Zum Inhalt springen
Inhalt

Ende der Geldflut EZB will Anleihenkäufe per Ende 2018 einstellen

  • Die Europäische Zentralbank (EZB) stellt ein Ende ihrer milliardenschweren Anleihenkäufe zum Jahresende 2018 in Aussicht.
  • Ab Oktober wird die Notenbank das Volumen der monatlichen Käufe zunächst von derzeit 30 Milliarden Euro auf 15 Milliarden Euro verringern.
  • Ende Dezember könnte das Programm dann auslaufen. Das beschloss der EZB-Rat bei seiner auswärtigen Sitzung im lettischen Riga, wie die Notenbank mitteilte.
Die Europäische Zentralbank in Frankfurt
Legende: Der Sitz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. Reuters

Die billionenschweren Käufe von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren waren in den vergangenen Jahren ein wichtiges Mittel der Notenbank im Kampf gegen eine aus ihrer Sicht zu schwachen Inflation. Doch im Mai kletterte die Teuerung auf 1,9 Prozent – und liegt damit im Zielbereich von knapp zwei Prozent.

Einschätzung von SRF-Wirtschaftsredaktor Jan Baumann

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Viel ist in den letzten Tagen über das heutige EZB-Ratstreffen spekuliert worden. Kündigt EZB-Chef Mario Draghi tatsächlich das baldige Ende des riesigen Anleihen-Kaufprogramms an?

Die Antwort lautet Ja. Ab Oktober wird die EZB ihre monatlichen Anleihen-Käufe zunächst von derzeit 30 Milliarden auf 15 Milliarden Euro drosseln. Ende Dezember könnte das Programm dann ganz auslaufen. Damit sendet die EZB ein wichtiges Signal aus. Sie traut der Wirtschaft in den 19 Euro-Ländern wieder mehr zu. Die Konjunktur ist derart kräftig, so die Botschaft, dass das Euroland künftig auch ohne die 2015 begonnenen geldpolitischen Sondermassnahmen auskommt.

Als nächstes stellt sich die Frage, wie die Finanzmärkte auf die von Mario Draghi demonstrierte Zuversicht reagieren. Falls die Märkte es Draghi abnehmen, dass er tatsächlich an ein nachhaltiges Wachstum und eine stabile Entwicklung der Löhne und Preise in den 19 Euro-Ländern glaubt: Dann dürfte der Euro-Wechselkurs tendenziell zulegen, zum Beispiel auch gegenüber dem Schweizer Franken. Und damit steigen die Chancen, dass die Nationalbank bald etwas mehr Spielraum bekommt, um laut nachzudenken über eine allmähliche Rückkehr zur geldpolitischen Normalität.

Doch aufgepasst: Bis zur effektiven Zinswende in Europa dürfte es noch länger dauern. Dieses Jahr ist damit nicht mehr zu rechnen. Auch dies stellte die EZB heute klar.

Leitzins bleibt bei 0,0 Prozent

Die Währungshüter gehen davon aus, dass die Leitzinsen noch bis über den Sommer 2019 hinaus auf dem aktuellen Niveau bleiben werden. Der Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld liegt bereits seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.