Wahlkampf im Netz: Linke sind Twitter-Könige

Wer punktet im Online-Wahlkampf? Entscheidend ist die Präsenz der Parteien und ihrer Exponenten auf Facebook und Twitter. Zwölf Fakten zu den Parteien im Netz.

Das Logo von Facebook und Twitter.

Bildlegende: Der Wahlkampf im Netz wird von den Parteien via Facebook und Twitter geführt. Homepages spielen eine marginale Rolle. Reuters

Klar ist: Der Wahlkampf wird definitiv nicht über die offiziellen Internetseiten geführt. Diese werden von den Parteien und ihren Exponenten viel weniger bewirtschaftet als Facebook und Twitter.

Die linken Parteien und Politiker sind auf Twitter stark. Dort finden sie allerdings weit weniger Resonanz als auf Facebook. Auf Twitter wollen Parteien oft Journalisten auf ihre Inhalte lenken.

Auf Facebook dominiert die SVP, die dort mit Abstand am meisten Reaktionen von allen Parteien generiert.

Wenn nicht die Partei selber, sondern einzelne Politiker posten oder tweeten, finden sie allgemein viel mehr Gehör als ihre Partei. Sie werden dann von den Usern öfter kommentiert, gelikt, haben mehr Retweets oder Favorites.

Parteien auf Facebook

  • Die SVP ragt bei Facebook heraus: Die Partei kommt auf fast viermal so viele Beiträge wie die nächststärkste Partei, die SP. Entsprechend viele Interaktionen hat die Partei auf ihre Posts und Kommentare.
  • Die FDP postet und kommentiert auf der eigenen Facebook-Seite zwar mässig oft. Aber die Partei generiert im Verhältnis die meisten Reaktionen darauf.

Politiker auf Facebook

  • Am fleissigsten posten und kommentieren SP-Politiker auf Facebook. Sie sind damit noch vor den SVP-Kollegen. Fleissigster bei SP: Ständerat Roberto Zanetti (50 Beiträge), beste Reichweite bei SP: Nationalrat Carlo Sommaruga. Fleissigster bei SVP: Nationalrat Albert Rösti (89 Beiträge), beste Reichweite: Nationalrätin Natalie Rickli.
  • Abgeschlagen die BDP: Sowohl die Partei als auch ihre Politiker bilden das Schlusslicht. Entsprechend generieren sie auch die wenigsten Reaktionen.

Parteien auf Twitter

  • Auffallend aktiv auf Twitter sind die Grünen: Die Partei setzt die meisten Tweets ab. Entsprechend hat die Partei auch die meisten Interaktionen der User auf die Tweets der Partei.
  • Auffallend wenige Tweets setzt die SVP ab. Die Partei hat nur rund 1000 Tweets mehr als die Schlusslichter BDP oder CVP.

Politiker auf Twitter

  • SP-Politiker sind hier top: Sie weisen doppelt so viele Tweets vor wie ihre grünen Kollegen. Allerdings sind die Genossen den Grünen-Politikern rein zahlmässig um einiges überlegen. Meiste Tweets bei SP: Jean Christophe Schwaab (367 Beiträge), beste Reichweite bei SP: Nationalrat Cédric Wermuth. Meiste Tweets bei Grünen: Nationalrätin Aline Trede (314 Beiträge), beste Reichweite bei Grünen: Nationalrat Balthasar Glättli.
  • SVP-Politiker setzen die wenigsten Tweets ab. Jene SVP-Politiker, die es aber tun, werden reich belohnt, denn sie generieren im Verhältnis mit Abstand die meisten Interaktionen auf ihre Tweets. Natalie Rickli tweetet am Fleissigsten (62 Beiträge) und hat die beste Reichweite.

Partei auf ihrer Homepage

  • SVP, CVP und GLP haben in den vergangenen 30 Tagen etwa gleich viele Beiträge platziert. Diese drei Parteien haben hier die Nase vorn.
  • Dafür verweisen User mit Abstand am meisten auf die Seite der SP, sowohl im Verhältnis der Dokumente als auch in absoluter Zahl gemessen.

Politiker auf ihrer Homepage

  • Am aktivsten sind die SVP-Politiker auf ihrer eigenen Homepage. Allerdings verweisen die User im Verhältnis wenig auf die Seite der SVP-Politiker. Fleissigster bei SVP: Nationalrat Roland Büchel (21 Beiträge), beste Reichweite: Nationalrat Thomas Matter.
  • Die SP-Politiker generieren mit ihren Dokumenten auf ihrer Homepage mit Abstand die meisten Verweise. Fleissigster bei SP: Jean Christophe Schwaab (28 Beiträge), keine Seite der SP-Politiker ist gut vernetzt.

(Sendebezug: «Parteien im Vergleich», 21.9 - 1.10.)

Die Resultate der Analyse stammen aus dem Online-Monitoring-System von Talkwalker. Die Daten im Artikel beziehen sich auf die letzten 30 Tage. Stichtag ist der 5. Oktober 2015.