Weitere Gelder aus Gaddafi-Umfeld blockiert

Ein Konto eines weiteren Mitgliedes der «Männer des Zelts» ist in der Schweiz eingefroren worden. Dies hat das Bundesstrafgericht bestätigt. Der Mann hatte 2,8 Millionen Euro auf einem Schweizer Konto gebunkert.

Das Bundesstrafgericht hat eine weitere Kontensperre im Rahmen der Ermittlungen gegen frühere Gaddafi-Vertraute abgesegnet. Es geht erneut um einen Mann, dessen Vater zu den «Männer des Zelts» gehörte – den engsten Vertrauten des getöteten libyschen Diktators.

Der Vater sei Finanzverantwortlicher des libyschen Regimes, sowie Kabinettsdirektor gewesen und habe einen Investitionsfonds mit 5 bis 8 Milliarden Dollar Kapital geleitet. Auf die nun gesperrten Konten des Sohnes seien von ihm laut BA die 2,8 Millionen Euro überwiesen worden.

Zum gegenwärtigen Stand der Ermittlungen sei damit nicht auszuschliessen, dass auch der Konteninhaber mit dem System von Gaddafi verbunden gewesen sei, das mutmasslich eine kriminelle Organisation dargestellt habe.

Die Bundesanwaltschaft (BA) führt gegen Personen aus dem früheren Umfeld von Gaddafi eine Strafuntersuchung wegen Geldwäscherei und Mitgliedschaft oder Unterstützung einer kriminellen Organisation. In diesem Rahmen sperrte sie auf Schweizer Banken mehrere Konten.

«Männer des Zelts»

Die «Männer des Zelts» haben laut Gericht ganze Bereiche der libyschen Wirtschaft kontrolliert. Das habe es ihnen ermöglicht, zu ihrem eigenen Profit und demjenigen ihrer Angehörigen staatliche Einkünfte abzuzweigen, etwa aus dem Erdölgeschäft.

Diese Männer seien auch an der Ausübung von Gewalt gegen das libysche Volk beteiligt gewesen.