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Tiefer Schweizer Grenzwert Strengere Schweizer Regeln für Kosmetikprodukte

Legende: Audio Strengere Schweizer Regeln für Kosmetikprodukte abspielen.
3:50 min, aus Espresso vom 09.11.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kosmetikprodukte enthalten oft ätherische Öle, welche auch Furocumarine enthalten können. Weil diese Stoffe insbesondere bei Sonneneinstrahlung gesundheitsgefährdend sein können, gelten sowohl in der Schweiz wie auch in der EU Grenzwerte.
  • Bis anhin galt der Grenzwert vor allem für Sonnenschutzmittel. In der Schweiz wurde er dieses Jahr aber auf andere Kosmetikprodukte ausgeweitet. Produkte, die den Grenzwert überschreiten, dürfen nicht mehr verkauft werden – selbst wenn sie in der EU zugelassen sind.
  • Der Schweizer Naturkosmetik-Hersteller Weleda zum Beispiel hat deshalb 21 Produkte aus den Schweizer Regalen genommen, um die Einhaltung der neuen Schweizer Werte zu überprüfen. Bei sechs Produkten muss nun die Rezeptur angepasst werden.

Weil Furocumarine aus ätherischen Ölen bei Sonneneinstrahlung gesundheitsschädigend sein können, gibt es in der Schweiz wie in der EU seit längerem für Produkte wie Sonnencreme einen Grenzwert.

In der Schweiz wurde dieser Grenzwert dieses Jahr auch auf andere Kosmetikprodukte ausgeweitet, die dem Sonnenlicht ausgesetzt werden können. So muss in der Schweiz nun auch zum Beispiel bei Nagellack oder Rasierwasser der Grenzwert eingehalten werden.

Schweizer Recht steht bei Furocumarinen über EU-Recht

Kosmetikprodukte, welche in der EU zugelassen sind, dürfen grundsätzlich wegen des Cassis de Dijon-Prinzips auch in der Schweiz verkauft werden. Im Fall der Furocumarine hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV jedoch den Herstellern aus Gründen des Gesundheitsschutzes Anfang Oktober mitgeteilt, dass hier in jedem Fall die strengeren Schweizer Anforderungen gelten.

Weleda musste 21 Produkte zurückrufen

Der entsprechende Erlass des BLV hat die Hersteller zum Handeln gezwungen. Der Schweizer Naturkosmetik-Hersteller Weleda zum Beispiel hat daraufhin im Oktober 21 Produkte aus den Schweizer Regalen genommen. Dies, um die Einhaltung der neuen Schweizer Anforderungen zu überprüfen.

Auf Anfrage des SRF-Konsumentenmagazins «Espresso» erklärte ein Sprecher, 15 der Produkte seien bereits wieder verfügbar und würden bald wieder in den Läden stehen. Der Grenzwert betreffend Furocumarinen werde bei ihnen eingehalten.

Angepasste Rezeptur bei diesen Produkten

Bei sechs Produkten von Weleda würde im Moment noch die Rezeptur angepasst, sodass sie weniger Furocumarine enthalten. Darunter befinden sich ein Rasierwasser, eine Pflegelotion und eine Feuchtigkeitscreme. Bis Ende Jahr sollten laut dem Sprecher auch diese Produkte wieder in den Läden verkauft werden können.

Lieferbarkeit von Weleda-Produkten mit Furocumarin

ProduktLieferbar:
Belebendes Gesichtswasserja
Wildrose Glättende Feuchtigkeitspflegeja
Wildrose Glättende Tagespflegeja
Wildrose 7 Tage Glättende Kurbehandlungja
Nachtkerze Festigende Tagespflegeja
Birken Cellulite-Ölja
Granatapfel Regenerations-Pflegeölja
Nachtkerze Revitalisierungs-Ölja
Sanddorn Pflegeölja
Nachtkerze Revitalisierende Pflegelotionja
Citrus Hand- und Nagelcrèmeja
Nachtkerze Revitalisierende Handcremeja
Sanddorn Handcremeja
After Shave Balsamja
Geschenkset Calendula Babypflegeja
Feuchtigkeitscreme für den Mannca. KW 47
Iris Erfrischende Tagespflegeca. KW 48
Sanddorn Reichhaltige Pflegelotionca. KW 48
Nachtkerze Festig. Aufbau-Konzentratca. KW 51
Citrus Erfrischungsölca. KW 50
Rasierwasserca. KW 52

6 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Halbeisen (ch)
    Furocumarine ist ein natürlicher Bestandteil von Pflanzen. Hier treibt ein Bundesamt eine Firma, seit 100 Jahren Pionier vin Naturprodukten, durch eine weltweit einzigartige Nacht und Nebel Aktion fast in den Konkurs. Wer hat schon je gehört, dass ein Grenzwert mit einer Übergangsfrist von weniger als 30 Tagen reduziert wird. Wohlgemerkt mischt Weleda kein Gift in ihre Produkte. Umgekehrt ist es fast unmöglich Antibiotika aus der Tierzucht wegzubringen. Voltaren zB ist biologisch kaum abbaubar.
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  • Kommentar von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
    So lange in Impfungen Formaldehyd (nachweislich krebserregend) und Aluminium vorkommen, wahrscheinlich krebserregende Süssstoffe massenweise eingesetzt werden, das Wasser mit Pestiziden belastet wird usw. sind solche Aktionen nur lächerlich. Zudem entsteht der Eindruck, es würde behördlich auf die Gesundheit geschaut, also könne man alles was erhältlich ist, bedenkenlos konsumieren -> Abnahme der Selbstverantwortung, Selbstinformation bis hin zur behördlichen Bevormundung.
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  • Kommentar von Mike Steiner (M. Steiner)
    strengere Schweizer Vorschrift trotz EU-Recht? Also doch! Wo ein Wille, da ein Weg. Ich bin mir sicher, das gilt auch in anderen Bereichen, bis hin zur PFZ. Nur machen muss man es. Andere Länder haben da auch keine Hemmungen.
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