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Schweiz Wo die Schweiz im Stau steht

Die Infrastruktur auf Schweizer Strassen stösst an Grenzen. Eine Studie zeigt, wer wo besonders lange im Stau steht – und welche Massnahmen Abhilfe schaffen könnten.

Die Strassen der Schweiz sind zu Pendlerzeiten überlastet. Die Staustunden auf dem Nationalstrassennetz haben sich seit 2008 verdoppelt. Dies zeigt eine Studie der Credit Suisse. Gemäss der Studie gäbe es aber Massnahmen zur Abhilfe.

Der Ökonom Fabian Hürzeler ist Mitautor der Studie. Für den Anstieg des Staus gibt es seiner Erkenntnis nach drei Gründe: Das Bevölkerungswachstum, mehr Geld, das den Haushalten für Mobilität zu Verfügung steht, und die räumliche Zweiteilung zwischen dem Bevölkerungs- und dem Beschäftigungswachstum, die zunimmt.

«Das heisst, die Pendelwege werden immer länger», sagt Hürzeler gegenüber SRF. Die Menschen arbeiten nicht mehr dort, wo sie wohnen. Wenn die Infrastruktur einmal an der Belastungsgrenze sei, dann nehme der Stau auch überproportional zu.

Die grössten Stauzentren

In der Agglomeration Zürich steht der Pendler am längstem im Stau, sagt Hürzeler. Mit diesem Ergebnis habe man gerechnet. Aber auch Baden, Winterthur und Zug hätten hohe Stauzeiten. Der andere Stauschwerpunkt liegt gemäss der Studie am Genfersee. Insbesondere in der Stadt Genf selber sind die Stauzeiten pro Pendler sehr hoch – und nur um vier Prozent geringer als in Zürich.

Ausnahme: Basel

Tendenziell gibt es also in und um die Grossstädte am meisten Stau. Eine Ausnahme sei die Stadt Basel, sagt Hürzeler. Basel liege auf dem zehnten Rang aller Agglomerationen und habe die tiefste Belastung der Grosszentren. Gemäss Hürzeler habe dies hauptsächlich damit zu tun, dass viele Beschäftigte in Basel auch in Basel selber wohnen. Ausserdem würden die Basler häufig den öffentlichen Verkehr oder das Velo benützen.

«Infrastruktur ausbauen bedeutet mehr Verkehr»

Um den stark betroffenen Agglomerationen Abhilfe zu schaffen, sieht Hürzeler drei Ansätze: Man könne die Situation so belassen, wie sie ist. Das bedeute, der Stau reguliere die Lage. «Das ist natürlich nicht optimal.» Die zweite Lösung wäre, dass man die Infrastruktur entsprechend ausbauen würde.

Das sei jedoch sehr teuer und ein Fass ohne Boden. «Denn wenn man mehr Infrastruktur baut, dann gibt es schlussendlich auch mehr Verkehr.» Die dritte Option wäre die Mobilität mit einem sogenannten Roadpricing zu besteuern. «Wir halten das für die beste Lösung», sagt Hürzeler.

Bezahlen mit App

Beim Roadpricing müssten Fahrzeuglenker auf dem Weg in die Innenstadt oder in die Agglomeration an gewissen Stellen zahlen. Dies könnte etwa mit einer App auf den Smartphones geschehen. Die Herausforderung besteht beim Roadpricing gemäss Hürzeler darin, die Anreize so zu setzen, dass die bestehende Infrastruktur optimaler ausgelastet wird.

Was ist Roadpricing?

Besonders belastete Verkehrswege werden zu Hauptverkehrszeiten kostenpflichtig gemacht. Damit soll das Verkehrsaufkommen über den Tag gleichmässiger verteilt werden. Als Vorbilder gelten Grossstädte wie Stockholm, London oder Singapur. Dort wird Roadpricing seit Jahren erfolgreich eingesetzt.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Ch. Gerber, Basel
    Aha, 2008, die Personenfreuzügigkeit also... Nun, nun sehen wir das Resultat, hat noch jemand fragen?
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  • Kommentar von Peter P. Odermatt, Pfäffikon SZ
    Mehr bezahlen geht natürlich gar nicht. Wieder diese Taktik "der Autofahrer als Milchkuh". Dagegen bitte endlich die Abgaben der Autofahrer zu 100 % in die Infrastruktur fliessen lassen und nicht auf Querwegen in die allgemeine Bundeskasse! Dann kann auch Infrastruktur problemlos weiter ausgebaut werden ohne eine Erhöhung der Autofahrerkosten.
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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    WIR Basler benutzen vielleicht den ÖV (ich nicht), nicht jedoch die Grenzgänger! Während die Ökos und Grünen mit dem Finger auf uns Schweizer zeigen, lässt man die Grenzgänger unsere Strassen verstopfen. Am Feierabend sieht man mehr EU als CH Nummern auf den Strassen. Und da sagt niemand was. Ok, dank Leitsystem und externen Grenzübergängen fliesst der Verkehr trotzdem relativ flüssig. Verkehrsaufkommen haben wir in Basel aber genau so wie in anderen Städten!
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    1. Antwort von Nico Basler, Basel
      Das hat doch nichts mit den Oekos und den Grünen zu tun! Unsere lieben Nachbarn, vor allem F haben keinen ausgebauten OeV und die von unserer Industrie angeworbenen Grenzgänger "müssen" somit das eigene Auto nehmen. Das ist stossen, aber versuchen sie mal das der Grand Nation beizubringen. Die lassen die eigene Industrie vergammeln und hocken noch immer auf dem hohen Ross.
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