Weniger Zugreisende bei der SBB

Jahr für Jahr hat die SBB neue Spitzenwerte bei den Passagierzahlen präsentiert. Zwischen 2005 und 2011 stiegen die Personenkilometer um mehr als 28 Prozent. Nun geht es erstmals wieder abwärts.

Seit Einführung der Bahn 2000 erleben die SBB einen Boom ohnegleichen: Jedes Jahr wurden neue Rekorde bei Passagierzahlen vermeldet. Zwischen 2005 und 2011 nahmen die gefahrenen Personenkilometer um mehr als 28 Prozent zu.

Doch im letzten Jahr kam es zur Wende, wie die Zeitung «Der Sonntag» berichtet. Laut noch unveröffentlichten Daten beträgt der Rückgang 1 bis 2 Prozent.

Zugfahren für viele zu teuer?

SBB-Verwaltungsratspräsident Ulrich Gygi spricht von insgesamt «leicht rückläufigen» Zahlen. Die Vermutung liegt nahe: Der Rückgang ist auf die Preiserhöhungen zurückzuführen.

Reisende vor einem Zug der SBB.

Bildlegende: Der Rückgang der Passagierzahlen könnte in direktem Zusammenhang mit den steigenden Zugpreisen stehen. Keystone

Seit Ende 2010 schlugen die SBB um rund 10 Prozent auf. Gygi sagt dazu: «Die Preiselastizität ist im öffentlichen Verkehr vorhanden. Wir müssen bei der Tarifgestaltung mit Vorsicht vorgehen.»

Auch Ueli Stückelberger, Direktor des Verbands öffentlicher Verkehr, betont in der Zeitung: «Man kann nicht jedes Jahr einfach so aufschlagen.» Die letzte Tariferhöhung gab es im Dezember 2012, für dieses und nächstes Jahr war eigentlich ein Verzicht auf weitere Aufschläge vorgesehen. Doch das ist nun unsicher: Gemäss Recherchen könnte bereits im Dezember 2013 die nächste Tarifrunde kommen.