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Ski-WM in St.Moritz Was von der grossen Party übrig bleibt

Die Ski-Welt feiert sich dieser Tage in St. Moritz. Aber bald zieht die Karawane weiter: Jubel, Trubel, Nachhaltigkeit?

Legende: Audio Nachhaltige Ski-WM – gute Ideen, zu wenig Zeit abspielen. Laufzeit 03:33 Minuten.
03:33 min, aus Echo der Zeit vom 07.02.2017.

Sonne, Schnee, Jubel, Niederlagen. Der erste Renntag der Ski-WM in St. Moritz neigt sich dem Ende zu. Ein Tag, der das Engadin ins Licht der Weltöffentlichkeit rückte. Die Grossveranstaltung bringt der Region Aufmerksamkeit, den Hotels und Geschäften vor Ort zusätzliche Einnahmen. Doch die WM soll der Region auch längerfristig etwas bringen. Das versprachen die Organisatoren.

Jürg Stettler, Tourismusprofessor an der Hochschule Luzern hat das Nachhaltigkeitskonzept für die Ski-WM ausgearbeitet. Er sagt, Nachhaltigkeit sei nicht nur Umweltschutz: «Das Hauptziel war und ist: Mit den Weltmeisterschaften soll ein langfristiges Vermächtnis hinterlassen werden, das über die reine Durchführung hinausgeht.»

Zielbereich in St. Moritz
Legende: Die Bauten im Zielbereich soll nach der WM anderweitig genutzt werden. Keystone

Licht ...

22 Projekte waren geplant. Laut Konzept im Bereich Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft. Ein Grossteil davon konnte umgesetzt werden oder sei auf gutem Weg, bilanziert Stettler: «Im Tourismus geht es darum, neue Märkte wie China zu erschliessen. Im Bereich der Infrastruktur sollen Bauten langfristig genutzt werden können, etwa die Gebäude im Zielbereich.»

Ein anderes Beispiel sei ein Tunnel für Skifahrer, der ausgebaut wurde: «Das war ein gravierender Eingriff in die Landschaft», sagt Stettler. Die Pistenerweiterung sei aber sehr sorgfältig realisiert worden: «Sie war geradezu vorbildlich, wenn es um so sensible Eingriffe in die Natur geht.»

... und Schatten

Doch nicht alle Projekte wurden so vorbildlich umgesetzt. Probleme gab es vor allem bei Ideen, die nicht zwingend notwendig waren für die Durchführung der WM, bemängelt der Tourismusexperte.

Gescheitert sei ein Teil der vorgesehenen Projekte, weil Zeit und Geld knapp war. Das Nachhaltigkeitskonzept sei zu spät ausgearbeitet worden. Statt bereits während der Kandidatur erst, als St. Moritz den Zuschlag für die Ski-WM erhalten hatte.

Dann war das Budget aber gemacht und Geldgeber wie das Bundesamt für Sport hatten ihre Beträge bereits festgelegt, sagt Stettler: «Es ist logischerweise schwierig im Nachgang mit Projektideen zu kommen, die zusätzlich finanziert werden müssen. Die Geldgeber sagen dann zu Recht, dass sie ihren Beitrag bereits geleistet haben.»

19 Meter hohe hölzerne Ski-Figur vor einer grossen Bühne in St. Moritz.
Legende: Bauen, feiern, und dann? Die Frage nach der Nachhaltigkeit stellt sich immer wieder bei Grossanlässen. Keystone

(Zu) hoch gesteckte Ziele

So scheiterte zum Beispiel die Idee, eine energieneutrale Weltmeisterschaft durchzuführen. Ursprünglich hätten die Organisatoren Unternehmen finden wollen, welche den Energieverbrauch der Ski-WM kompensieren. Doch als vieles aufgegleist war, fehlten Zeit und Sponsoren. So auch bei diversen anderen Projekten.

Wahrscheinlich hätten sie das Ziel zu hoch gesteckt, gesteht Stettler. 22 Projekte seien halt viel. Auch Monika Bandi, Leiterin der Forschungsstelle Tourismus an der Universität Bern sagt: «Die Projektliste sieht sehr ambitiös aus.»

Das Fazit: Weniger wäre mehr gewesen. Es wurden zwar viele kleinere Projekte umgesetzt, doch grosse Leuchtturmprojekte, von denen die Region noch jahrelang profitieren könnte, fehlen.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Es kommt eine Zeit - wo die Menschen einsehen werden, dass man einen Weltmeister meist nach wenigen Tagen vergessen hat und sie es nicht mehr erstrebenswert finden, Stadien zu füllen um den Pseudohelden den oft irren Lohn in die Taschen zu klatschen. Es sind meist auch Nationale Bestrebungen zu zeigen, dass man viele Weltmeister und Olympiasieger besitzt, deren Wert einzig für Prestige und Kommerz dient. Der Held ist Tod es lebe der Held -reines uraltes fast sinnloses Ritual.
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Nachhaltigkeit? Zuwenig Zeit, zuwenig Sponsoren, zuwenig Geld. Tja, für die Umwelt scheint das liebe Geld zu schade zu sein, nicht aber für "Anderes". Der Tunnelbau war ein gravierender Eingriff in die Landschaft. Die Pistenerweiterung sei sehr sorgfältig gemacht worden und geradezu "vorbildlich", wenn es um so sensible Eingriffe in die Natur geht. Also wenn sowas vorbildlich ist, dann weiss ich auch nicht. Und schon geistern Olympiaträume in einigen Hitzköpfen. Umweltschutz kannste vergessen.
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Nennen Sie uns doch spontan eine Sportart, wo der Umwelt, dem Umweltschutz zu 100% Rechnung getragen wird!
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    2. Antwort von marlene Zelger (Marlene Zelger)
      Wandern auf markierten Wanderrouten, E. Waeden, um das Wild zu schonen. ich bin früher auch leidenschaftlich gerne Ski gefahren. Aber ich bin dagegen, dass man die Waldschneisen verbreitert, die Pisten mit Kunstdünger präpariert und Bäume ihr Leben lassen müssen - nur wegen 2 Wochen (WM), respektive 4 Wochen (Olympiade), und nicht zu vergessen den massiven Energieverbrauch und das umweltbelastende Verkehrsaufkommen.
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    3. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      @M. Z. Wandern auf markierten Wanderrouten ist aber ein Privatvergnügen. Fakt ist, dass bei keiner Sportveranstaltung besonders auf Umweltschutz geachtet wird. Und bezügich Energieverbrauch, verbrauchen Eishallen, welche schon ab Oktober bei 20 Grad ihren Betrieb aufnehmen & Eishockeyspiele statt finden, viel mehr Energien. Und das umweltbelastende Verkehrsaufkommen gibt nicht nur zu solchen Sportanlässen.
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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    Das wahre Fazit dürfte sein, dass einzelne Personen gut abgesahnt haben, andere Lärm und Kosten hatten.
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Das Fazit ist, dass z. B. für Fussball, Tennis & Co. riesige Stadien aus dem Boden gestampft werden & die Bewohner drum herum fast das ganze Jahr über ausser Lärm & Kosten nichts haben. Und wer sahnt da ab?
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