Die Pharmaindustrie bangt um ihre Margen

Die Pharmakonzerne mussten die Preise ihrer Medikamente schrittweise dem ausländischen Preisniveau anpassen. Seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses fürchtet die Branche nun, sie müsse ihre Preise gleich noch einmal deutlich senken. Dagegen wehrt sie sich schon mal präventiv.

Die Medikamentenpreise in der Schweiz haben sich in den letzten Jahren schrittweise den Preisen im Ausland angenähert. Sie seien zuletzt gar problemlos vergleichbar gewesen mit den Preisen etwa in Deutschland, Frankreich, Österreich, Dänemark oder auch Grossbritannien, sagt Thomas Cueni vom Branchenverband Interpharma.

Doch seit der Aufhebung des Mindestkurses, seit sich der Franken zum Euro schlagartig um rund 15 Prozent aufgewertet hat, sind die Preise hierzulande wieder weit höher im Vergleich zum Ausland. Cueni fordert nun einen Marschhalt: «Wir brauchen dringend eine Abfederung dieses Franken-Schocks.»

Durchschnittlicher Wechselkurs ist relevant

Er schlägt vor, dass man beim Festsetzen der inländischen Medikamentenpreise nicht nur die Preise aus dem Ausland zu Rate zieht, sondern auch Preise von Medikamenten im Inland, die eine ähnliche Wirkung haben, einfliessen lässt. Das würde den Anpassungsdruck mildern.

Die Behörden betonen jeweils, dass für Preissenkungsmassnahmen jeweils der durchschnittliche Wechselkurs eines ganzen Jahres relevant sei. Im Optimalfall entschärft sich das Problem der Pharmabranche also von allein. Nämlich dann, wenn sich der Franken zum Euro wieder abschwächt.