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Kritik an Kesb Verzweifelte Eltern erhalten neue Anlaufstelle

Um eine Eskalation zwischen Eltern und der Kesb zu verhindern, wird die neue Anlaufstelle Kescha ins Leben gerufen.

Legende: Video Neue Anlaufstelle vermittelt bei Konflikten mit der Kesb abspielen. Laufzeit 01:54 Minuten.
Aus Tagesschau vom 24.01.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Sechs soziale Institutionen haben in Zürich die neue Anlaufstelle Kindes- und Erwachsenenschutz (Kescha) ins Leben gerufen.
  • Bürger, die sich mit staatlich verordneten Kindesschutzmassnahmen schwer tun und mit den Behörden in Konflikt geraten, können sich in Zukunft an diese private Einrichtung wenden.
  • Die Anlaufstelle Kescha ist als Verein organisiert. Das Angebot richtet sich an alle Sprachregionen der Schweiz.
  • Anfragen bei der Anlaufstelle werden durch das Familieninstitut der Universität Freiburg systematisch ausgewertet.

Die vor vier Jahren geschaffene Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) gerät immer wieder in der Kritik. In Teilen der Bevölkerung bestehe nach wie vor ein Misstrauen gegenüber der Behörde, heisst es in einer Mitteilung der Kescha. Dieses Misstrauen erschwere die Zusammenarbeit mit der Kesb, die einen gesetzlichen Schutzauftrag habe.

Sechs Organisationen, die im Kindes- und Erwachsenenschutz aktiv sind, haben deshalb eine Anlaufstelle geschaffen, die Betroffenen in Konfliktfällen Hilfe leisten soll. Ziel sei es, Eskalationen zu verhindern und die Kommunikation mit den Behörden wieder herzustellen.

Bund begrüsst Massnahme

Das Bundesamt für Justiz begrüsse die Schaffung der neuen Anlaufstelle, weil sie einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung von Konflikten leisten könne. Vor allem verzweifelte Eltern, die mit einer Massnahme konfrontiert seien, wünschten sich demnach eine neutrale Beratung. Die nicht staatliche, mit Fachpersonen besetzte Anlaufstelle biete das und leiste so einen wirksamen Beitrag zum Kindesschutz.

Die Anfragen bei der Anlaufstelle werden durch das Familieninstitut der Universität Freiburg systematisch ausgewertet. Die Erkenntnisse sollen in die Arbeit der zuständigen Behörden einfliessen.

Austausch mit Fachorganisationen

Laut der Generalsekretärin der Konferenz für Kindes- und Erwachsenenschutz (Kokes), Diana Weber, ist derweil zwei Mal jährlich ein Austausch mit der Kokes geplant. Dabei will man – unabhängig vom konkreten Einzelfall – mögliche Verbesserungen in den Abläufen diskutieren. Bei Bedarf würden die Erkenntnisse auch den zuständigen Aufsichtsinstanzen oder Fachorganisationen weitergeleitet, heisst es in der Mitteilung weiter.

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17 Kommentare

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  • Kommentar von U.E. Romer (romeru)
    Wenn in allen Familien ein problemloses und gewaltfreies Leben vorhanden wäre, könnte man auf solche Institutionen wie KESBS etc. verzichten. Die Wirklichkeit sieht aber anders aus. Leider braucht es Stellen, die Kinder und Frauen schützen müssen. Die KESBS greift erst ein, wenn der "Karren schon verfahren" ist. Die Schuld nur dieser Behörde zuzuschieben ist deshalb ungerechtfertigt. Im Streitfall sieht sich halt jeder als Opfer.
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  • Kommentar von Res Oppliger (Camembaer)
    Ein von NGO initiierter Übersetzungsdienst, der den BürgerInnen, die von sog. "Profi"-Behörden gefällten Entscheide erläutern und nächste Schritte aufzeigen soll. Nicht mehr als ein gut gemeinter (hoffentlich!) Schritt, um den kompromittierten Ruf vieler der gesamtschweizerisch ~150 Kesb in ein besseres Licht zu rücken. Schade, dass es sowas braucht, aber ein Hinweis darauf, dass die Kesb-Industrie offenbar keine Nabelschau betreiben will, um ihr angeschlagenes Image selber aufzupolieren.
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  • Kommentar von D. Schmidel (D. Schmidel)
    Das Problem ist, dass die Bevölkerung diese KESB will. Es liegt also wieder mal an uns selbst. Ich war damals strikte dagegen. Warum die Meisten aus meinem Umfeld dafür waren, ist mir ein Rätsel.
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