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5G-Pläne des Bundesrates Mobil surfen wird schneller – dereinst

Politik und Industrie wollen die rasante mobile Datenübertragung forcieren. Am Donnerstag hat sich der Bundesrat für die dafür notwendige Lockerung der Grenzwerte der Handy-Antennen ausgesprochen. Doch es gibt noch einige Stolpersteine bis zur flächendeckenden Einführung von 5G.

Legende: Audio 5G ist in aller Munde, aber bis das rasante Mobilnetz flächendenckend funktioniert, dürfte es noch dauern abspielen. Laufzeit 4:33 Minuten.
4:33 min, aus SRF 4 News aktuell vom 23.02.2018.

Das wird neu mit 5G: Der neue Mobilfunkstandard bringt deutlich mehr Geschwindigkeit. Dies weil über mehr Frequenzbänder gesendet werden kann und der Datentransport effizienter funktioniert. Zudem wird das Netz flexibler. Mit 5G wird man zum Beispiel in Sekundenschnelle ganze Spielfilme auf sein Handy herunterladen können. Auch das Streaming von Live-Übertragungen sollte endlich ruckelfrei funktionieren. Und rein technisch wäre es sogar möglich, beides gleichzeitig zu tun, wenn das Handy dies verarbeiten kann. Viel wichtiger sind die Möglichkeiten von 5G aber für die Wirtschaft. Die Technologie ist gerade bei der Vernetzung der Dinge sehr wichtig. Gewisse Prozesse, wie etwa automatische Verkehrsführung in einer Stadt, brauchen einen zuverlässigen, unterbrechungsfreien Datenstrom. Für die Digitalisierung in der Schweiz ist 5G deshalb matchentscheidend.

Darum pressiert es den Telekomfirmen mit 5G: Die Datenmenge, die in der Schweiz durch den Äther geschickt wird, verdoppelt sich jedes Jahr. Die Mobilfunk-Antennen sind gerade in Ballungszentren heute nahezu voll ausgelastet, neue Antennen zu bauen ist schwierig. Deshalb braucht es einen Technologiesprung, um die Datenmengen noch zu verarbeiten. Zudem macht auch die Politik Druck: Laut dem Bundesrat braucht es 5G so schnell wie möglich, damit die Schweiz in der Digitalisierung den Anschluss nicht verpasst.

Diese politischen Hürden stehen noch im Weg: Der Ständerat behandelt nächste Woche eine Motion, welche die zulässigen Strahlungswerte in den Ballungszentren erhöhen will. Der Bundesrat unterstützt die Motion, welche eine Anpassung an die weniger strengen EU-Grenzwerte verlangt. Das Thema wird sicher zu grösseren Diskussionen führen: Weil der Bau von neuen Antennen in den Städten kaum möglich ist, erhoffen sich Behörden und Mobilfunkunternehmen von stärkeren Sendern eine optimale Abdeckung mit dem 5G-Signal. Ausserdem braucht es neue Frequenzen, um die zusätzlichen Datenmengen überhaupt zu transportieren. Diese sollen noch in diesem Jahr versteigert werden. Dabei darf sich kein Anbieter benachteiligt vorkommen, sonst könnten Gerichtsverfahren die Einführung von 5G verzögern.

So realistisch sind die Pläne der Swisscom: Dass 5G schon dieses Jahr eingeführt wird, ist wohl bloss in einem beschränkten Rahmen möglich. So etwa auf dem Gelände einer grossen Firma oder in Versuchsanlagen in gewissen Städten. Doch die breite Masse wird von 5G noch einige Zeit nicht viel merken. Zuerst müssen alle Industriestandards definiert werden, auch gibt es noch gar keine Handys, die mit 5G arbeiten können. Als erstes werden vielleicht USB-Sticks für Laptops funktionieren. Vermutlich werden bis im nächsten Jahr erste Handys erhältlich sein, die quasi mit einem 5G-«light» arbeiten können. So war es auch bei der Einführung von 4G. Doch auch dann fehlt noch die alles abdeckende Antenneninfrastruktur. Sicher aber wird 5G in der Schweiz schneller kommen, als noch vor einem Jahr gedacht.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Connie Mueller (Connie Elizabeth)
    Schon mit 4G kann man Livestreams ruckelfrei anschauen. Durch 5G profitieren eigentlich nur die Handyhersteller, weil dann muss man ein neues handy kaufen dass auch 5G unterstützt. Also man muss min. 500Fr ausgeben. Die billighandys werden eben diesen Standard nicht unterstützen.
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    1. Antwort von Henriette Rub (ehb)
      Man kann ja auch darauf verzichten. Wer immer die neueste Technik haben will, muss sich nicht über die negativen Auswirkungen von Handyantennen und den Stress der fortschreitenden digitalen Überwachung beklagen. Und lassen sie doch bitte das GPS eingeschaltet, damit Jedermann immef wissen kann, wo sie sind und was sie tun.
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    2. Antwort von Connie Mueller (Connie Elizabeth)
      Mir ist die digitale Überwachung egal. Wenn man ja nichts zu verbergen hat ist es ja egal.
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    3. Antwort von antigone kunz (antigonekunz)
      Das Argument man/frau habe nichts zu verbergen und es spiele daher keiner Rolle >Snowden hat es auf den Punkt gebracht, "Man könne ebenso argumentieren, freie Meinungsäusserung sei nicht so wichtig, weil man nichts zu sagen habe."
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  • Kommentar von Ivo Muri (Ivo Muri)
    ...und die Gesundheitskosten werden genau gleich wie die Datenmengen exponentiell wachsen. Ich würde mir wünschen, dass unsere Politiker bei Herrn Markt und Frau Wirtschaft mal nachfragen, was sie meinen zu qualitativem statt quantitativem Wachstum. Es könnte sein, dass unsere Lebensqualität ohne 5G wesentlich besser wäre und dass 4G noch lange qualitativ optimierbar wäre.
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    "Die Datenmenge, die in der Schweiz durch den Äther geschickt wird, verdoppelt sich jedes Jahr." Ist dass gottgegeben oder hat das auch mit der 'Denkfaulheit und Programmierunfähigkeit' so mancher Programmentwickler zu tun? Braucht es 100te von APPS auf einem Smart-Phoney? Vor allem, wenn frau bedenkt, dass fast jedes ein Datenstaubsauger ist und uns noch enger in den Schwitzkasten der Konzerne bringt …..
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    1. Antwort von Beat Morgenthaler (beatmaster)
      Wie im Artikel erwähnt sind Medien wie Film und TV im Vordergrund, hat nichts mit schlechte App Entwickler zu tun
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    2. Antwort von antigone kunz (antigonekunz)
      Dass ist schon so, Bild und Tondateien und wie jemand richtig erwähnt hat das Internet der Dinge viel Speicher oder grosse Datenübertragungs-Kapazitäten benötigen und doch, ich denke viel Programmierer sind einfach gewohnt, dass es auf die Speicher oder wie auch immer Kapazität nicht ankommt. Wer, wie hiess das Ding mit dem grünen Bidlschirm programmierte, musste wahrschienlich ziemlich anders haushalten. Die Speicher werden an ihr Grenzen kommen und auch die Datenübertragung.
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    3. Antwort von Benjamin Lang (lenjaminbang)
      Ich habe nicht gerade das Gefühl, dass Sie wissen, wovon Sie reden. Das hat keineswegs mit der Denkfaulheit oder Programmierunfähigkeit von Programmierern zu tun, sondern mit dem rasanten Anstieg von Angebot und Nachfrage. Übrigens entwickeln sich auch die Speicher weiter, um eben noch mehr Kapazität und Schnelligkeit garantieren zu können. Dass es sich um, wie Sie so schön sagen, "Datenstaubsauger" handelt interessiert die meisten nicht wirklich.
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    4. Antwort von antigone kunz (antigonekunz)
      Herr Lang, dass was bei Menschen und auch bei der Technologie Grenzbestimmend sein wird, ist die Physikalität. Es gibt in diesem Run, möglichst schnell ein APP zu entwickeln und auf den Markt zu bringen viele, die einfach phantasielos paste&copy machen. Es wahrscheinlich nur ein paar wenige wirklich begnadete, schlank Programmierende. Diese Unausweichlich ist spätestens dann zu Ende, wenn Energie und Baustoffe ausgehen. Eigentlich ist es auch eine Form technokratischem Totalitarismus.
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