Zum Inhalt springen
Inhalt

Wirtschaft Endlich: Die OECD will Steuerschlupflöcher stopfen

Google, Amazon, Apple und Starbucks sind die Sinnbilder für globale Steuervermeidung. Da sie weltweit agieren, können sie überall Steuerschlupflöcher ausmachen und das konnten sie bis anhin ganz legal nutzen. Doch dieses Treiben soll nun ein Ende haben.

Pascal Saint Amans, Steuerchef bei der OECD, sagt: «Es wird ein Ende haben, dass multinationale Konzerne ihre Investitionen und Einnahmen von A nach B und von dort nach C verschieben, um jedes Mal Steuern zu sparen.»

Um dieses Ziel zu erreichen, müssen Konzerne mit einem Umsatz von mehr als 750 Millionen Euro den Ländern, in denen sie aktiv sind, Daten übermitteln. So können die Finanzbehörden abschätzen, ob die bezahlten Steuern dem realen Gewinn entsprechen. Fälle wie Google, Amazon oder Apple soll es nicht mehr geben. Dies sind allerdings nur die medial am meisten beachteten Beispiele. Sie haben gezeigt, dass digitale Unternehmen, die überall und nirgends zu Hause sind, noch mehr Möglichkeiten haben, Steuern mit legalen Tricks einzusparen.

Steuer-Rulings sollen transparent gemacht werden

Seit bekannt geworden ist, dass Luxemburg und etliche andere Länder mit Firmen im Voraus Art und Höhe von Steuern aushandeln, ist die OECD auch in diesem Bereich aktiv geworden. In Zukunft sollen solche Steuer-Rulings zwar nicht verboten sein. Aber der Inhalt soll unter den Finanzbehörden transparent gemacht werden.

Für die Schweiz von Relevanz ist das faktische Verbot der sogenannten Holding-Besteuerung. Für internationale Konzerne war diese sehr interessant. Sie liessen am Holding-Sitz, meist in einem Tiefststeuerkanton, den Konzerngewinn anfallen, obwohl sie ausser ein paar Angestellten hier wirtschaftlich gar nicht aktiv waren.

Tiefere Steuern für Einnahmen aus Patenten dürfen nur noch dort gewährt werden, wo die Unternehmen auch tatsächlich forschen und entwickeln. Für den Forschungsstandort Schweiz ist diese Neuregelung bedeutsam.

Was es finanziell bringt, ist offen

Von den 15 OECD-Massnahmen müssen die Mitgliedstaaten vier in nationale Gesetze umwandeln. Die andern elf gelten als Empfehlung, auch wenn der Druck gross sein wird, diese auch umzusetzen.

Ob die einzelnen Länder mit diesen Massnahmen tatsächlich mehr Steuern einnehmen ist völlig offen. Die OECD schätzt die legale Steuervermeidung auf jährlich 100 bis 240 Milliarden Dollar.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

5 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Endlich! Aber ALLE!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Michael Räumelt (Wirtschaftskanzlei)
    Diese Konzerne machen nichts Illegales, sie nutzen lediglich die internationalen Gesetze. Die Quittung hierfür werden hunderte Angestellte und deren Familien bekommen, die dem Sozialsystemen zur Last fallen wenn Sie entlassen werden.Ohne diese Steueroptimierungen wären diese Unternehmen nicht das was Sie heute sind.Leider wird das in unserer Neid-Gesellschaft nicht gewürdigt... im Gegenteil!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Margot Helmers (Margot Helmers)
      Google, Amazon, Apple und Starbucks haben in Luxemburg 0,1% Steuern bezahlt. In wieweit haben hier die Sozialhilfeempfänger profitiert? Die aktuelle "Forbes"-Liste: 400 reichste Amerikaner besitzen 2,3 Billionen $, 50 Milliarden mehr als 2014. Amazon-Gründer Jeff Bezos belegt mit 47 Milliarden $ den 4. Rang, FB Mark Zuckerberg mit 40,3 Milliarden den 7. Die Google-Mitbegründer Larry Page (33,3 Milliarden $) und Sergey Brin (32,6 Milliarden$) liegen auf dem 10. und 11. Platz. Wer hat gearbeitet?!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Peter Steiner (pcsteiner)
      Immer diese Angstmacherei mit den Arbeitslosen. Wenn es nirgends Schlupflöcher gibt, ist die Schweiz bestimmt ein attraktives Land für internationale Konzerne.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Margot Helmers (Margot Helmers)
      Am Post von Herrn Räumelt kann man erkennen, dass die Unis einen falschen Lehransatz vermitteln. Die Mehrheit glaubt das Kredite von Spareneinlagen vergeben werden, gerade auf MMNEWS ein Aufsatz der die falschen Annahmen zerlegt: "Geld aus dem Nichts - Mythos oder Tatsache?". Auch die Auswirkungen vom exponentiellen Wachstum durch den Zinseszins sind den wenigsten geläufig. Herr Räumelt sollte sich unbedingt weiterbilden, ein guter Einstieg ist Andreas Popp: Diese Infos sollten wir nie erhalten
      Ablehnen den Kommentar ablehnen