Zeitungen können ihre Reichweite halten

Das Medienbudget der Schweizer Haushalte stagnierte im letzten Jahr bei gut 10 Milliarden Franken. Darunter fallen auch Ausgaben für Zeitungen und Zeitschriften. Diese sind relativ stabil geblieben – dank der wachsenden mobilen Leserschaft.

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10,4 Milliarden Franken für Medien

2:08 min, aus Tagesschau vom 22.6.2015

Die Schweizer Bevölkerung und das Gewerbe haben im Jahr 2014 rund 10,4 Milliarden Franken für Medien ausgegeben. Darunter fallen Ausgaben für Presse, Bücher, Kino, Radio, TV, elektronische Geräte und IT und Telekommunikation.


«Wir haben genug Smartphones und Tablets»

4:55 min, aus SRF 4 News aktuell vom 22.06.2015

Im Vergleich zum Vorjahr sank das Medienbudget damit um 1,1 Prozent. Das hat der Verband Schweizer Medien in seiner jährlichen Branchenstatistik ermittelt. Der Zehnjahresvergleich zeigt hingegen insgesamt steigende Medienausgaben. Seit 2005 nahmen sie um 1,02 Mrd. Franken (+10,8 Prozent) zu.

«Der letztjährige Umsatzrückgang ist damit zu erklären, dass im Bereich IT und Telekommunikation der Markt gesättigt ist», sagt Therese Rudin von Verband Schweizer Medien. «Wir haben schon genug Smartphones und Tablets.»Ausserdem zeige sich in dem Bereich ein grosser Preiszerfall: «Es werden nicht weniger Geräte gekauft, aber sie sind einfach günstiger.»

Medienkonsum verlagert sich ins Netz

Etablierte Medien wie die Presse behalten nach wie vor ihre Bedeutung: Die Ausgaben für Zeitungsabos waren im vergangenen Jahr zwar leicht rückläufig. Verglichen mit 2005 blieben sie mit 1,1 Milliarden Franken allerdings etwa gleich hoch. Im Durchschnitt haben Schweizer Haushalte derzeit 1,7 Printtitel abonniert.

Insgesamt werden Zeitungen und Zeitschriften jedoch immer weniger in Papierform und an Kiosken gekauft. Wachstumstreiber ist das Internet. Die Presse hält ihre Reichweite dank ihrem digitalen Angebot, wie Rudin erklärt: «Ein leichter Rückgang bei den Abos konnte durch die mobile Leserschaft kompensiert werden.»

Zwei Drittel lesen lieber Papierzeitung

Fast ein Viertel der Bevölkerung nutzt laut der Erhebung nur noch die Online- oder Mobile-Version des bevorzugten Mediums, während zwei Drittel ausschliesslich die Printversion lesen. Knapp jeder Zehnte greift zu beiden Publikationsformen.

Fast 50'000 Online-Abonnemente (+48 Prozent) wurden im letzten Jahr verkauft, eingenommen wurden 13,5 Millionen Franken (+63 Prozent). Die höchsten Umsätze erzielten damit die NZZ, die NZZ am Sonntag, Le Temps und der Tages-Anzeiger.

Parallel dazu hat auch die Reichweite von Videos auf Videoportalen zugenommen. Beim Fernsehen stieg der Umsatz dank der Abschaltung von Analog-Anschlüssen und Bündelangeboten leicht an. Bücher konnten ebenfalls ihr Umsatzvolumen erhöhen. Die Ausgaben für Kinoeintritte blieben dagegen relativ konstant.