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Umweltschutz oder Tourismus? Bundesrat muss Gebirgslandeplätze nochmals prüfen

Legende: Audio Gebirgslandeplätze: Schlacht gewonnen, Krieg verloren? abspielen. Laufzeit 1:39 Minuten.
1:39 min, aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 08.02.2018.
  • Seit Jahren herrscht in der Schweiz ein Streit um die Gebirgslandeplätze.
  • Viele Berggemeinden profitieren davon, etwa im Tourismus für Heliskiing zum Beispiel. Umweltschützer sind für Einschränkungen.
  • 2014 fand dieser Streit ein vorläufiges Ende, als der Bundesrat die Zahl der Heli-Plätze auf insgesamt 40 beschränkte.
  • Doch nun muss er wegen eines Urteils des Bundesverwaltungsgerichts erneut über die Bücher.

Die Richter in St. Gallen stützen mit ihrem Urteil die Berner Oberländer Gemeinden Grindelwald, Innertkirchen und Saanen. Diese hatten sich gegen den Entscheid des Bundesrats von 2014 gewehrt, zwei solche Heli-Landeplätze aufzuheben. Sie seien weiterhin wichtig für Rettung und Schulung und sie hätten touristische Bedeutung, klagten die Gemeinden.

Gericht als Anwalt des Umweltschutzes

Allerdings sieht sich das Bundesverwaltungsgericht in diesem Fall nicht als Anwalt dieser Gemeinden, sondern des Umweltschutzes. Denn der Bundesrat hatte die beiden Landeplätze kurzerhand gestrichen, ohne zuerst ein Gutachten bei der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission einzuholen.

Das habe nämlich zur Folge, dass die übrigen 40 Landeplätze einfach bestehen blieben – ohne vertiefte Analyse. Eine solche sei aber nötig, weil die Hälfte der Gebirgslandeplätze in Schutzgebieten liege. Nun muss der Bundesrat alle 40 Landeplätze nochmals prüfen. Der Streit dürfte also weitergehen.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Luxusfluege wie Heliskiing sollten generell verboten werden. Rettungsfluege - und Versorgungsfluege in mit anderen zumutbaren Transportmitteln nicht erreichbare Plaetze - jedoch generell erlaubt....
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  • Kommentar von F. Niggli (fini)
    Schon mal die Gämsen, Schneehühner und Schneehasen gefragt, ob sie sich von Heliskiing gestört fühlen?
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  • Kommentar von Urs Heim (Ursus)
    Umweltschutz hin oder her, es sind bestehende Landeplätze. Wenn sie für den Tourismus oder der lokalen Bevölkerung von Nutzen waren und natürlich auch sind, sollten diese Plätze nicht gestrichen werden. Man streicht ja schließlich auch nicht aus Sicherheits- und Lärmgründen die Rega-Landeerlaubnisse der Spitäler, weil sie mitten in stark besiedeltem Stadtgebiet liegen. Die Verantwortlichen sollten mit Augenmaß für die lokalen Bedürfnisse entscheiden, sonst wären das Feudalherren-Entscheide.
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