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Schweiz Suva: Lehrlinge sollen Stopp sagen können

Die Schweizerische Unfallversicherung verzeichnet auffallend viele Arbeitsunfälle bei Lernenden. Eine Kampagne soll nun helfen, die Unfälle zu reduzieren.

Ein junger Kaminfeger klettert auf einem Dach herum.
Legende: Kaminfeger ist ein gefährlicher Beruf. Lernende müssen hier besonders gut geschult werden. Keystone

Lehrlinge sollen Stopp sagen, wenn sie vor einer gefährlichen Situation stehen. Denn besonders Lernende verunfallen relativ oft am Arbeitsplatz, rund 24'500 sind es pro Jahr. In Suva-versicherten Betrieben sind es 19'000. Im Schnitt enden drei davon tödlich.

Mit einer Kampagne will die Suva die Unfälle innerhalb von zehn Jahren halbieren. Die Versicherung spricht die Lernenden direkt an und will auch die Vorgesetzten in ihrer Rolle als Vorbilder stärken. Diese sollen in Sachen Sicherheit eine Schlüsselrolle einnehmen.

Schutzvorkehrungen anwenden

Viele Unfälle könnten vermieden werden, so die Suva. Etwa, indem Betriebe Sicherheitsmassnahmen konsequent umsetzen. Augenverletzungen können beispielsweise vermieden werden, wenn Mitarbeiter eine Schutzbrille tragen.

Ein wichtiger Teil der Kampagne ist der so genannte Stopp-Ausweis. Dieser wird bei Lehrbeginn vom Lernenden und vom Ausbildner unterschrieben. Er soll dem oder der Lernenden den nötigen Rückhalt geben, in gefährlichen Situationen Stopp zu sagen und erst weiterzuarbeiten, wenn die Gefahr behoben ist, so die Suva.

Lernende seien noch unerfahren und getrauten sich häufig nicht, die Arbeit zu unterbrechen oder zumindest nachzufragen, wenn ihnen etwas gefährlich scheine.

Weniger schwere Unfälle

Die Zahl der Unfälle von Lernenden ist zwar höher, als die älterer Kollegen, die Unfälle sind dafür weniger schwerwiegend. Grund ist laut Suva das Verbot gefährlicher Arbeit für Jugendliche. Am meisten verunfallen Lernende bei Tätigkeiten, die sie lernen müssen. Sie werden von Fremdkörpern getroffen, stechen, schneiden oder schürfen sich.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Eigentlich gut, doch eine Kampagne nützt nichts! Es braucht Kontrollbesuche bei den Firmen. Dazu kommt, dass Jugendliche (wir waren alle mal Jung) halt gerne etwas leichtsinniger an die Dinge rangehen und über deutlich weniger Erfahrung verfügen (ja, Firmenbosse: Erfahrung!), darum dürfte auch diese Faktoren zur erhöhten Verunfallung führen. Trotzdem, Stichproben sind immer wirksamer als dümmlich und teure Plakate und Werbung. Übrigens: IV Arbeiter haben KEINEN Suva Schutz! Da wird gespart!
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  • Kommentar von Adrian Flükiger, Bern
    Unerfahren, trauen sich nicht, die Klappe zu gebrauchen. Insbesondere der zweite Punkt ist schon sehr erstaunlich, wenn man ihnen sonst so zuschaut und zuhört. Irgendwie passt es aber zu der gesellschaftlichen Entwicklung. Das Duckmäusertum ist wieder mal auf einem Höchststand! Na dann, nur weiter so!
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