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Wachsende Internetkriminalität Leben mit einem Restrisiko bei Hackerangriffen

Bei Computern und Smartphones klaffen Sicherheitslücken. Eine Lösung gibt es nicht, Panik ist trotzdem fehl am Platz.

Legende: Audio Leben mit einem Restrisiko bei Hackerangriffen abspielen. Laufzeit 04:15 Minuten.
04:15 min, aus Espresso vom 26.01.2018.

Dorian Amiet arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Mikroelektronik an der Hochschule Rapperswil und entwirft selber Chips.

So hat der Profi reagiert, als er Anfang Jahr von den Sicherheitslücken «Meltdown» und «Spectre» in den Prozessoren erfahren hat: «Ich habe das gemacht, was ich sonst auch immer mache.» Das heisst: Nicht einfach unüberlegt auf jeden Link klicken und darauf achten, dass immer die neuste Version des Betriebssystems und der Programme installiert ist. In Hinsicht auf die Sicherheitslücke «Spectre» sei wichtig, dass man neben dem aktuellen Betriebssystem die neuste Browser-Version benutze. Das senke das Risiko eines Angriffes drastisch.

«Mit blauem Auge davon gekommen»

Wie gross die Gefahr ist, die durch die aufgedeckte Schwachstelle droht, kann Dorian Amiet noch nicht abschliessend einschätzen. Er glaubt jedoch, dass sich das Risiko in Grenzen hält: Ein Angreifer könne zwar Information auslesen aber nichts verändern. Und in dem grossen Wust an ausgelesenen Daten die entscheidende Information wie etwa ein Passwort zu finden, sei auch nicht ganz einfach.

Für den Moment gibt der Informatiker Entwarnung: «Die Industrie ist diesmal mit einem blauen Auge davongekommen».

Die Attacken werden zunehmen

Doch das könnte sich schon bald ändern. Bis jetzt haben sich Sicherheitsspezialisten bei Ihrer Suche nach Schwachstellen vor allem auf die Software konzentriert. Die neuen Schwächen in den Prozessoren haben nun aller Welt deutlich gemacht, dass auch in der Hardware gravierende Lücken klaffen. Dorian Amiet glaubt deshalb, dass schon bald neues Ungemach droht: «Wir werden sicher noch schlimmere Attacken sehen, wahrscheinlich noch in diesem Jahr».

Konsumenten bleibt nicht viel mehr, als die üblichen Tipps zu befolgen. Ansonsten müssen wir mit dem Restrisiko leben – wie im Strassenverkehr auch: Befolgt man die Verkehrsregeln, hat man schon viel für die Sicherheit getan. Doch ganz ausschliessen lässt sich ein Unfall nie. Trotzdem verzichten wir nicht auf das Auto – zu gross sind die Vorteile und manchmal auch die Sachzwänge. Genau gleich verhält es sich mit der digitalen Technologie.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Privat(isiert)e Infrastrukturbetriebe, die nur lausig und ohne Ruecksicht auf die Beduerfnisse der Konsumenten beaufsichtigt werden sind nicht nur im Fernmeldebereich das Ende des Fernmeldegeheimnisses. Schon die altfeudalen Fuerstenposten waren unsicher und unzuverlaessig. Die PTT garantierte maximale Sicherheit und Zuverlaessigkeit des Brief- und Fernmeldeverkehrs. Obwohl die technischen Moeglichkeiten noch beschraenkt waren, war der juristische Schutz gegen amtliche oder gar private Schnueffl
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