Einkaufstourismus belastet Schweizer Detailhandel

Das vergangene Jahr ist für den Schweizer Detailhandel kein Ruhmesjahr: Die Analysten von Bak Basel haben für 2015 den grössten Umsatzrückgang der letzten Jahre errechnet. In die Kassen flossen zwei Milliarden Franken weniger als im Vorjahr.

Jemand in gelbem Mantel stützt sich auf Rollband bei einer Coop-Kasse, darauf liegen wenig Waren.

Bildlegende: Kunden kauften weniger in der Schweiz ein, die Händler mussten die Preise senken. Keystone

Die Schweizer Detailhändler machten im vergangenen Jahr über zwei Milliarden Franken weniger Umsatz – ein Minus von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das ist der grösste Rückgang, seit das Forschungsinstitut Bak Basel 1980 die Zahlen erstmals erhoben hat.

Verschärfte Konkurrenzsituation

Der starke Franken sei schuld an den schlechten Detailhandelszahlen, sagt Jonas Stoll, Ökonom bei Bak Basel. «Insbesondere in preislicher Hinsicht hat der Detailhandel an Konkurrenzfähigkeit zum nahegelegenen Ausland verloren.»

Das habe den Einkaufstourismus weiter angetrieben, so Stoll. «Zudem sind die Preise als Reaktion auf die verschärfte Konkurrenzsituation stärker gesunken.»

2016 sollten die Detailhändler aber wieder etwas aufatmen können: «Wir gehen auch für das nächste Jahr von einem Umsatzrückgang aus, allerdings von einem deutlich kleineren von -0,4 Prozent.» Der Rückgang wird zwar nicht mehr so stark sein, aber die Zeiten, in denen der hiesige Detailhandel wächst, sind vorerst vorbei.

Preise wie anno 1990

Die derzeitigen Preise im Schweizer Detailhandel bewegen sich laut Bak Basel auf dem Niveau von vor 25 Jahren. Zum Vergleich: Sämtliche Konsumgüter sind über die letzten 25 Jahre im Durchschnitt um 30 Prozent teurer geworden, wie der Landesindex für Konsumentenpreise zeigt.