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Schweiz Warum Krippen in der Schweiz teurer sind – und was zu tun ist

Ein Krippenplatz kostet im Betrieb ähnlich viel wie bei unseren Nachbarn. Der Unterschied: Schweizer Eltern müssen deutlich mehr bezahlen. Der Bundesrat will nun dafür sorgen, dass sich Familie und Erwerbstätigkeit besser vereinen lassen – und sich Arbeit wieder lohnt.

Eine Kinderkrippe in Zürich, ein Kind holt sich ein Teller Teigwaren.
Legende: Externe Kinderbetreuung: in der Schweiz eine teure Angelegenheit. Keystone

Der Bundesrat hat nachrechnen lassen, und überraschend ist das Verdikt nur auf den ersten Blick: Die kaufkraftbereinigten Kosten für einen Krippenplatz in den Kantonen Zürich und Waadt liegen im Rahmen der Vergleichsregionen in Österreich, Deutschland und Frankreich.

Der kleine, aber für die hiesigen Familien gravierende Unterschied: Schweizer Eltern müssen trotzdem tiefer in die Tasche greifen, um sich die Kinderbetreuung leisten zu können. Der Unterschied ist denn auch happig: Rund doppelt bis dreimal so viel zahlen Schweizer Eltern für einen Krippenplatz wie ihre Nachbarn.

Mehr Subventionen im Ausland

Ein Grund für die Diskrepanz: «In den anderen Ländern beteiligt sich die öffentliche Hand stärker an den Krippenkosten als in der Schweiz», führt Cornelia Louis vom Bundesamt für Sozialversicherungen aus. So kommt etwa ein Zürcher Elternpaar im Durchschnitt für rund zwei Drittel der Krippenkosten selber auf – während ein Elternpaar in Frankfurt am Main durchschnittlich gerade einmal 14% selber zahlt.

Zudem spritzt die Subventionierungskanne im Ausland breitflächiger: Der Staat unterstütze dort auch Eltern, die viel verdienten, beobachtet die Studie, die der bundesrätlichen Mitteilung zugrunde liegt. Fazit: Der Anteil der Kosten, den die Eltern selbst tragen müssen, ist in der Schweiz sehr viel höher.

Arbeit soll sich wieder lohnen

Um die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit zu verbessern, will der Bundesrat nicht Einsparungen vornehmen – etwa bei den Personalkosten – da dies Qualitätseinbussen nach sich ziehen würde und den bestehenden Personalmangel verschärfe. «Bereits heute ist das Personal in den Krippen nicht sehr gut entlöhnt», sagt auch Louis vom Bundesamt für Sozialversicherungen.

Stattdessen will der Bundesrat die «Rahmenbedingungen» verbessern, die es den Eltern erleichtern, erwerbstätig zu sein. Konkret: Es gelte insbesondere zu verhindern, dass ein erhöhter Verdienst durch Mehrausgaben für die Betreuungskosten aufgebraucht werde.

Dazu will der Bund Kantone, Gemeinden und allenfalls auch Arbeitgeber «befristet» unterstützen, die ihr finanzielles Engagement für die familienergänzende Kinderbetreuung erhöhen. Dafür will der Bundesrat 100 Millionen Franken für acht Jahre zur Verfügung stellen. Das Geld soll nicht in erster Linie zur Schaffung neuer Plätze führen, sondern zu mehr Qualität.

Kritik an Plänen

Das Eidg. Departement des Innern muss bis im September 2015 einen Vernehmlassungs-Entwurf für eine befristete Gesetzesgrundlage erarbeiten.
Allerdings stossen die Pläne des Bundesrates bei zahlreichen Parteien auf Kritik. Während die einen sie als mutlos, zaghaft und als Pflästerlipolitik bezeichnen, gehen sie der SVP zu weit.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von u.felber, luzern
    deswegen geht meine Frau nicht arbeiten, weils nicht Lohnt. Und obendrauf darf man dann auch noch das bisschen übrige Geld versteuern, NEIN DANKE! Genau dieser Mist macht all die Familien kaputt! dann verzichte ich lieber auf ein Zimmer und auf ein Auto, dafür aber keine teure Scheidung ;)
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  • Kommentar von M.Schmid, Bern
    Ich halte Kita-Plätze für gut, und finde, dass unser Staat es angehen sollte, genügend Plätze in einfach erreichbarer Distanz zu Wohngegenden (in Quartieren / Dorfzentren usw.) zu erstellen. Staatlich / Privat mit Subventionen und mit minimalen Gebühren. Das geht ja für Schulen auch! Klar wäre das dann auch ein Entscheid, dass Eltern reduzierte Kosten und Verantwortung für Ihre Kinder zu Lasten des Staates haben sollen, aber ich halte das in dem Fall für sehr sinnvoll.
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  • Kommentar von Paul Müller, St. Gallen
    Kinder grossziehen ist nicht etwas, das so "nebenbei" laufen soll. Es braucht halt nun einmal Zeit und wer sich diese nicht selber nehmen will, soll lieber keine Kinder haben und sich auf die Karriere konzentrieren. Ich bin klar gegen eine staatlich finanzierte Kindererziehung, damit ein paar gierige Leute wiedermal den "Fünfer und s'Weggli" haben können.
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    1. Antwort von Andrea Müller, Zürich
      Es ist nicht unbedingt eine Wahl die man hat - gewisse Berufe werfen nicht genug ab, dass man davon eine Familie ernähren kann und beide Eltern sind quasi-gezwungen zu arbeiten, wenn sie eine Familie haben wollen. Die Wahl ist dann "Familie oder keine Familie" und nicht "Familie oder Karriere".
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