Zu warm oder schmutzig: Lebensmittel-Kühltransporte mangelhaft

Die Schweizer Kantonschemiker haben im vergangenen Jahr beinahe jeden fünften Kühltransport von Lebensmitteln beanstandet. Von 900 kontrollierten Lastwagen waren 19 Prozent ungenügend – vor allem kleinere, lokale Transporte.

Eine Kolonne von Lastwagen.

Bildlegende: Die Experten konstatieren ein «erhebliches Verbesserungspotenzial» bei den Kühltransporten. Keystone

Werden in der Schweiz Lebensmittel transportiert, sind sie häufig zu wenig gekühlt. Kantonschemiker haben fast jeden fünften Kühltransport beanstandet. Vor allem bei kleineren, lokalen Transporten waren die Lastwagen oft zu warm.

Bei diesen gebe es ein «erhebliches Verbesserungspotenzial», teilte der Verband der Kantonschemiker der Schweiz mit. Bei den grossen, internationalen Kühl- und Gefriertransporten seien hingegen wenig Mängel festgestellt worden.

Grosse Transporte besser gekühlt

Der höchste Anteil an Beanstandungen ergab sich bei kleineren Transporten zwischen 3,5 und 12 Tonnen. Mehr als jeder Dritte wurde als ungenügend bewertet. Bei den grossen Transporten genügte jeder Zehnte den Anforderungen nicht.

Insgesamt wurden bei 17 Prozent der Transporte die gesetzlichen oder vom Hersteller festgelegten Temperaturen um drei oder mehr Grad überschritten. Mehr als jedes zwanzigste Fahrzeug war deutlich – bis sechs Grad – zu warm. In vereinzelten Fällen waren die Temperaturen gar so hoch, dass die Ladung vernichtet werden musste.

Kampf dem Food Waste

Das Nichteinhalten von Kühltemperaturen gefährde die Lebensmittelsicherheit und verstärke die Verschwendung, den so genannten Food Waste, schrieben die Kantonschemiker.

Doch nicht nur zu hohe Temperaturen wurden bei den Transporten bemängelt. Bei verschiedenen Fahrzeugen waren beispielsweise die Türdichtungen defekt, die Einbauten rostig oder der Innenraum schmutzig. Zudem wurden einige Lastwagen aus verkehrstechnischen Gründen beanstandet.