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Unterwegs in Kosovo Swisscoy: Schweizer gelten als neutral

Die Lage in Kosovo bleibt gespannt. Der Swisscoy-Einsatz soll verlängert werden – mit reduziertem Bestand.

Legende: Video Swisscoy verlängert abspielen. Laufzeit 02:42 Minuten.
Aus Tagesschau vom 13.03.2017.

Seit Anfang Jahr nehmen die Spannungen in Kosovo wieder zu. Besonders delikat ist der Auftrag im Norden Kosovos. Hier leben mehrheitlich Serben, die den Staat Kosovo ablehnen. Sogenannte Liaison Monitoring Teams (LMT) nehmen täglich den Puls der Bevölkerung, sprechen mit Behörden, NGO und Bürgern. So will die KFOR (Kosovo Force) mögliche Konflikte frühzeitig erkennen und nach Möglichkeit vermittelnd eingreifen. So soll Gewalt verhindert werden.

Hohes Ansehen

Die «Tagesschau» hat das LMT in der geteilten Stadt Mitrovica begleitet. Das Monitoring Team lebt und arbeitet inmitten der Bevölkerung. Schweizer Soldaten arbeiten also quasi als Diplomaten in Uniform zwischen Kosovo-Serben und Kosovo-Albanern.

Oberstleutnant im Generalstab Blaise Pelletier ist Chef Einsatz der Swisscoy: «Dort, wo diese Spaltung besonders stark ist, werden Schweizer Soldaten eingesetzt, weil sie neutral sind. So sind sie gut angesehen.» Dies offenbar trotz der Ankerkennung Kosovos als unabhängigen Staat durch die Schweiz.

Wären die Schweizer nicht mehr da, müsste die KFOR dieses Vertrauen neu aufbauen.
Autor: Blaise PelletierOberstleutnant i Gst, Swisscoy

Die Teams sind jeweils mit Übersetzern unterwegs, stellen Fragen, hören zu. Dank persönlichen Kontakten soll ein verfeinertes Bild der Lage entstehen. Laut Pelletier baut die Kosovo Force stark auf das Schweizer Engagement: «Die Leute vertrauen unseren LMT. Sie sprechen offen. Wären die Schweizer nicht mehr da, müsste die KFOR dieses Vertrauen neu aufbauen.»

Einsatz in geistig vermintem Gebiet

Die Spannungen zwischen Kosovo und Serbien sind in den letzten Wochen markant gestiegen. Gegenseitige Provokationen und Kriegsrhetorik verheissen für die Zukunft nichts Gutes. So will der kosovarische Präsident Hashim Thaçi gegen den Willen der Nato die Kosovo-Schutztruppe per Parlamentsbeschluss als Armee deklarieren. Das widerspricht allen Abmachungen und treibt die Politiker in Serbien zur Weissglut. Es ist davon auszugehen, dass Thaçi mit dieser Aktion seine Bedeutung in der Region unterstreichen und einer möglichen Anklage am Kosovo Spezialgericht für mutmassliche Kriegsverbrechen in den Jahren 1998 und 1999 zuvorkommen will.

Serbien dagegen hat im Januar einen Zug mit der provokativen Aufschrift «Kosovo ist Serbien» von Belgrad aus Richtung Mitrovica auf die Reise geschickt. Möglicherweise ein Vorbeben auf die geopolitischen Veränderungen der Ära Trump. Die USA hielten bisher ihre schützende Hand über Kosovo. Der Ständerat beschliesst also heute über einen Armee-Einsatz in geistig vermintem Gebiet. Dabei wird es mit Blick auf die grosse Diaspora auch um die Bedeutung eines stabilen Kosovos für die Schweiz gehen.

Grünes Licht vom Ständerat

Der Einsatz der Swisscoy im Kosovo soll um drei Jahre verlängert werden, bis Ende Dezember 2020. Das hat der Ständerat als Erstrat entschieden, mit 33 zu 4 Stimmen und bei 2 Enthaltungen. Die Vorlage geht nun an den Nationalrat.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Bei uns lassen sich viele Serben und Kosovaren (die einst als Asylbewerber ins Land kamen) als Sozialhilfe-Abhängige gut gehen und schweizerische Militärangehörige leisten Sicherheitsdienst im Kosovo! Was soll das? Ich habe in meinen jungen Jahren kein Studium (Geschichte, Politologie, usw.) absolviert, darum verstehe ich als Rentner solche Fakten offenbar nicht!
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  • Kommentar von W Streuli (Wernu)
    Schon komisch,Mazedonien, Kroatien, Serbien Montenegro, Slowenien wurden unabhängig, nur bei der Unabhängigkeit von Kosovo kommt es zu keiner Entspanung. Wieso wurde der Norden von Kosovo nicht Serbien zugesprochen, da dort eh eine Mehrheit an Serben wohnt?Da soll noch einer die Welt verstehen.Falls sich jetzt jemand fragt, wieso es bei der Annektion der Krim durch Russland ohne Tam Tam geklappt hat, muss eingestehen,das es halt doch daran liegt, das dort ausschliesslich nur Russen leben
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    1. Antwort von Michel Koller (Mica)
      Soso... hat ohne Tam Tam geklappt. Ihnen ist schon bewusst, dass diese Annektion mitverantwortlich für die militärische Auseinandersetzung ist und dass dieser noch über Jahrzehnte anhalten wird? Das dort ausschliesslich nur Russen leben ist ebenfalls falsch. Wissen von der Cornflakespackung...
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    2. Antwort von W Streuli (Wernu)
      Hr.M.Koller es entzieht sich meiner Kenntnis,ob Sie jemals in Russland waren, oder geschweige denn die russ.Sprache verstehen,aber alles der Reihe nach.Auf der Krim leben 87% Russen,das nur mal vorweg.Die militärische Intervention hatte übrigens dort ihren Ursprung, als die Ukraine nach der orangen Revolution mit einem Beitritt in die EU liebäugelte.Da wäre es eh nur eine Frage der Zeit gewesen und später wäre die Nato Mitgliedschaft die Folge gewesen.Aber ich gebe Ihnen einen wertvollen Hinweis
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    3. Antwort von W Streuli (Wernu)
      Teil 2 an Hr.M.Koller sprechen Sie mal mit der Bevölkerung in Russland, z.B in Krasnojarsk,Novosibirsk,Omsk.Ich bin kein Putin Versteher Hr.M.Koller, aber ich habe sehr wohl die Ängste jener schon sehr gut verstanden,das damit eine Eskalation seitens der EU,respektive der Nato provoziert wurde, das nur so am Rande bemerkt zu der Cornflakepackung
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Swisscoy verlängert - Schweizer Armee im Sparmodus !!!
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