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Schweiz Tiger-Kampfjet soll bis 2025 fliegen

Die SVP geht auf Konfrontationskurs mit ihrem eigenen Bundesrat. In einem neuen Positionspapier zur Armee, welches «10vor10» vorliegt, fordert die Partei ihren Bundesrat Ueli Maurer auf, die Tiger-Flotte länger in Betrieb zu halten als bisher geplant.

Legende: Video Tiger-Kampfflugzeuge sollen länger fliegen abspielen. Laufzeit 3:48 Minuten.
Aus 10vor10 vom 19.06.2014.

Im SVP-Bericht steht: «Die Bereitschaft der Luftwaffe ist bis zur Ablösung des FA-18 weiterhin auch durch die dazu nötige Anzahl Tiger F-5 sicherzustellen». Die Partei geht davon aus, dass der FA-18 im Jahre 2025 ersetzt wird.

Die Ausgangslage habe sich nach dem Gripen-Nein grundsätzlich geändert. Die geplante Ausmusterung der Tiger-Flotte müsse rückgängig gemacht werden. Fraktionspräsident Adrian Amstutz zu «10vor10»: «Der Tiger soll zu Ausbildungszwecken, Luftpolizeiaufgaben und als Zieldarstellung weiterhin für den Luftkampf eingesetzt werden».

Damit widerspricht die SVP ihrem Bundesrat. Ueli Maurer hat immer betont, dass die Tiger-Jets bis Mitte 2016 ausser Dienst gestellt werden. Diese Haltung hat Maurer vor zwei Wochen auch noch im Ständerat bekräftigt.

VBS hantiert mit umstrittenen Zahlen

Support erhält die SVP auch von anderer Seite: CVP-Ständerat Isidor Baumann verlangt in einem Vorstoss, dass die geplante Ausserdienststellung des Tigers noch einmal überprüft werde. Sein Vorstoss wird von mehr als der Hälfte aller Ständeräte unterstützt. «Die 24-Stunden-Luftraumüberwachung ist ein zentrales Thema», sagte Baumann weiter. Es gebe viele Stimmen, welche den Tiger als ideale Lösung ansehen. Damit könne man auch den FA-18 schonen und das Zeitfenster bis zu einer nächsten möglichen Beschaffung in 10 Jahren optimal überbrücken.

Die Tiger-Flotte ist heute 30-jährig. Bei schlechtem Wetter und bei Nacht kann der Kampfjet nicht mehr eingesetzt werden. Eine Modernisierung der Tiger-Flotte würde gemäss VBS eine Milliarde Franken kosten. Diese Zahlen sind allerdings umstritten. Brasilien hat seine Tiger-Flotte für viel weniger Geld aufgerüstet.

Und die SVP ist überzeugt, dass die Armee für den Weiterbetrieb der Tiger-Flotte gar kein Geld investieren müsse. Dieser Meinung ist auch der Luftfahrt-Experte Hansjörg Bürgi: «Wenn man die Tiger im gleichen Rahmen einsetzen will wie bisher, muss man nicht viel investieren.» Es genüge die normale Werterhaltung zu machen, wie es bisher auch gemacht werfde.

Nächste Woche wird sich die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrates mit der Ausserdienststellung der Tiger-Flotte beschäftigen. Bundesrat Ueli Maurer wollte zu den Forderungen seiner Partei keine Stellung nehmen.

18 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Bauert, Bern
    Wieso nicht während den Bürozeiten schweizer Flieger am schweizer Himmel und wenn es mal brenzlig wird während der Mittagspause, können in Vicenza echte FA-18 aufsteigen und eingreifen. Die Amis fliegen zudem bewaffnet ... (nein, nein - keine Italo-Flieger, die z.B. beim Angriff gegen den Irak KEINE FA-18 in die Luft brachten wegen technischen Pannen! Supersympathisch sind die mir! ;-) Das Ganze auch während dem WEG, dazu noch bisschen israelischer «Iron-Dome» - billiger, sauberer und lärmfrei.
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  • Kommentar von Alex Bauert, Bern
    Zum tot lachen diese Story! Brasilien hat nicht nur Tigers aufgewertet, sondern vor allem von Frankreich Raffaels gekauft, die in Brasilien montiert werden und alles Know how wird übergeben. Dazu hat Brasilien Gripen gekauft. In 5 Jahren wird Brasilien Tigers billig aufrüsten oder Raffa-pens liefern mit der geballten Mord-Technologie beider Flieger - zu Carefour- & Ikeapreisen ;-) . Stand alles in den Zeitungen. Nur lesen müssten die PolitikerInnen etwas mehr ... XXX-LeserInnen wissen mehr ;-)
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  • Kommentar von rené studer, zürich, thailand
    Ernüchternde Darstellung wenn die Wirtschaft Lobbyisten nicht mitreden. Als wäre es je um Flugzeuge oder Sicherheit gegangen. Die Wirtschaftsbosse wollten sich über 2.5 Mia. Steuergelder rüberwachsen lassen. In der Politik werden keine Konzepte, was ist gut und was nützt ALLEN, gemacht. Was ist zu holen und wie verteilen wir es, das ist Programm. Weltweit was Macht und Wirtschaft betrifft geht dieses Spiel und das ist auch in der schönen Schweiz nicht anders. POLITIKER VERTRETEN NICHT DAS VOLK.
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