Wirtschaftskriminalität floriert in Schweizer Firmen

Die Aussicht auf mehr Geld, mangelndes Unrechtbewusstsein, finanzieller Druck: Schweizer Firmen sind stark von Wirtschaftskriminalität betroffen. Jeder Schaden wiegt im Schnitt 360'000 Franken. Und die Dunkelziffer ist sehr hoch.

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Kampf gegen die Wirtschaftskriminalität

3:11 min, aus 10vor10 vom 12.3.2013

Fast jedes zweite Grossunternehmen und 13 Prozent der KMU in der Schweiz sind in den letzten zwei Jahren mit Wirtschaftskriminalität konfrontiert gewesen. Pro Fall werde durchschnittlich ein Schaden von 360'000 Franken angerichtet, zeigt eine Studie.

Etwa die Hälfte der Täter kommen aus den eigenen Reihen, heisst es in der Studie des Beratungsunternehmens KMPG. In die aufgedeckten Fällen seien Top-Manager nur sehr selten involviert.

75 Prozent nicht verfolgt

Mit Abstand am häufigsten sind Diebstahl und Unterschlagung. 138 solche Delikte wurden in der Schweiz in den letzten zwei Jahren registriert.

Grossunternehmen sehen sich eher mit Datendiebstahl und -missbrauch konfrontiert. Noch selten würden Korruption und Geldwäscherei verzeichnet. Dieses noch unterschätzte Phänomen betreffe vor allem international tätige Firmen.
 
Die zwei zentralen Motive für Wirtschaftsdelikte sind laut Studie finanzieller Druck und die Aussicht auf Boni. Es herrsche ein mangelndes Unrechtsbewusstsein, und Kontrollen fehlten. Zudem würden drei von vier Fällen gar nie strafrechtlich verfolgt. Die allermeisten kämen nicht an die Öffentlichkeit.