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Schweiz Vollgeld-Initiative steht

Einzig die Nationalbank soll elektronisches Geld schaffen können. Dies fordert der Verein Monetäre Modernisierung. Zu entscheiden hat nun das Volk. Die Träger des volkswirtschaftlichen Begehrens haben genügend Unterschriften für eine Volksabstimmung gesammelt.

Die so genannte Vollgeld-Initiative ist formell zustande gekommen. Von insgesamt 111'763 eingereichten Unterschriften sind deren 110'955 gültig, wie die Bundeskanzlei mitteilte.

Hinter der Volksinitiative «Für krisensicheres Geld: Geldschöpfung allein durch die Nationalbank!» – kurz: Vollgeld-Initiative – steht der Verein Monetäre Modernisierung. Er fordert, dass allein die Nationalbank neben Münzen und Notengeld auch elektronisches Geld schaffen darf.

Fiktives Geld kann für Spekulationen genutzt werden

Im heutigen System schaffen Banken dauernd neues, eigenes fiktives Geld, so genanntes Buchgeld, indem sie Kredite vergeben. Und sie können das praktisch beliebig tun. Buchgeld existiert nur elektronisch, erweitert aber die umlaufende Geldmenge. Sobald ein Kredit zurückgezahlt ist, ist das Geld wieder verschwunden.

Buchgeld kann aber auch für Spekulation eingesetzt werden. Rund vier Fünftel des von Banken geschaffenen Geldes fliesse in die Finanzmärkte und nur ein Fünftel in die Realwirtschaft, schrieb das Initiativkomitee. Mit einer Vollgeldreform könnten Banken nicht mehr «übermässig Geld herstellen», und das verhindere Finanzblasen.

15 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Starnberger (Walter Starnberger)
    Sobald ein Kredit zurückgezahlt ist, ist das Geld wieder verschwunden. Schön. Und was, wenn das Geld nicht zurückgezahlt wird ? Soll ja vorkommen. Zum Beispiel bei Firmenpleiten. Oder bei den Staatsschulden, da werden Kredite ja auch nicht mehr zurückgezahlt. Ich nehme mal an, in diesen Fällen bleibt das Geld als neoliberales Geschenk an das Volk im Umlauf. Wir sollten das bisherige System also beibehalten.
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  • Kommentar von Thomas Leu (tleu)
    Diese Initiative ist ein wirtschaftspolitischer Kamikaze und unnötige Geldverschwendung von Bar- und / oder Buchgeld. Kein Zufall, dass sich ausgerechnet Schweizer so einen Käse ausdenken können, verwöhnt und übersättigt vom Wohlstand den uns unsere kluge Wirtschaftsverfassung gebracht hat. Ich nehmen an, dass das Volk nicht blöd ist und eine haushohe Abstimmungsniederlage für die Initiative resultieren wird.
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  • Kommentar von Charles Halbeisen (ch)
    Eine anspruchsvolle Abstimmung. Jeder verwendet Geld, doch die wenigsten wissen was es ist. Vielleicht einmal Goethes Faust II lesen, wo Mephistopheles das Papiergeld erfindet: "Zu wissen sei es jedem, der's begehrt: Der Zettel hier ist tausend Kronen wert"
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    1. Antwort von Noemi Zeller (Ökonomin)
      Ja. Aber die Aufklärung rollt, immer mehr normale Bürger merken, dass hier einiges im Argen liegt. Sie informieren sich, staunen, ärgern oder empören sich, und manche sind bereit, hier aktiv für eine Systemverbesserung einzutreten, weil wir alle auf ein stabiles Geldsystem angewiesen sind. Wenn man die Entwicklung der Diskussionen in den Foren verfolgt, merkt man, dass hier viel in Bewegung ist.
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