Veränderte Essgewohnheiten schmälern Einkommen der Bauern

Fertig-Pizza, Beutel-Rösti und Salat aus der Tüte – die Ernährungsgewohnheiten der Schweizer haben sich stark verändert. Das spüren die Bauern in ihrem Portemonnaie.

Tiefkühltruhe in einem Einkaufszentrum.

Bildlegende: Immer öfter greifen Schweizerinnen und Schweizer beim Einkauf in das Tiefkühlregal. Keystone

Küchenfertige Produkte führen zu einer Einkommenseinbusse bei Schweizer Landwirten, da die Wertschöpfung sinkt. Dies zeigt ein Bericht des Schweizerischen Bauernverbandes (SBV). Die Konsumenten sind laut SBV-Direktor Jacques Bourgeois bereit, für Schweizer Produkte «einen begrenzten Zuschlag» zu bezahlen. Denn sie könnten nachvollziehen, dass die Produktion in der Schweiz teurer sei als im Ausland.

Bioprodukte, Nahrungsmittel aus der Region und strengere Regeln in den Bereichen Umwelt und Tierwohl stehen weiterhin hoch im Kurs. Dennoch verlangen die Kunden günstige Produktepreise. Hier sieht SBV-Direktor Bourgeois einen Widerspruch.

Abhängigkeit vom Ausland gestiegen

Eine weitere Entwicklung bereitet den Bauern Sorgen: Die Schweiz importiert immer mehr Nahrungsmittel. «Im weltweiten Vergleich ist die Schweiz Nummer eins, was den Nahrungsmittelimport pro Einwohner betrifft», sagte SBV-Präsident Markus Ritter.

Der Selbstversorgungsgrad betrage in der Schweiz noch rund 52 Prozent. Insbesondere die Futtermittelimporte hätten in den letzten Jahren stark zugenommen.