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Schweiz Wenn sterben lassen die bessere Option ist

In der Deutschschweiz leisten Ärzte immer öfter Sterbehilfe in irgendeiner Form. Das zeigt eine neue Studie der Universität Zürich. Oft sind es die Patienten selber, welche keine lebensverlängernde Mittel wünschen – aber längst nicht immer.

Legende: Video Entscheid für bewusstes Sterben abspielen. Laufzeit 3:27 Minuten.
Aus 10vor10 vom 02.03.2016.

Die Universität Zürich hat 2200 Sterbefälle untersucht und die daran beteiligten Ärzte befragt. Der Befund: In vier von fünf erwarteten Sterbefällen leisten Ärzte in der Deutschschweiz Sterbehilfe in irgendeiner Form.

Palliativmediziner Gian Domenico Borasio hat sich die Studie für «10vor10» angeschaut. Er stellt fest, dass Ärzte im Vergleich zu früheren Untersuchungen nicht mehr alles medizinisch Machbare unternehmen, um jemanden am Leben zu halten.

Das ist so lange unproblematisch, wie das von den Patienten auch so gewünscht wird. Manch eine betagte Person sorgt mit einer Patientenverfügung vor. Diese regelt, ob und wie lange lebensverlängernde Massnahmen getroffen werden sollen, sollte eine Person einmal nicht mehr urteilsfähig sein.

Verbesserungsbedarf vorhanden

Die Studie zeigt aber: Über ein Viertel der voll urteilsfähigen Menschen sei nicht in die Entscheidung über ihr eigenes Leben respektive ihren Tod miteinbezogen worden, sagt Borasio. Das ist eine Zunahme gegenüber der letzten Untersuchung. «Das ist bedenklich. Hier gibt es grossen Handlungsbedarf», so Borasio.

Der Leiter der Studie, Georg Bossard von der Universität Zürich, meint dazu: «Ich glaube, dass es immer Verbesserungsbedarf gibt.» Im Einzelfall könne es aber auch sehr schwierig sein, manche Patienten wollten schlicht nicht über dieses Thema sprechen, so Bossard. Beschönigen will Bossard das Ganze aber nicht: «Es gab bestimmt Fälle, bei denen man darüber hätte sprechen sollen, es aber nicht getan hat.»

4 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Halbeisen (ch)
    Wieso hier immer die Seite der Sterbewilligen zu Wort kommt? Ich kenne Fällt von kranken Menschen die Hilfe suche und leben wollen, und denen ein Arzt ungefragt die Exit empfohlen hat. Das ist ein SKANDAL. Selbst meinem 90-jährigen Vater ist im Spital nach einem Herzinfarkt passiert, dass man ihn ein Arzt fragte, ob er sterben wolle. Er hatte nie einen solchen Wunsch geäussert und ist nicht Mitglied von EXIT. Wenn er im Dilirium die falsche Anwort gegeben hätte, wäre er jetzt tot!
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  • Kommentar von Rolf Künzi (Unbestimmt)
    Die Natur hatte Milliarden von Jahre Zeit die besten Methoden zu finden das Leben zu beenden. Dies sollte man nicht vergessen. Sowohl bei der Geburt wie beim Tod haben wir noch nicht verstanden was die Natur eigentlich vorbereitet hat. Und dann sind da noch die Daoisten, sie haben meditative Methoden entwickelt am Ende die Lebenskraft austreten zu lassen. Wären unsere Wissenschaftler wirkliche Wissenschaftler hätten sie dem längst nachgeforscht.
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  • Kommentar von Hans Fürer (Hans F.)
    Ich hoffe sogar (und das sicher nicht nur für mich), dass die Patientenverfügung zur Sterbehilfe noch für eine bevorstehende Demenz erweitert wird, bei der man nicht mehr handlungs- und urteilsfähig ist. Das heisst, dass man kurz bevor es so weit ist, ein Mittelchen zur Selbsteinnahme verlangen darf, um einem Zustand, den man auf keinen Fall mehr will, mit tödlicher Sicherheit entgehen zu können. Ich halte niemanden für berechtigt, der mir das aus egal welchem Grund verwehren will!
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