EZB-Entscheid gibt SMI nur kurz Rückenwind

Der Schweizer Aktienmarkt hat nach der Leitzinssenkung für den Euroraum zunächst kräftige Gewinne verzeichnet, diese aber im Verlauf des Tages wieder komplett eingebüsst.

Tagesentwicklung SMI

Bildlegende: Der SMI hatte in der ersten Stunde nach Bekanntgabe des EZB-Entscheids um über 100 Punkte auf 8095 Punkte zugelegt. Swissquote

Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel mit deutlichen Verlusten beendet. Nach dem EZB-Zinsentscheid am frühen Nachmittag stieg der Leitindex SMI zunächst um bis zu 1,5 Prozent kräftig an.

Bis zum Schluss bröckelten die Gewinne dann jedoch wieder ab und der SMI fiel immer tiefer ins Minus. Der Leitindex schloss 1,03 Prozent tiefer auf dem Tagestief von 7894 Punkten.

Es sei auch zu Gewinnmitnahmen gekommen, hiess es am Markt. Mit der Äusserung des EZB-Chefs Mario Draghi, er gehe von keinen weiteren Zinssenkungen aus, wurden die Massnahmen als «letzte Patrone der Zentralbank» interpretiert. Für die inzwischen «von der geldpolitischen Droge abhängigen» Aktienmärkte löse dies allein bereits Entzugserscheinungen aus, so die kritischen Stimmen.

Gleichzeitig verteuerte sich der Euro zum Schweizer Franken wieder auf über 1.10 und notierte bei 1.1009 Franken. Bei Bekanntgabe der EZB-Beschlüsse hatte sich der Euro vorübergehend auf ein Tagestief von 1.0892 Franken abgeschwächt.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • EZB senkt Leitzins

    Aus Tagesschau vom 10.3.2016

    Die Europäische Notenbank senkt den Referenzzinssatz für Banken auf historische null Prozent. Und sie pumpt zusätzliches Geld in die Märkte. Damit soll die Wirtschaft endlich wieder in Schwung kommen.

  • Im Kampf gegen die Wachstumsschwäche und die Mini-Inflation greift die Europäische Zentralbank zu starken Mitteln. EZB-Chef Mario Draghi öffnet die Geldschleusen weit.

    EZB-Chef Draghi - mit dem Mut der Verzweiflung

    Aus Echo der Zeit vom 10.3.2016

    Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins erstmals auf null Prozent gesenkt. Sie verschärft auch den Negativzins für Bankeinlagen von 0,3 auf 0,4 Prozent. Zudem weitet die EZB ihr Anleihen-Kaufprogramm von 60 auf 80 Milliarden Euro pro Monat aus.

    EZB-Chef Draghi setzt darauf, dass dies das Wirtschaftswachstum ankurbelt. Bericht und Einschätzung.

    Eveline Kobler