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Umgang mit Menschen Herdenschutzhunde müssen in die Lehre

Legende: Audio Bessere Ausbildung für Herdenschutzhunde abspielen. Laufzeit 1:52 Minuten.
1:52 min, aus HeuteMorgen vom 07.03.2018.
Legende: Video Welpen werden zu Herdenschutzhunden abspielen. Laufzeit 2:22 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 07.03.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Herdenschutzhunde schützen Schafherden vor dem Wolf.
  • Doch die grossen weissen Hunde sind für Wanderer und Biker oft ein Ärgernis, weil sie aggressiv reagieren können.
  • Der Bund hat deshalb Massnahmen ergriffen: Er setzt auf eine bessere Ausbildung der Tiere.

Die Schafherde zu verteidigen soll das oberste Ziel eines Herdenschutzhundes sein. Bis vor vier, fünf Jahren war es deshalb üblich, dass Herdenschutzhunde schon früh als Welpen von ihrer Mutter getrennt wurden und inmitten von Schafen aufwuchsen – mit möglichst wenig Kontakt zu Menschen.

In der Folge waren solche Hunde später unsicher gegenüber Menschen und konnten in gewissen Situation aggressiv auf Wanderer oder Biker reagieren. Deshalb haben Fachleute und die zuständigen Behördenvertreter beschlossen, Herdenschutzhunde anders aufzuziehen. Konkret: Sie von Anfang an nicht nur auf Schafe zu sozialisieren, sondern auch an Menschen zu gewöhnen.

Wir haben noch nicht alle Probleme überwunden, aber wir sind auf gutem Weg.
Autor: Martin BaumannStellvertretender Sektionschef im Bundesamt für Umwelt.

Die erste Bilanz falle positiv aus, sagt Martin Baumann, stellvertretender Sektionschef im Bundesamt für Umwelt. «Wir haben noch nicht alle Probleme überwunden, aber wir sind auf gutem Weg», sagt er. «Wir haben stabilere, selbstsicherere und weniger gefährliche Hunde – und das schliesslich war das Oberziel des Bundes.» Ziel ist es, dass in absehbarer Zeit nur noch Herdenschutzhunde im Einsatz sind, die nach der neuen Methode ausgebildet wurden.

Wir fördern Hunde bei einem Landwirt nur, wenn der Kanton einverstanden ist.

Der Bund unterstützt die Halter von Herdenschutzhunden fachlich wie finanziell. Allerdings müssen die betroffenen Landwirte die Vorgaben des Bundes einhalten. Die Richtlinien dafür sollen jetzt noch erweitert werden. «Wir fördern Hunde bei einem Landwirt nur, wenn der Kanton einverstanden ist», sagt Baumann.

Das bedeutet konkret: Wenn ein Kanton zum Beispiel Bedenken anmeldet, weil in einem bestimmten Gebiet sehr viele Touristen unterwegs sind, wird der Bund in diesem Gebiet die Haltung von Herdenschutzhunden nicht mehr unterstützen.

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21 Kommentare

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  • Kommentar von Pia Müller (PiMu)
    Wie schon gesagt wurde, die Wanderer und Biker müssen erzogen werden !! Meine Frage: mit dem neuen System die Herdeschutzhunde menschlicher zu machen (wäre ab Anfang wichtig gewesen, denn der Hund ist ein Menschenfreund) - was passiert mit den Hunden bis anhin, die NIE menschenbezogen gehalten wurden?? Vermutlich werden sie einfach "eingeschläfert" !
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  • Kommentar von Brigitte Kempf (???)
    Jede Menschenmutter schützt ihre Kinder. Vor anderen Menschen und allen Tieren. Genau das tut auch der Schutzhund.
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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Viele Bauern halten in Wandergebieten bissige Hunde freilaufend statt nur in Zwingern oder an der Kette und nehmen damit Koerperverletzungen an Passanten in Kauf. Verletzte Wanderer sollten konseqent Strafanzeige erstatten und die Einziehung des Tatwerkzeuges verlangen. Dass Herdenwachhunde fuer Menschen ungefaehrlich sein muessen, muesste selbstverstaendlich sein....
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