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Schweiz SVP-Politiker Reimann unterstützt Rapper Besko

In Kosovo steht er vor dem Nichts: Der Zürcher Rapper Besko musste diesen Monat in die Heimat seiner Vorfahren zurück, weil er seit seiner Jugend immer wieder Delikte begangen hatte. Jetzt sieht SVP-Nationalrat Reimann den harten Jungen als Härtefall.

Legende: Video «Kosovo einfach: Rapper Besko ganz unten» abspielen. Laufzeit 10:00 Minuten.
Aus Rundschau vom 26.10.2016.

«Es sei eine verpasste Chance», sagt Lukas Reimann in der «Rundschau». Er kritisiert, dass Besko die Schweiz verlassen musste. Mit dem weggewiesenen Rapper hätte man einen positiven Einfluss auf junge Migranten gehabt. Reimanns Begründung: «Man muss abwägen: Er nützt uns hier mehr als in Kosovo.»

Reimann intervenierte sogar beim Staatssekretariat für Migration. Er sei immer noch für eine strenge Haltung bei der Ausschaffung von kriminellen Ausländern. «Aber was, wenn nicht das, ist ein Härtefall», schreibt Reimann an Mario Gattiker, Chef des Staatssekretariates für Migration.

Teure Resozialisierung

Besko, mit bürgerlichem Namen Besijan Kacorraj, wurde seit seiner Kindheit immer wieder kriminell. Nach zwei Raubüberfällen erhielt er schliesslich eine fünfjährige Haftstrafe und vom Migrationsamt die Anweisung, die Schweiz zu verlassen. Dagegen wehrte er sich nun, blieb vor Gericht aber chancenlos.

Im Gefängnis begann er zu rappen, bereute seine Taten, versuchte in Workshops mit Jugendlichen über seinen Weg zu sprechen. «Es ist sehr selten, dass sich jemand so entwickelt», sagt Psychiater und Gutachter Ramon Vettiger zur «Rundschau».

Einen Teil seiner Strafe sass Kacorraj im Massnahmenzentrum Uetikon ab, absolvierte Therapien und schloss eine Lehre ab. Er wurde Vater und ist seit seiner Verurteilung straffrei. «Es macht doch keinen Sinn, so viel Geld für die Resozialisierung auszugeben, wenn man jemand ausschafft nachher», findet Psychiater Vettiger.

Schwieriger Neuanfang

Besijan Kacorraj selber fällt der Neuanfang im Kosovo schwer. «Es ist wie ein Alptraum, die Gefühle spielen verrückt», erzählt er. Zurzeit wohnt er in einem Hotel in Peja im Norden Kosovos. «Ich bin nicht böse auf die Schweiz, im Gegenteil, ich bin dankbar, was ich in diesen 31 Jahren in der Schweiz erleben durfte.»

Er sucht nun eine Wohnung in der Hauptstadt Prishtina und hofft, bald einen Job zu finden. Zudem plant er, gegen die Schengen-Einreisesperre von fünf Jahren einen Rekurs einzulegen.

Legende: Video «Theke: Lukas Reimann» abspielen. Laufzeit 8:18 Minuten.
Aus Rundschau vom 26.10.2016.

115 Kommentare

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  • Kommentar von Marlies Artho (marlies artho)
    Fortsetzung warum wird Hr.R. nicht als 1Exponent der SVP gesehen,warum wird er hier gleich mit der ganzen Partei in Verbindung gebracht? Dies trifft zwar nicht nur auf die SVP zu,es wird leider oft die ganze Partei in Frage gestellt.Ist dies nicht ein grosser Fehler,den man vielleicht einmal überdenken sollte. Denn wenn eine Verallgemeinerung zu Stande kommt,wird dies auf jede Partei abfärben.Wieso nimmt man nicht Reimann als Einzelperson war,der nun die Härtefallklausel in Anspruch nehmen will.
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  • Kommentar von Werner Klee (Wernerklee)
    Herr Reimann hat keine überzeugenden Argumente genannt, warum Besko nicht ausgeschafft werden sollte. Die Rechtsgleichheit wird nicht durch diese Ausschaffung ausgehebelt, sondern durch die Nicht-Ausschaffung in anderen Fällen.
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  • Kommentar von Niklaus Bächler (SVP-Hinterfrager)
    Am Bsp. des SVP-Hardliners & Dauernörglers Reimann sieht man wunderschön,wie Politiker,wenn sie sich in der «Schei..e»manövriert haben versuchen,sich mit absurden Argumenten freizureden.Da will doch Reimann tatsächlich die «Härtefallklausel» anrufen! Er,Reimann,der mit Aufschlitzterplakaten nicht müde wurde uns dummem Volk einzutrichtern,solche müssten raus.Wo,liebe Bürger,ist hier ein Härtefall zu erkennen?Besko ist nach SVP-Leseart ein junger,starker Mann & KRIMINELL!Was muss man da überlegen?
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    1. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Folglich müsste Reimann ja Ihre Meinung zur SVP revidieren... Hardliners & Dauernörgler gibt es schliesslich auf beiden Seiten. NB finde ich SVP-Hinterfrager ein eher bescheidenes Statement - passend zum Mainstream.
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    2. Antwort von Niklaus Bächler (SVP-Hinterfrager)
      Fragen sie sich nicht auch, Frau Mitulla, was Herr Reimann mit seinem Sinneswandel bezwecken will?
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    3. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Da Lukas Reimann nun von allen Seiten angefeindet wird, gehe ich davon aus, dass er für seine persönliche Überzeugung eintritt, selbst wenn er sich viele Feinde damit macht. Das nennt sich MUT.
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