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Armee und Zivildienst Zu viele Zivis?

Über 6000 junge Männer wollen dieses Jahr zum Zivildienst. Für die Armee steht fest: Der Zivildienst ist zu attraktiv.

Legende: Audio Ist der Zivildienst zu attraktiv? abspielen.
1:50 min, aus HeuteMorgen vom 23.12.2016.

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit fünf Jahren gibt es jedes Jahr mehr Zivildienstleistende.
  • Die Armee braucht jedes Jahr 18'500 Personen, welche die Rekrutenschule abschliessen – dieses Jahr verpasst sie dieses Ziel voraussichtlich knapp.
  • Je mehr junge Männer den Zivildienst wählen würden, desto weniger würden für die Armee zur Verfügung stehen, warnt ein Armeesprecher.
  • Die Zivildienst-Vollzugsstelle widerspricht: Wer Zivildienst leisten wolle, würde ohne diese Möglichkeit nicht automatisch zum Militärdienst wechseln.

Zu Tausenden übernehmen sie etwa die Arbeit, für die im Spital und Pflegeheim sonst keiner Zeit hat: Mehr als 6000 junge Männer wollen dieses Jahr zum Zivildienst, wie neue Zahlen zeigen.

Armee brauche 18'500

Bereits im September hat der neue Armeechef Philippe Rebord gesagt: «Mehr als 6000 Männer beim Zivildienst führen zu einer ungenügenden Versorgung der Armee.» Die Armee brauche jedes Jahr 18'500 Personen, welche die Rekrutenschule abschliessen. Seien es weniger, könne sie nicht wunschgemäss funktionieren.

Warum – und auch ob – der Zivildienst so attraktiv ist, ist für uns schwierig zu beurteilen.
Autor: Thomas BrücknerVollzugsstelle Zivildienst

Dieses Ziel verfehlt die Armee dieses Jahr voraussichtlich knapp, Rebords Befürchtung wird wahr. «Je mehr Leute im Zivildienst sind, desto weniger stehen für die Armee zur Verfügung», sagt Armeesprecher Daniel Reist. Für die Armee ist klar, dass der Zivildienst zu attraktiv ist.

Immer mehr Zivis

Tatsächlich gibt es seit fünf Jahren jedes Jahr mehr Zivis. Waren es 2011 noch 4670 Zulassungen zum Zivildienst, so waren es letztes Jahr 5836 und nun also über 6000. Über die Gründe für diesen Anstieg könne er nur spekulieren, sagt Thomas Brückner von der Vollzugsstelle für den Zivildienst: «Warum – und auch ob – der Zivildienst so attraktiv ist, ist für uns schwierig zu beurteilen.»

Je mehr Leute im Zivildienst sind, desto weniger stehen für die Armee zur Verfügung.
Autor: Daniel ReistSprecher Armee

Die Vollzugsstelle gibt zu bedenken, es sei keineswegs sicher, dass jemand, der in den Zivildienst wolle, ohne diese Möglichkeit zum Militärdienst wechseln würde. Schliesslich gebe es auch die Möglichkeit, gar keinen Dienst zu leisten. Ausserdem habe der Bundesrat bereits drei Mal festgehalten, dass der Zivildienst die Armee nicht gefährde.

Legende:
Zulassungen zum Zivildienst Quelle: WBF / Vollzugsstelle für Zivildienst ZIVI VBS

89 Kommentare

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  • Kommentar von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
    Mir fehlt in diesem Blog schon fast der neunte Kommentar desselben Mannes, der die Zivis zum Wiederaufbau in Krisengebiete schicken will. Sind Sie in den Weihnachtsferien? dann besinnliche Tage - im wahrsten Sinne des Wortes...
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      In Thailand feiert man keine Weihnachten.
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  • Kommentar von Peter Zurbuchen (drpesche)
    Traurig, dass hier einige der Alten (zähle mich selber dazu) den jungen Männern nicht gönnen mögen, dass sich die Zeiten zum Guten geändert haben. Waren das nur unsere Eltern, die sich wünschten, dass es ihre Kinder und Enkel mal besser haben? Ich selber habe nach RS und halbem WK 3 Monate sinnlos im Gefängnis verbracht. Mein ältester Sohn hat in bei seinen Zivildienst-Einsätzen sehr viele gute Erfahrungen gemacht und viel gelernt. Ich hoffe, das ist auch für die zwei anderen noch möglich.
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Die Zivis sollen nun doch mal Gelegenheit bekommen zu zeigen was sie drauf haben. Da gibt allerhand von Berufe, die man beim Wiederaufbau von Aleppo gut gebrauchen könnte. Also Jungs ran an die Sache, zeigt mal was ihr da drauf habe und zu leisten im Stande seid. Nur keine falschen Hemmungen bringt mal was besonderes auf die Reihe.
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    2. Antwort von Niklaus Bächler (Brücken- statt Mauerbau!)
      H.H. aus der Ferne lassen sich immer gute Ratschläge erteilen. Insbesondere dann, wenn man sein Vaterland im Stich lässt und täglich von uns profitiert. Genau auf solches haben wir in der CH noch gewartet!
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    3. Antwort von Niklaus Bächler (Brücken- statt Mauerbau!)
      Es wäre an der Zeit sich zu überlegen, ob die guten Ratschläge von Wirtschaftsflüchtlingen hier zielführend sind. Offensichtlich gibt es nun bereits Tendenzen,wonach pensionierte Auslandschweizer hier Weisheiten verkünden, wie und wo der Militärdienst,bzw. der Einsatz von Zivildienstleistenden zu organisieren ist.geht man der Sache auf den Grund,erkennt man sehr schnell,dass die BR einer Grosspartei mit Fehlentscheiden diese Diskussion erst möglich machten/machen.
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    4. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Haben sich denn die Zeiten zum Guten geändert? Wir Schweizer werden ja von der EU & EU-Turbos gerne als Rosinenpicker bezeichnet. Erstaunlich also schon ist, dass man die Verteidigung unseres Landes lieber anderen Ländern in Europa, resp. der NATO überlassen will. Sollen im Ernstfall dann doch andere junge Männer, welche Wehrdienst leisten, ihre Köpfe hinhalten. Finde das persönlich ziemlich egoistisch.
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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Herr Bächler, normalerweise, wohlverstanden normalerweise verhalten sich Truppen-Kdt (immerhin auch Of's und oft auch im SOG) vollständig anders. Sind Sie nun die Ausnahme, die die Regel bestätigen ? - Oder was muss man davon halten ? Wo haben Sie Dienst,und als was genau, geleistet ? Fällt es Ihnen schwer diese einfachen Fragen zu beantworten ?
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    1. Antwort von Niklaus Bächler (Brücken- statt Mauerbau!)
      Man sieht,dass sie eben mit den Probleme innerhalb der Armee und den Anliegen, ja Sorgen der Trp Kt nicht vertraut sind.Stattdessen halten sie das Bild des wackeren Sdt Läppli aufrecht.Seit Jahren sind wir bemüht, endlich in dieser Armee ein Umdenken einzuleiten,damit sich endlich etwas ändert. Dass sie aus der Fern hier alles und jederzeit besser wissen und auch können, erstaunt mich nicht.
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