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Der Werdegang der Grünen Taktisch klug, aber immer noch aufmüpfig

Legende: Audio Grünes Revival - mit Grund abspielen.
3:35 min, aus Echo der Zeit vom 29.04.2017.

Die Grünen reiten in der Schweiz auf einer Erfolgswelle: In mehreren Kantonsparlamenten konnten sie zulegen und zuletzt überraschenderweise die erste Grüne Regierungsrätin in die Solothurner Exekutive hieven. «Wir kommen aus dem Champagnertrinken eigentlich gar nicht mehr heraus», beschreibt Präsidentin Regula Rytz das Hoch ihrer Partei.

Erklärungen für die Erfolge gibt es. Teilweise wenigstens. Gelegentlich spielt das Glück den Grünen in die Hand oder die Schwäche der andern. Die Sorge um die Umwelt hat die Grünen in den Siebzigerjahren entstehen und gedeihen lassen. Aus lokalen Gruppierungen ist eine nationale Partei gewachsen.

Es zeigt eben auch, wie verunsichert die Menschen sind.
Autor: Jürgen TrittinGrünen-Bundestagsabgeordneter

Auch aktuell können die Grünen wieder von ökologischen Diskussionen profitieren. Beim Thema Fairfood haben sie zwar verloren. Beim Thema grüne Wirtschaft auch. Genauso beim raschen Atomausstieg. Gewonnen haben sie aber an Präsenz: Grüne Themen wie aktuell die Energiewende haben sie wieder stärker in die Medien gebracht.

Regula Rytz umarmt Brigit Wyss, die einen Blumenstrauss hält.
Legende: Ein grünes Erfolgsduo: Präsidentin Regula Rytz (rechts) und die frischgewählte Solothurner Regierungsrätin Brigit Wyss. Keystone

Auch die internationale Lage hilft den Grünen, das Risiko von Krisen und Kriegen. «Das ist keine allein gute Botschaft. Es zeigt eben auch, wie verunsichert die Menschen aufgrund dieses neuen Nationalismus und der Krisen um Europa herum sind», sagt der deutsche Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin.

Schatten auf den grünen Erfolg wirft auch der Generationenwechsel: Den Schweizer Grünen fehlen akut Persönlichkeiten mit nationaler Ausstrahlung. Und sie müssen als thematisch breiter aufgestellte Partei wahrgenommen werden. Das wollen sie auch – und sammeln Ideen. «Es ist uns wichtig, dass wir frühzeitig neue Lösungen für neue Probleme auf den Tisch legen», sagt Rytz.

Ich habe mein Zelt und meine Zahnbürste bereits eingepackt.
Autor: Regula RytzParteipräsidentin Grüne

Von aufbegehrend zu klug

Die Grünen hätten sich verändert, stellt Kaspar Schuler fest. Der eigentlich Parteilose ist seit kurzem Ehrenmitglied der Grünen. Als früherer Greenpeace-Mitarbeiter weiss er von Differenzen zwischen Grünen und Umweltverbänden in der Vergangenheit. Heute dominiere Kooperation: «Ich stelle an der Parteispitze einen ganz klaren Wandel von der aufbegehrenden Positionierung hin zu einem klugen, taktischen Vorgehen fest», sagt Schuler.

Die Grünen sind politisch gereift, taktischer geworden in ihrer Rolle als konstruktive Oppositionspartei. Für Proteste etwa gegen Atomkraftwerke sei sie vorbereitet, sagt Regula Rytz aufmüpfig. «Ich habe mein Zelt und meine Zahnbürste bereits eingepackt.»

Pragmatisch also werden die Grünen kaum.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Mit ihrer Bevoelkerungsexplosionspolitik sind die linken Gruenen Oekologieverraeter. Es ist schandbar, dem Buerger 43 Prozent Energiesparen aufzwingen zu wollen, statt Energie durch Bevoelkerungsrueckgang einzusparen. Die Buergerlichen offerieren jedem Tierchen sein Plaesierchen. Die linken Pseudogruenen unterlassen es, mit einer oekologischen und arbeitsmarktschuetzerischen Politik der SVP die von den Roten uebergelaufenen Arbeiter abzustauben, und den Pseudo"gruen"liberalen den Garaus zu mache
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    1. Antwort von Harald Buchmann (Harald_Buchmann)
      Meinen Sie der Staat solle gezielt Menschen töten? Oder eine 1Kind Politik? Oder finden Sie, die “anderen Menschen“ sollen nicht das Recht haben, den gleichen Lebensstandard zu haben wie die Schweizer? Oder Sie meinen Unweltprobleme gäbe es nur in der Schweiz, und wenn die draussen blieben, wäre alles gut? Ich kann sagen, in Ostchina ist die Bevölkerungsdichte viel höher als in Zürich. Wenn nicht mal die Schweiz Lösungen findet, wie sollen Entwicklungsländer es tun?
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    2. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Diesen Lebensstandard haben sich hauptsächlich die Nachkriegsgenerationen & die Folgegeneration von Schweizern hart erarbeiten müssen. Von Nix kommt nix. Aber Ch. D. heutige Generation von Schweizern im Wohlstand aufgewachsen, sparen durften die vor ihnen, fällt sparen halt sehr schwer & sämtliche Aufforderungen zum Sparen, sehen sie als aufzwingen an. Natürlich verbrauchen mehr Menschen im Land auch mehr Ressourcen, aber die ES2050 will ja eine pro Kopf Einsparung, also auch für Neuzuzüger.
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