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Schweiz Wie mit Dschihadisten umgehen? Bundesbehörden sind gefordert

Immer mehr Personen aus der Schweiz reisen nach Syrien, Irak und Somalia. Sie beteiligen sich dort am «Heiligen Krieg», unterstützen den Terror oder greifen zur Waffe. Viele von ihnen kehren zurück. Die Bundesbehörden begutachten jeden Fall einzeln – denn eine pfannenfertige Lösung gibt es nicht.

Das Bild zeigt einen westlichen Kämpfer in Syrien, der nebem einer an einer Hauswand aufgemalten Flagge der Terrorgruppe Islamischer Staat posiert. (Bild vom Juni 2014, Reuters)
Legende: Dreimal mehr Schweizer als noch vor zwei Jahren ziehen in den «heiligen Krieg». Im Bild: westlicher Kämpfer in Syrien. Reuters

Von 2001 bis Mitte 2013 haben etwa 20 Personen aus der Schweiz eine dschihadistisch motivierte Reise in ein Konfliktgebiet im Nahen Osten oder Afrika gemacht. Letztes Jahr hat sich diese Zahl verdreifacht.

Grafik desNachrichtendienstes des Bundes: Dschihadistisch motivierte Reisebewegungen – Zahlen Dezember 2014
Legende: Die letzten publizierten Zahlen des Nachrichtendienstes über die dschihadistisch motivierten Reisebewegungen. NDB / 12.2014

Im Mai 2014 standen bereits 40 Personen auf der Liste des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB). Im Dezember dann waren es 62 Personen, die von der Schweiz nach Syrien, in den Irak und nach Somalia gezogen sind. 19 Personen sind bis Mitte Dezember des letzten Jahres wieder in die Schweiz zurückgekehrt.

62 Personen sind nicht viel in einem Land mit gut acht Millionen Einwohnern. Trotzdem: Dschihadisten-Reisen haben hierzulande zugenommen. Das beschäftigt auch den Bund. Ende letzten Jahres sprach er von einer «ernsten Lage».

Jeder Fall wird individuell beurteilt

Ob sich solche Reisen in den letzten vier Wochen nochmals erhöht haben, bleibt unklar. Der Nachrichtendienst des Bundes, der die Zahlen veröffentlicht, verweist auf die nächste Publikation der neusten Zahlen Mitte Januar.

Offen bleibt auch die Frage, was mit Menschen geschieht, die als ehemalige Gotteskrieger in Syrien oder im Irak wieder in die Schweiz zurückkommen? Klar ist: Jeder Fall ist einzigartig und wird von den zuständigen Behörden individuell beurteilt. Bestehen konkrete Hinweise auf eine Straftat, wird diese auch strafrechtlich verfolgt. Das heisst jedoch nicht, dass dies automatisch zu einer Gefängnisstrafe führen muss.

«Anschläge können in keinem Land ausgeschlossen werden»

Der stellvertretende Kommunikationschef beim Bundesamt für Polizei (Fedpol), Stefan Kunfermann, sagt: «Die Task Force zur Bekämpfung dschihadistisch motivierter Reisen erarbeitet derzeit einen Massnahmenkatalog betreffend der Problematik.» Über den aktuellen Stand und Inhalt dieser laufenden Arbeit mache Fedpol derzeit aber keine Angaben.

Trotz diesen Problematiken betonen die Sicherheitsbehörden: Die Sicherheitslage in der Schweiz hat sich nicht verändert – auch nicht nach den Anschlägen in Frankreich. Kunfermann: «Die Sicherheitslage wird unabhängig von den Ereignissen in Paris laufend überprüft.» Grundsätzlich könne ein Anschlag wie in Paris aber in keinem Land der Welt ausgeschlossen werden.

Wer Terrorgruppen unterstützt, macht sich strafbar

Anfang Oktober hat der Bundesrat die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) offiziell verboten. Verboten sind konkret sämtliche Aktivitäten der Organisation im In- und Ausland. Auch Aktionen, die IS materiell oder personell unterstützen, werden geahndet – so etwa Propaganda- oder Geldsammelaktionen oder wenn jemand für die Terrorgruppe Mitglieder anwirbt. Wer dies tut, kann bis zu fünf Jahre Gefängnis kassieren.

20 Kommentare

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  • Kommentar von christian Schulthess, 8824 Schönenberg
    Ist doch klar was mit denen geschehen soll. Ein Sonder Setting!!! Die muss man betreuen und verhätscheln.
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  • Kommentar von Hans König, Häusernmoos
    Das Beispiel Frankreich zeigt unmissverständlich, solche Leute gehören hinter Gitter. Die Behörden in Frankreich waren gewarnt und haben trotzdem nichts unternommen. Fazit: Alle Rückkehrer, welche nachweislich in Terrorgruppen an einer Ausbildung oder sogar an Kämpfen teilgenommen, müssen bei der Rückkehr in sicher Gewahrsam genommen werden.
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  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    Kriegsmaterial nach Saudi-Arabien u.a. Staaten, aus denen der IS finanziell unterstütz wird, exportieren - das sollte mindestens ebenso diskutiert werden. Und wo bleiben die internationalen Sanktionen gegen diese Staaten? Und gegen deren Verbündeten die USA? So eine Verlogenheit, so eine Blindheit ist Zeichen der totalen Schwäche, ja eines kollektiven Schwachsinns, aus dem nichts werden kann an wirklichen Problemlösungen, weil auf beiden Augen blind und auf beiden Ohren Taub.
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