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Von arm bis reich So viel verdienen Bauern

Für viele ist Landwirtschaft keine einträgliche Arbeit. Manche verdienen aber gut damit.

Legende: Audio Nationalrätliche Finanzspritze für die Bauern abspielen. Laufzeit 05:53 Minuten.
05:53 min, aus Echo der Zeit vom 30.11.2017.

Ein Bauer ist nicht einfach ein Bauer. Wer einen Hof mit ein paar Kühen, etwas Gemüse, mit Hühnern und Kaninchen im Berggebiet bewirtschaftet, hat wenig gemein mit einem grossen Getreidebauern in der Ajoie, oder einem Gemüseproduzenten im Seeland.

Nicht verwunderlich sind auch die Einkommen in der Landwirtschaft sehr unterschiedlich. Ganz grob könne man von drei Einkommensgruppen sprechen, sagt Markus Lips, Leiter der Forschungsgruppe Betriebswirtschaft bei Agroscope:

Das unterste Drittel verdient etwa 1000 Franken pro Monat, das mittlere ist bei etwa 4000 und das oberste weist deutlich höhere Einkommen aus.
Autor: Markus LipsAgroscope

Kleine und Grosse

Mehrere zehntausend Bauern verdienen mit ihrem Betrieb also nicht einmal das Existenzminimum. Lips beschreibt: «Diese Betriebe sind relativ klein. Sie bewirtschaften vor allem Grünland, produzieren also Milch oder halten Mutterkühe. Vielfach sind es Nebenerwerbsbetriebe, die etwa die Hälfte ihres Einkommens neben der Landwirtschaft verdienen.»

Vollzeitbauern dagegen sind auf ein höheres Einkommen angewiesen. Die Höfe im oberen Einkommensdrittel sind in der Regel überdurchschnittlich gross und vor allem konzentrieren sie sich auf hochwertige und eher teure Produkte. «Diese Betriebe sind entweder in der Mast von Schweinen oder Geflügel tätig oder sie sind auf Pflanzenbau spezialisiert.» Dazu gehöre etwa Ackerbau, Gemüse, Obst oder Reben. Damit lasse sich ein Monatseinkommen von um die 8000 Franken pro Arbeitskraft erzielen.

Tiefe Einkommen sind kein Grund für Hofaufgabe

Die Höfe in der mittleren Einkommensgruppe seien oft eine Mischung aus dem unteren und oberen Drittel, sagt Markus Lips. Milchbetriebe im Flachland etwa, oder grössere Höfe im Hügel- oder Berggebiet.

Das tiefe Einkommen spiele dagegen nur eine sekundäre Rolle: «Es bedeutet nicht, dass die nicht-rentablen Betriebe aussteigen. Sie können durchaus in der Produktion verbleiben und das Einkommen aus anderen Quellen erwirtschaften. Das mündet in einer höheren Arbeitsbelastung.

Hühner
Legende: Ist häufig rentabel: Geflügelzucht. Keystone

Spezialitäten sind gefragt

Ein anständiges Einkommen aus der landwirtschaftlichen Produktion sei aber anzustreben und in Grenzen auch möglich, betont Markus Lips. Die Grösse des Betriebs spiele dabei zweifellos eine Rolle. Noch viel wichtiger, sei aber die Qualität der Produkte. Gefragt seien Spezialitäten, nicht Massenware. «Wir beobachten das beispielsweise bei der Milchverwertung. Die gewerblichen Käsereien zahlen durchschnittlich deutliche bessere Preise als die Molkereien.»

Diese Differenzierung biete durchaus eine Chance, die die ganze Branche wahrnehmen könne. Mit ihren gut ausgebildeten Bauern und Bäuerinnen habe die Schweizer Landwirtschaft da durchaus eine Chance.

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31 Kommentare

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  • Kommentar von Mirco Schmid (Mirco Schmid)
    Ein Banker ist nicht einfach ein Banker, ein Maler nicht gleich ein Maler usw. Einige sind erfolgreicher als andere und verdienen mehr. Das ist normal. Unternehmen die nicht profitabel sind, gehen unter. Einst hatten wir eine Textilindustrie usw., aber wir liessen sie untergehen. Trotzdem herrscht Wohlstand, Sicherheit usw. Es gibt keinen Grund, die Landwirtschaft nicht auch schrumpf und gegebenenfalls untergehen zu lassen.
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    1. Antwort von Helmut Meier (Helmi)
      @Schmid: ist ein ganz schlechtes Beispiel. Banken wurden eben gerettet, ohne Landwirtschaft gibt es keine Sicherheit mehr in der Schweiz. Auch die beste Arme und Polizei kann uns nicht ernähren, wenn die Grenzen gesperrt werden. Aber Sie wollen sicher mit urban farming, dass leisten was unsere Landwirtschaft macht :-)
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    2. Antwort von Mirco Schmid (Mirco Schmid)
      @Meier. Es ist ein perfektes Beispiel, denn die Landwirtschaft ist erwiesenermassen unfähig, dieses Land zu versorgen - selbst unter optimalen Bedingungen. Regnet es etwas mehr, scheint die Sonne etwas mehr, ist es kühler als Gedacht, fallen die Ernten aus und man rennt möglichst zum Staat. Dazu kommt die Frage ob wir ausreichend Düngen und diesen in entsprechender Qualität in einer Krise beschaffen können. Vernetzung/Handel schützt in der Krise, keine geschützte Landwirtschaft.
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    3. Antwort von Mirco Schmid (Mirco Schmid)
      @Meier. Noch eine Ergänzung, die nicht ganz nebensächlich ist. An der Bankenrettung hat die Schweiz verdient.
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    4. Antwort von Werner Christmann (chrischi1)
      Dass sich einer aus Felben-Wellhausen solch einen Kommentar leistet. Aber wahrscheinlich kennen sie ihre nächste Umgebung gar nicht.
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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Viele Bauern haben ein niedriges Einkommen und sind abhängig von Direktzahlungen. Viel besser wäre es, wenn die Bauern einen fairen Milchpreis bekämen. Der freie Markt greift hier nicht, weil viele grosse Player, wie Emmi oder die Grossverteiler viel zu viel Macht haben. Bezüglich Einkommen soll auch angerechnet werden, dass Bauern viel grössere Wohnungen und Gärten haben als viele Arbeiter in der Stadt - und damit wesentlich bessere Lebensbedingungen.
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Glaube aber, dass alle, welche in der Stadt leben wollen, es freiwillig tun. Niemand wird dazu gezwungen. Und schaut man die Städte an & wieviele Neubauten dort entstehen, scheint ja das Wohnen in Städten sehr beliebt zu sein. Persönlich habe noch keine Städter über schlechtere Lebensbedingungen jammern hören.
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    2. Antwort von Mirco Schmid (Mirco Schmid)
      Der Markt greift sehr wohl, nur nicht im Interesse der Bauern. Den Bauern steht es frei, ob sie ihre Milch verkaufen wollen oder nicht. Ist die Milch mehr wert, finden sie bessere Käufer. Ihnen steht es frei, obwohl sie Milch produzieren wollen. Gewiss nicht leicht, Landwirtschaft ist eine Branche wie jede andere und ein Landwirt ein Unternehmer wie jeder andere.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Es war längst überfällig, dass wieder einmal auf das Einkommen einer ganzen Bauernfamilie Zahlen vorgelegt wurden! Es sind vorallem die gut bezahlten "Gutmenschen" in der Sozial-Industrie, die ständig gegen die Bauern Hassorgien in die Medien-Foren döggelen! Ich erinnere mich noch gut an meine Schwiegereltern: Täglich (auch am Sonntag!) bis 14 Stunden arbeiten, gehörte viele Jahre lang zur Selbstverständlichkeit. Der "Verdienst" musste für die ganze Familie reichen! Kinderhorte gab es nicht!
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