Wenn Atomstrom passé ist

Vertreter aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik diskutieren derzeit am Stromkongress die Herausforderungen der Schweizer Energiestrategie. Ein Schwerpunkt: der Umgang und die Beschaffung von erneuerbaren Energien.

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Benachteiligung für Schweizer Wasserkraft?

2:10 min, aus Tagesschau vom 14.1.2013

Bundesrätin Doris Leuthard erinnerte am Eröffnungstag des Schweizerischen Stromkongresses daran: Energie müsse jederzeit zuverlässig verfügbar und bezahlbar bleiben. Es sei anzustreben, die Nachfrage nach Strom ab 2020 zu stabilisieren.

Importe, vor allem im Winter, seien sicherzustellen und das Netz zu modernisieren. Um die Produktionsmenge in der Schweiz möglichst beizubehalten, sei der Widerstand gegenüber Einzelprojekten von erneuerbarer Energie abzubauen, erklärte Leuthard.

Erneuerbare Energie als Schweizer Eckpfeiler

Der Branchenverband VSE unterstützt das Vorhaben des Bundes, die Energiestrategie 2050. Eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung sei es, dass alle erneuerbaren Energien einen Beitrag zur Systemstabilität leisten. Das heisst: Die Förderung unregelmässig anfallender Sonne- und Windenergie dürfe die Wasserkraft nicht diskriminieren.

Die Bedeutung erneuerbarer Energien macht auch der Direktor des Bundesamt für Energie (BFE), Walter Steinmann deutlich. Er wirbt an der Vollversammlung der internationalen Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) in Abu Dhabi für erneuerbare Energien, bezeichnet sie als einen Eckpfeiler der Schweizer Energiepolitik.

Gegenüber SRF 4 News ergänzt er: «Wir brauchen nicht heute oder morgen bereits sehr viel erneuerbare Energie. Wir müssen dann bereit sein, wenn die ersten Kernkraftwerke vom Netz gehen.» Die Technik mache derzeit grosse Fortschritte, damit die Form der Stromgewinnung auch langfristig marktfähig bleibe.