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Schweiz Zahl der Asylgesuche nimmt im April ab

Im April haben 1470 Menschen in der Schweiz um Asyl ersucht – 23 weniger als im März. Im Vergleich zum April 2013 wurden 597 Gesuche weniger eingereicht, was einem Minus von 29 Prozent entspricht. Ungewöhnlich viele Flüchtlinge kamen aus Eritrea.

Legende: Video Weniger Asylgesuche in der Schweiz abspielen. Laufzeit 1:01 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 15.05.2014.

Markant war im vergangenen Monat April die Zunahme der Asylgesuche von eritreischen Flüchtlingen: Insgesamt wurden 261 Anträge gestellt – 52 Prozent mehr als im März, wie das Bundesamt für Migration (BFM) mitteilte. Das BFM führt die Zunahme auf die «zahlreichen Anlandungen in Süditalien im April» zurück.

Mitte April hatte das italienische Innenministerium gemeldet, dass in den ersten drei Monaten des Jahres 20'500 Flüchtlinge in Süditalien gelandet seien – zehn Mal mehr als im gleichen Zeitraum im Jahr zuvor.

Vor allem afrikanische Herkunftsländer

Der italienische Innenminister Angelino Alfano macht Kriege und Verfolgung für die Flüchtlingswelle verantwortlich: «Immer mehr Menschen sind nicht mehr nur aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Sie flüchten vor Verfolgung und Kriegen.»

Wie viele Menschen in diesem Zeitraum bei der Überquerung des Mittelmeers in Booten ertranken, ist nicht bekannt. Laut Alfano hat aber die italienische Marine mit der Operation «Mare Nostrum» zur Rettung von Menschenleben im Mittelmeer seit Oktober 2013 rund 19'000 Flüchtlinge in Sicherheit gebracht.

In der Schweiz stieg im April auch die Zahl syrischer Asylsuchender: 413 Menschen reichten ein Asylgesuch ein, 40 mehr als im März. Als weitere wichtige Herkunftsländer bezeichnet das BFM Sri Lanka mit 74 Gesuchen (+28 Prozent), Nigeria mit 59 Gesuchen (-15 Prozent) und Somalia mit 56 Gesuchen (-23 Prozent). Weitere Gesuche reichten je 39 Menschen aus China (+39 Prozent), Gambia (+95 Prozent) und Tunesien (-43 Prozent) ein.

Weniger Asylsuchende ausgereist

Im April konnten gemäss BFM 2195 Asylgesuche in erster Instanz erledigt werden. Erstinstanzlich sind damit noch 16'153 Gesuche hängig. 443 Personen erhielten einen positiven Asylentscheid, was einer Anerkennungsquote von 22 Prozent entspricht. 824 Personen wurden vorläufig aufgenommen.

Gleichzeitig hat die Schweiz in 507 Fällen einen anderen Dublin-Staat um Übernahme der Asylsuchenden gebeten und 243 Personen auch tatsächlich überführt. Zugleich wurde die Schweiz von anderen Dublin-Staaten um Übernahme von 373 Personen ersucht. 103 Personen wurden der Schweiz überstellt. Ausgereist sind im April insgesamt 772 Asylsuchende – 119 Personen weniger als im Vormonat.

4 Kommentare

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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Vor allen Dingen müssen viele Flüchtlinge (1 - 2 Millionen) in die Schweiz reingeholt werden, damit sie sich in der fremden und kalten Schweiz nicht so fremd fühlen. Dann müssen die Flüchtlinge gleichmässig im Land verteilt werden, besonders in Regionen, die bisher von Asylheimen ausgenommen wurden. Da sind besondrs die Nobelviertel, Lehrer, Beamten- und Politikerviertel ins Auge zu fassen.Die Regierung und die Politiker (insbesondere die Grünen) müssten diesem Vorschlag positiv gegenüberstehen.
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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Mindestens 95% dieser Afrikaner sind Wirtschaftsflüchtlinge, die in Europa nichts zu verloren haben. Das merkt man auch daran, dass fast keine Familien, sondern mit wenigen Ausnahmen ausschliesslich (junge) Männer ankommen. Im digitalen Zeitalter hat sich längst bis in den hintersten Winkel Afrikas herumgesprochen, dass wer es einmal nach Europa schafft, nicht zurückgeschafft wird und man dank der PFZ ohne Grenzen auch als Illegaler leicht untertauchen kann.
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  • Kommentar von Tobias Funk, Winterthur
    23 weniger ??? Haben sie auch richtig gezählt? Wenn das Stimmt, ist es ja eine herrvorragende Zahl. Einfach sensationell! Das ist eine riesengrosse Schlazeige wert!
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