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Wirtschaft Aussichten 2016: Die Industrie hat zu beissen

Die Schweizer Wirtschaft wird nächstes Jahr etwas an Schwung zulegen. Davon gehen Konjunkturexperten aus. Sie rechnen mit einem Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) von gut einem Prozent. Die Industrie wird jedoch auch 2016 unter dem starken Franken leiden.

Ein Schweissroboter bearbeitet einen Abfallcontainer.
Legende: Für die Maschinen-, Elektro-, Metall- und Textilindustrie ist die Währungssituation besonders schwierig (Symbolbild). Keystone

Wenn sie über 2016 sprechen, üben sich die Konjunkturexperten in Zuversicht. ZKB-Chefökonom Anastassios Frangulidis sagt zum Beispiel: «Nächstes Jahr werden wir den Frankenschock vom 15. Januar 2015 zunehmend verdauen.» Das brauche zwar Zeit, aber glücklicherweise entwickle sich Europa besser.

Nicht nur in Europa, sondern auch in Japan und den USA soll die Wirtschaft wachsen. Dies werde der Schweizer Exportwirtschaft zugutekommen, sagen die Experten voraus. Sie erwarten, dass das Bruttoinlandprodukt (BIP) der Schweiz im neuen Jahr um gut ein Prozent wachsen wird. Bund und Nationalbank rechnen sogar mit einem Wachstum von gegen 1,5 Prozent.

Mehr Arbeitslose erwartet

Ob 1 oder 1,5 Prozent: Für Rudolf Minsch, Chefökonom des Wirtschaftsdachverbandes Economiesuisse, ist das Wachstum zu tief. «Wir können nicht zufrieden sein, weil die Schweizer Wirtschaft hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt.» Als Folge werde die Zahl der Arbeitslosen etwas ansteigen.

Rudolf Minsch, Chefökonom des Wirtschaftsdachverbandes Economiesuisse, gestikuliert.
Legende: Ein Wirtschaftswachstum von 1,0 oder 1,5 Prozent sei zu wenig, sagt Rudolf Minsch von Economiesuisse. Keystone

Vor allem in der Industrie dürften weitere Beschäftigte wegen des starken Frankens ihre Stelle verlieren. Besonders problematisch sei die Situation für die Maschinen-, Elektro-, Metall- und die Textilindustrie, sagt Minsch. «Diese Branchen haben grosse Schwierigkeiten.» Dies deshalb, weil diese Industrien verhältnismässig viel in die EU exportieren und entsprechend unter dem starken Franken leiden würden.

Starker Franken fordert Opfer

Während Pharmaunternehmen – die anteilsmässig weniger in die EU exportieren – in der Schweiz Stellen schaffen dürften, wird die Industrie wohl Fabriken schliessen oder ins günstigere Ausland verlagern. Der starke Franken wird damit auch 2016 Opfer fordern, ist sich die Ökonomenzunft einig.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Künzi (Unbestimmt)
    Ich bin mir sicher, dass wir neue Geldverteilsysteme brauchen. Gewisse Zweige - und da gehört die Industrie dazu - arbeiten zuviel und bekommen zu wenig. Da Geld nicht wegdenkbar ist, glaube ich eine Art bedingungsloses Grundeinkommen wird sich da und dort durchsetzen und ist Gerechter als viele noch vermuten.
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    1. Antwort von Walter Starnberger (Walter Starnberger)
      Vor allem in Ländern wie Portugal und Griechenland beispielsweise wäre ein bedingungsloses Grundeinkommen wichtig, Herr Künzi. Die sind nämlich viel ärmer als wir, und brauchen es deshalb viel dringender.
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    2. Antwort von W. Pip (W. Pip)
      ... und deshalb wäre es wichtig, dass wir es einführen, ohne die bilateralen VErträge zu kündigen nota bene. Dann könnten wir endlich halb Europa per Gesetz durchfüttern. Gellen Sie... ;-)
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    3. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      Zu neuen Geldverteilungssystemen gehört im Speziellen die Abkehr von Systemen, die nur wachstumsorientiertes Denken und Handeln zulassen. Viel zu wenig eingebracht wird auch die Tatsache, dass wir uns hier bereits wieder vermehrt einer Tauschwirtschaft annähern, die keine Steuereinnahmen mehr generiert und das Funktionieren von Infrastruktur und Sozialwerken unterminiert.
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