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Folgen der IV-Revision Wenn die IV nicht mehr zahlt

Das Ziel der letzten IV-Revision war es, IV-Rentner wieder schneller in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Doch viele Schweizer Psychiater sind besorgt – sie sagen: genau das Gegenteil sei der Fall.

Legende: Audio Psychiater kritisieren die Invalidenversicherung abspielen. Laufzeit 04:17 Minuten.
04:17 min, aus Echo der Zeit vom 09.07.2017.

Das sagt die Psychiaterin: «Es ist eine menschliche Katastrophe, die hier abläuft», sagt Psychiaterin Doris Brühlmeier. Sie hat aktuelle Daten zusammengetragen – Daten, die zeigen würden, welche Folgen die IV-Revision wirklich habe. «Meine Erfahrung ist, dass Leute denen die IV gestoppt wird, schwer erkranken.» Sie müssten teilweise hospitalisiert werden und das komme dann für die Krankenkassen ziemlich teuer. «Menschen, die depressiv sind und sowieso sensibler als der Durchschnittsmensch, ertragen das schlecht. Auch das beste Sozialamt ist für viele Patienten ein ganz schweres Los.»

Das sagt der Leiter der Invalidenversicherung: Stefan Ritler zeigt wenig Verständnis für die Kritik. Es handle sich um Einzelfälle, sagt er. «Unsere Daten zeigen ein anderes Bild.» Wobei er einschränkt, dass die Aktualität der Daten noch verbessert werden müsse. Die Zahl der IV-Renten, die an psychisch Kranke ausbezahlt werden, sei über die Jahre hinweg stabil – es werde also nicht gespart. Zudem falle niemand durch das soziale Netz, nur weil die IV-Rente gekürzt werde. Personen, die in soziale und wirtschaftliche Schwierigkeiten kommen und kein Anrecht auf eine Invalidenrente haben werden, von der Sozialhilfe unterstützt.

Wie geht es weiter? Stefan Ritler sagt, dass künftig die Koordination zwischen den verschiedenen Akteuren verbessert werden solle. Patienten sollen besser von der IV weg begleitet werden. Das gehe in die richtige Richtung, sagt Psychiaterin Brühlmeier - es reiche aber bei weitem nicht. Sie will nun eine Arbeitsgruppe gründen, um sich und ihren Patienten politisch mehr Gehör zu verschaffen.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von markus aenishaenslin (aenis)
    Die IV nimmt sich sehr, sehr viel Zeit bis wirklich etwas passiert. Bevor jemand nur ein Cent sieht wird sehr, sehr viel abgeklärt. Die andere Geschichte ist, dass neuerdings viele eine Rente beziehen, die noch nie etwas in die sozial Werke einbezahlt haben. Staatlich verordnet direkt aus dem Ausland in Sozialwerk.
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  • Kommentar von Deborah Crabtree (D. Crabtree)
    Die ganze Psychogilde muss sich mal selbst hinterfragen. Über 60% der IV Fälle sind Psychofälle. Geheilt wird eh nie, da sich die Gilde ihr Einkommen lebenslang absichern können. Dieses ganze Brimborium um Deppression geht zu weit. Inzwischen sind alle irgendwie deppressiv. Aber eigene Wohnung, Geld, und sogar Kinder in die Welt stellen das geht, arbeiten geht gar nicht. Die Psychiatrie hat versagt und bringt rein gar nichts. Die Wohlfühlplauderstündchen müssten selbst bezahlt werden müssen.
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    1. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      Der Fisch faengt immer am Kopf zu stinken an. Frueher befassten sich Psychiater nur kurze Zeit zur Krisenintervention mit systemreaktiven Opfern. Dann noch der Kurarzt ein bis zwei Mal, und der IV-Arzt hoechstens alle drei Jahre bei der (Teil-)rentenverlaengerung. Heute wird nur noch die Krise kupiert und dann statt Kur und (Teil-)pansionierung die Medikation als nierenkeulende Dauerdopingkeule weiterverschrieben. Mit honorartraechtigen woechentlichen Konsultationen, die von den KK statt den Ren
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    2. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Ein richtig kompetenter Beitrag zur Diskussion. Haben Sie Belege für Ihre Behauptungen? Haben Sie schon einmal mit jemandem mit einer schweren Depression zu tun gehabt dass Sie sich ein solches Urteil zutrauen?
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  • Kommentar von Kurt Meier (Kurt3)
    Ich vermisse die Kommentare der SVP Jünger , die damals die Scheininvaliden Kampagne Ihrer Partei beklatscht haben .
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