Urner Oberstaatsanwalt interessiert sich nicht für Mordkomplott

Der Auftragsschütze im Fall des Erstfelder Cabaret-Betreibers hat erklärt, zusammen mit Walkers Ex-Frau einen vorgetäuschten Mordkomplott durchgeführt zu haben. Doch davon will der Urner Oberstaatsanwalt nichts wissen.

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Interview mit Sindelic

24 min, vom 18.8.2015

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Justizopfer im Kanton Uri?

17 min, aus Rundschau vom 1.10.2014

Im Juni macht der Schütze Sindelic in der «Rundschau» die entlastenden Aussagen. Damit gerät die Anklageschrift der Oberstaatsanwaltschaft gegen Walker vor dem Prozess im Herbst ins Wanken.

Doch der Urner Oberstaatsanwalt Imholz will Sindelic nicht vor dem Obergericht befragen, wie aus einer Stellungnahme zu einem hängigen Beweisantrag hervorgeht.

Vielmehr setzt Oberstaatsanwalt Imholz alles daran, dass Sindelics brisante Aussagen nicht ins Verfahren Walker einfliessen. Dies legt ein E-Mail an die Justizdirektorin nahe.

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Die seltsamen Ermittlungsmethoden der Urner Polizei

7:03 min, aus Rundschau vom 12.11.2014

Aus diesem E-Mail werden die Beweggründe für die Einsetzung eines ausserordentlichen Staatsanwaltes ersichtlich. Die Urner Staatsanwaltschaft könne so «aus dem medialen Schussfeld geraten.»

Weiter wird klar, dass Imholz keine entlastenden Kenntnisse zu Gunsten von Walker erfahren will.

So habe man «kein Wissen, was im anderen Fall passiert und kann/muss nicht mit diesem Halbwissen den Fall Walker führen.»

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Fall Walker

    Aus Rundschau vom 24.6.2015

    Die Rundschau-Recherche zum Mordanschlag im „Fall Walker“ bringt die Urner Untersuchungsbehörden immer stärker in Erklärungsnot. Jetzt ermittelt auf Anordnung der Urner Regierung ein Luzerner Staatsanwalt wegen falscher Anschuldigung und Irreführung der Justiz. Im Visier stehen die Ex-Frau des inhaftierten Cabaret-Betreibers und Personen aus ihrem Umfeld.

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  • Fall Walker

    Aus Rundschau vom 7.1.2015

    Der Erstfelder Bar-Besitzer Ignaz Walker sitzt im Gefängnis. Unschuldig, wie er sagt. Vier von 15 Jahren hat er bereits abgesessen. Er ist verurteilt, einen Auftragskiller auf seine Frau angesetzt zu haben. Sie hat das Attentat leicht verletzt überlebt. Vor Weihnachten hat das Bundesgericht das Urteil gegen Walker aufgehoben und den Fall an das Urner Obergericht zurückgewiesen. Jetzt meldet sich aus seiner Zelle auf dem Thorberg der verurteilte Auftragsschütze: Der Auftrag für die Tat stamme nicht von Ignaz Walker.

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