Ungewohnte Post: 5 Millionen Einwohner erhalten Jodtabletten

Knapp fünf Millionen Personen erhalten in den nächsten Wochen eine persönliche Packung Jodtabletten und Informationsmaterial zum Verhalten bei einer AKW-Katastrophe. Wer das bezahlt, ist unklar. AKW-Betreiber und der Bund streiten sich um die Kostenfrage.

Erstmals erhält die Bevölkerung auch im Umkreis von 20 bis 50 Kilometern rund um die fünf Atomkraftwerke eine Tablettenpackung mit je zwölf Jodtabletten. Die Verteilaktion läuft am 27. Oktober an, wie die Geschäftsstelle Kaliumiodid-Versorgung in einer Medienmitteilung schreibt.

Die Jodtabletten dienen der Vorsorge und dürfen im Ereignisfall nur auf Anordnung der Behörden eingenommen werden, wie es in der Medienmitteilung weiter heisst. Bei einem schweren AKW-Zwischenfall kann radioaktives Jod in die Umgebung austreten. Jodtabletten verhindern die Aufnahme von radioaktivem Jod in die Schilddrüse.

Streit um Kosten und Radius noch offen

Für die Kosten von 30 Millionen Franken müssen laut Bund die AKW-Betreiber aufkommen. Die AKW-Betreiber sind jedoch anderer Ansicht. Die AKW-Organisation Swissnuclear stellt sich auf den Standpunkt, dass der Verordnung teilweise die Rechtsgrundlage fehle.