ausgang ist offen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

20 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    da wollen schon ein paar die leute für die nächste USR weichklopfen. eine massnahme, die wirklich zeigen würde, dass die politker für die menschen und nicht für die konzerne politik betreiben:keine steuerbefreiung mehr vom kapitalgewinn beim verkauf wesentlicher beteiligungen. bsp: nestle/alcon transaktion, nestle konnte so 3,5 milliarden chf der direkten bundessteuer vorbeischleusen. ein substratverlust für alle menschen, die hier leben, arbeiten und steuern und die nicht zur geldelite zählen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    1983 hielt der bundesrat in seiner botschaft zum steuerharmonisierungsgesetz (StHG) fest:«Die kantonalen Privilegien für Holding-und Domizilgesellschaften sind seit längerer Zeit Gegenstand interner und vor allem ausländischer Kritik. Diese Kritik ist zum Teil berechtigt.» und wie weit sind wir jetzt? EMS chemie pionier der steuerfreien dividenden 56 mio steuerfrei. weitere gewinner ubs, abb, swisscom, zurich insurance, swissre. >>>>> subtratsverlust für die menschen und die orte noch und noch.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Wahnsinn, wie weit es der Wirtschaftsbückling auf Kosten der Bürger heute treibt. Und irgendwie scheint's allen egal zu sein. Jedenfalls an der Urne... Der brave Schweizer Bürger lässt sich korrekt einschüchtern, aufdass er bei der nächsten Wirtschaftsvorlage dieser noch mehr in den Rachen werfe...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen