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Schweiz Wieder läuft ein Informatikprojekt des Bundes aus dem Ruder

Schlechte Noten für das Bundesamt für Strassen (Astra): Die Eidgenössische Finanzkontrolle bemängelt in einem Bericht eines seiner IT-Projekte. Das Projekt wurde unkontrolliert ausgeweitet. Auch sollen Kosten überschritten worden sein.

Schon wieder steht ein Informatik-Projekt des Bundes in der Kritik. Die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) bemängelt das IT-Projekt Mistra des Bundesamts für Strassen (Astra). Kritikpunkte sind unter anderem die zeitliche Verzögerung, die Ausdehnung des Projekts und Kostenüberschreitungen. Das Projekt Mistra enthält alle Strassendaten der zentralen Verwaltung.

Dem ursprünglichen Budget für das Gesamtprojekt von 43 Millionen Franken stünden heute Ausgaben von 95 Millionen Franken gegenüber, hält die EFK fest. Dabei sei zu erwarten, dass noch «über einige Jahre jährlich zweistellige Millionenbeträge in Mistra investiert werden».

Mistra wurde ständig erweitert

«Das Projekt ist im Laufe der Jahre sehr stark gewachsen, hat sich sehr stark diversifiziert. Es ist von einem ursprünglich sehr klaren Projektauftrag mittlerweile zu einem sehr umfangreichen Portfolio angewachsen», sagt Brigitte Christ. Sie ist die Leiterin der Informatikrevision bei der Eidgenössischen Finanzkontrolle, die Mistra kontrolliert hat.

Mistra umfasst jetzt 19 statt ursprünglich zwölf Projekte. Die ursprünglich festgelegten Prioritäten seien stark verschoben worden. «Das Ganze ist schwer nachvollziehbar gewachsen. Die Überwachung ist sehr schwierig geworden», sagt Christ.

Mistra ist eine Programmbezeichnung für verschiedene eigenständige Informatik-Werkzeuge. Die Mistra-Daten liefern beispielsweise ein Inventar aller Strassen und dienen dem Bund, den Kantonen und den Gemeinden beim Unterhalt und Betrieb ihrer Strasseninfrastruktur.

Die EFK hatte Mistra im Winter 2012/13 überprüft. In dem nun veröffentlichten Bericht übt sie nicht nur Kritik. Sie beurteilt das Gesamtvorhaben Mistra auch als «notwendig für den Betrieb und Unterhalt der Nationalstrassen.» Für die noch nicht realisierten Teilprojekte und auch für den weiteren Ausbau müsse aber eine «nutzenorientierte Priorisierung vorgenommen werden».

Nicht der erste Fall

Mistra ist nicht das erste IT-Projekt des Astra, das mehr kostet als ursprünglich geplant. Ende 2012 gab das Astra bekannt, dass das neue Informationssystem Verkehrszulassung (IVZ) statt wie ursprünglich angenommen acht Millionen Franken viermal mehr kosten wird.

Das Astra nahm Stellung zum Bericht und gelobte Besserung. Die angestrebten Verbesserungen seien bereits in Angriff genommen worden. Konkret werde das Projekt-Controlling für alle IT-Projekte ausgebaut und stärker formalisiert. So sollen finanzielle und terminliche Engpässe früher erkannt werden. Den Abschluss von Mistra stellt es für 2014 in Aussicht.

Dass Informatikprojekte fünfmal gefährdeter für Kostenüberschreitungen sind als andere Projekte, sei bekannt. Umso wichtiger sei es, sie gut zu kontrollieren. Diesbezüglich bestünde noch Nachholbedarf, sagt Christ.

18 Kommentare

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  • Kommentar von Marianne Roe, Gwatt
    Heutzutage gibt es leider sehr viele Leute, auch Kaderleute, die nun einmal nicht geeignet sind weit in die Zukunft zu planen. Man will man alles miteinander ändern + so gerät auch alles aus dem Ruder. Früher hat man in einzelnen vernünftigen Schritten während Jahren eine Änderung durchgeführt. Bevor der angefangene Teil nicht funktionierte, hat man den nächsten auch nicht angefangen. Um diese "überhasteten" Projekte durchzuführen, setzt man gerne junge Leute ein, die ohne Kopf kopfvoran gehen.
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  • Kommentar von Ernst Jacob, Moeriken
    Etwa so wie beim Verkehrsleitprojekt, der Aargau hat's versucht, Beispiel Baregg, 4 Verkehrszeichen, eines auf 80, nächstes auf 100, übernächstes wieder auf 80, vor dem Tunnel blinkts, aber nichts ist los. Wer's nicht weiss, fährt 80, und wird zum Bremser, die, die es wissen, fahren Ueberholspur und 120, als täglich mehrfach Baregg-Fahrender habe ich in 8 Jahren nichts erlebt, was es nicht gibt. Aber das Astra klatscht und will den Scheiss schweizweit einführen. Schwachsinniger geht's nicht.
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  • Kommentar von T. Bischofberger, Brugg
    Und wer hält den Kopf hin - niemend - und wer bezahlts - wir - ?
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