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Drogenmissbrauch in den USA Ohio klagt Pharma-Unternehmen wegen Drogen-Epidemie an

Der Missbrauch von opioidhaltigen Schmerzmitteln fordert in den USA jedes Jahr Zehntausende von Toten und stürzt Hunderttausende in die Abhängigkeit. Die volkswirtschaftlichen Kosten gehen in die Milliarden. Der Staat Ohio klagt gegen fünf Pharma-Unternehmen.

Drogensüchtige auf der Strasse - nachts
Legende: Drogenabhängige in den USA: Zehntausende sterben jährlich. SRF
  • Der Bundesstaat Ohio verklagt fünf Pharma-Unternehmen wegen exzessivem Verkauf von Schmerztabletten. Mit Opioiden sollen sie Hunderttausende drogenabhängig gemacht haben.
  • Mit aggressiven Marketingkampagnen werden gemäss Anklage die Risiken heruntergespielt.
  • Opioidhaltige Schmerzmittel stehen in Amerika häufig am Anfang einer Drogen-Karriere.

Angeklagt sind Unternehmen wie Purdue Pharma. Die Firma hat Schmerzmittel auf Opioidbasis mit aggressiven Marketingkampagnen auf den Markt gebracht. Die exzessive Verschreibung solcher Medikamente hat viele junge, gesunde Menschen wegen Bagatellverletzungen in die Sucht getrieben.

Risiken heruntergespielt

Besonders stark betroffen ist der Bundesstaat Ohio. Dort kostet die Opioid-Epidemie den Staat jährlich 4 Milliarden Dollar. Der Staatsanwalt von Ohio, Mike Dewine hat gegen die fünf Hauptproduzenten von opioidhaltigen Schmerzmitteln Anklage erhoben. «Mit ihrer millionenschweren Werbung täuschten sie die Menschen», wirft Mike Dewine den Pharmafirmen vor. Sie hätten die Risiken heruntergespielt, um mehr Umsatz zu machen.

Neben Ohio erwägen noch neun weitere Staaten rechtliche Schritte. Die Pharmaunternehmen weisen die Vorwürfe zurück. Doch die Klage hat durchaus eine Chance. Pharmafirmen förderten den laschen Umgang mit verschreibungspflichtigen Medikamenten jahrelang. Mit irreführenden Prospekten und Lehrmitteln deckten sie die Ärzteschaft ein. Gemäss Anklage haben die Pharmafirmen so den Verkauf von Opioiden gefördert.

Von Schmerzmitteln zu Heroin

Einmal abhängig von Schmerzmitteln greifen viele süchtige Patienten zu Heroin. Bud Lytle ist Polizeichef von Chillicothe, einer Kleinstadt in Ohio, wo der Drogenmissbrauch besonders verbreitet ist. Er betrachtet opioide Schmerzmittel als Einstiegsdroge. «Die Schmerzmittelpillen sind viel teurer als Heroin, das sie auf der Strasse kaufen. Deshalb wechseln sie zum Heroin, mit fatalen Folgen», so Bud Lytle.

Im vergangenen Jahr starben in Ohio über 4000 Menschen an den Folgen einer Überdosis Heroin oder Schmerzmitteln. Gesamthaft forderte die Drogenepidemie in den USA über 60'000 Todesopfer.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Beat Reuteler (br)
    Gut so! Gebt Ihnen saures! Klagt auch gleich noch die FDA an, die als Aufsichtsbehörde kläglich versagt hat. Wegen bagatellen verunglimpft diese Behörde weltweit seriöse Firmen im Med Tech Bereich und da wo es tausende von Toten gibt schauen sie weg.
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