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Steigender Preisdruck Dunkle Zeiten für Schweizer Zucker

Die Schweizer Zuckerproduktion war dieses Jahr ein Desaster. Das nächste Jahr wird noch schwieriger.

Schweizer Zucker Packungen
Legende: Schweizer Zucker: Die Preise sind wegen der billigen EU-Konkurrenz unter Druck. Keystone

Das Wichtigste in Kürze:

  • Zuckerrüben-Bauern sind eine aussterbende Spezies in der Schweiz.
  • Die Schweizer Zucker AG verliert damit ihre Lieferanten.
  • Die Lage dürfte sich wegen Billigimporten und der Liberalisierung des EU-Zucker-Marktes weiter verschärfen.

In der Schweiz gibt es immer weniger Zuckerrüben-Bauern – noch rund 5000. Alleine im letzten Jahr haben 300 aufgegeben, und viele weitere habe ihre Produktion massiv zurückgefahren. Der Grund: Der garantierte Grundpreis, den die Bauern erhalten, ist von 10.20 Franken pro 100 Kilo im Jahr 2005 um fast zwei Drittel auf derzeit 3.70 Franken gesunken.

«Für mich ist die Schmerzgrenze längst überschritten», sagt Stefan Schick. Er baut in vierter Generation Rüben an und wird wohl der Letzte sein. Beim aktuellen Rübenpreis lohne sich das Geschäft schlicht nicht mehr.

Für mich ist die Schmerzgrenze längst überschritten
Autor: Stefan SchickZuckerrüben-Bauer

Kampf ums Überleben

Der grossflächige Ausstieg von Rübenbauern bringt die Schweizer Zucker AG in Bedrängnis. Sie verarbeitet Rüben. Ihre beiden Fabriken in Aarberg (BE) und Frauenfeld (TG) sind nicht genügend ausgelastet. Bereits letztes Jahr schrieb die Firma deshalb rote Zahlen, heuer dürfte es nicht besser sein.

Das Unternehmen probiere, den Zucker so günstig wie möglich herzustellen, «um für alle genug zu erwirtschaften, damit wir einigermassen überleben können», sagt Guido Stäger, der Chef von Schweizer Zucker.

Weitere Preissenkungen erwartet

Die Bauern verdienen also nicht genug an ihren Rüben. Dies, obwohl Schweizer Zucker viel teurer ist als Zucker aus der EU. Grosse Verarbeiter in der Schweiz, etwa Guetzli-Hersteller, leiden unter Billigimporten aus der EU. Deshalb drängen sie auf tiefere Zuckerpreise in der Schweiz.

Die Lage der Schweizer Zuckerproduzenten dürfte sich deshalb nächstes Jahr verschärfen – zumal die EU ihren Zuckermarkt weiter liberalisiert und der Zuckerpreis im EU-Raum voraussichtlich noch stärker sinken wird.

Der Bund soll's richten

Rübenbauern und Zuckerfabriken hoffen auf die Unterstützung des Bundes. In der zuständigen Nationalratskommission wurde die parlamentarische Initiative «Stopp dem ruinösen Preisdumping beim Zucker» letzten Monat angenommen. Diese fordert höhere Zölle beim Zuckerimport.

Zu viel Schweizer Zucker?

Während die Zuckerproduzenten um ihre Auslastung kämpfen und höhere Zölle fordern, monieren Kritiker, dass die Schweiz doppelt so viel Zucker herstelle, wie sie zur Selbstversorgung brauche. Landwirtschaftsökonom Felix Schläpfer sagt: «Es würde sich volkswirtschaftlich auszahlen, wenn man halb so viel Zucker produzieren würde.» Man könne eine von zwei Fabriken stilllegen, und die Versorgungssicherheit wäre nach wie vor gewährleistet, meint Schläpfer. Zudem könne der Bund die staatlichen Hilfen in der Höhe von 100 Millionen Franken im Jahr halbieren.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Benedikt Lustenberger (Benedikt Lustenberger)
    Die Zucker-Fabrikanten und der Anbau von Zuckerrüben wird massiv subventioniert! Obwohl die klimatischen Bedingungen an vielen Orten ausserhalb der CH besser sind! Es würde mehr Sinn machen, diese Subventionen als Entwicklungshilfe auszugeben. Jedoch sind die Zuckerfabrikanten sehr gut in Bundesbern vertreten, resp. Haben ihre Lobbyisten! Schaut mal, wer alles als VR in den Zuckerfabriken vertreten ist.... interessant...!!!
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  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Birkenzucker trickst Bakterien aus.Die ungewöhnliche Wirkung des Birkenzuckers beginnt bereits im Mund. Über 300 Studien belegen, dass der alternative Zucker die Anzahl der zahnfeindlichen Bakterien im Speichel und die schädliche Säurebildung in der Plaque reduziert. Ein Grund, weshalb Birkenzucker in Finnland und anderen Ländern zahnärztlich empfohlen wird. Birkenzucker sieht aus wie Haushaltszucker, schmeckt zuckersüss und schützt vor Karies.
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  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Wussten Sie schon... ?dass Raffinierter Zucker der Krankmacher Nr. 1 ist? Dass sich Kristallzucker negativ auf die Zähne auswirkt und Mitverursacher von Karies sein kann? Eine gute Lösung dafür bietet der Birkenzucker. Am besten bekannt ist der Birkenzucker in der Zahnpflege, dort wird er unter dem Namen Xylit angepriesen. Birkenzucker sieht aus wie Haushaltszucker, schmeckt zuckersüss und schützt vor Karies. Man kann Birkenzucker wie normalen Zucker verwenden. Gibts auch im ALdi.
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