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Schweiz Wie viele Beamte braucht die Schweiz wirklich?

Bei den Personalkosten könnte die öffentliche Hand Einsparungen machen. Denn je nach Statistik schafft sie bis zu 500 Stellen monatlich, wie kürzlich bekannt wurde. Auch der Bund schafft neue Stellen. Er schafft zwar wenige, aber dafür teure.

Es ist nicht einfach, herauszufinden, wie viele Menschen bei Bund, Kantonen und Gemeinden arbeiten. Es existieren drei verschiedene Statistiken dazu. Besta, Sake und Statent heissen sie. Und die Zahlen sehen bei jeder etwas anders aus.

Bei der einen Statistik kommt man tatsächlich auf 500 neue Stellen, welche monatlich geschaffen werden. In der zweiten Statistik sind es gut 300 Stellen. Und in der dritten Statistik ist keine klare Tendenz festzustellen. Bei allen Statistiken sind die Stellen bei Kantonen und Gemeinden sind miteingerechnet.

Leichter Stellenzuwachs beim Bund

Beim Bund ist die Zahl der Stellen in den letzten Jahren nur leicht gewachsen um etwa 200 bis 250 Stellen im Jahr. Das ist nicht viel, wenn man bedenkt, dass auch die Bevölkerung hierzulande wächst.

Bemerkenswert ist aber, dass die Lohnausgaben etwa um 130 Millionen gestiegen sind. In sieben Jahren gab der Bund rund eine Milliarde mehr für Löhne aus. Das sind zwanzig Prozent mehr. «Die Verwaltung erlebt seit der zweiten Hälfte der neunziger Jahren einen ungebrochenen Trend zu höher qualifizierten Jobs. Der Bund beschäftigt rund 9000 Akademiker», schreibt das Personalamt des Bundes auf Anfrage als Begründung.

Akademiker sind teuer. Es komme zwar vor, dass der Bund Stellen abbaue, aber das sind dann oft die günstigeren, so das Personalamt weiter: «Es wurden einerseits weniger hochqualifizierte Jobs abgebaut, zum Beispiel in der Logistikbasis der Armee. Andererseits wurden neue, höher qualifizierte Jobs geschaffen, etwa im Rahmen der Energiestrategie.»

Kosten senken

Nun will der Bundesrat bei den Personalausgaben sparen. Sie sollen nicht mehr weiter wachsen. Doch wie dieses Ziel konkret erreicht werden kann, wenn doch die Ausgaben für die Löhne so regelmässig anwachsen, dazu will man sich beim Bundespersonalamt derzeit nicht äussern. Hinter den Kulissen jedoch wird heiss diskutiert.

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    In meinen hauptsächlichsten Berufsjahren, hatten wir Eisenbahner bis zur Jahrhundertwende auch den sogenannten "Beamtenstatus"! Schon damals, hatte ich oftmals sehr Mühe mit den daraus entstandenen Gleichmachereien und das Dulden von minimalistischen Ansichten! JEDEM wurde einfach sein AMT entlöhnt, nach festgelegten Lohnklassen, aber ohne die persönliche Leistung und den Einsatz am Arbeitsplatz:zu bachten und zu bewerten! In diesen (noch) Beamtenjahre hätten 15% weniger Personal völlig genügt!
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    1. Antwort von Hans Glauser, Herlisberg
      Die Bahn und die PTT waren auch mit dem Beamtenstatus Vorzeigeunternehmen , die tadellos funktionierten. Man begründete den Beamtenstatus mit der Arbeitsplatzsicherheit. Z. B. hatte ein Bähnler nur die Bahn als Arbeitgeber, hingegen konnte ein Metzger zwischen vielen verschiedenen Firmen auswählen.
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  • Kommentar von m.fischbacher, bern
    Drei Statistiken und man weiss immer noch nicht wie viele Leute bei Bund, Kantonen und Gemeinden arbeiten? Dann ist die Frage "Wie viele Beamte braucht die Schweiz wirklich?" sehr schnell beantwortet: Es sind jetzt schon zu viele! Unzählige, so zu sagen... Wie will man herausfinden wie viele es braucht, wenn man nicht einmal weiss wie viele es schon sind?
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  • Kommentar von Christophe Bühler, 8135 Langnau am Albis
    Die Schweiz braucht genau so weniger Beamte, wie auch weniger Gesetze. Die Krux ist dass Institutionen sich selber am Leben erhalten und erweitern. Deshalb sind 500 neue Stellen pro Monat 600 Stellen pro Monat zuviel. Wenn Mann/Frau dann noch sieht wie viele Beamte in der Politik mitmischen, könnte diese Entwicklung dazu führen, das sich das System selbst vernichtet.
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