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Flexible Preise für Skiabos «Wir leben davon, dass auch die Mittelschicht gerne Ski fährt»

Legende: Audio Kaufen die Skifahrer ein Ticket im Voraus? abspielen. Laufzeit 2:45 Minuten.
2:45 min, aus SRF 4 News aktuell vom 23.11.2017.

SRF News: Wie schätzen Sie die neuen Entwicklungen bei der Preisgestaltung der Skipässe ein?

Ueli Stückelberger: Ich beurteile die Entwicklung sehr positiv. Man versucht, verschiedene neue Preismodelle auf den Markt zu bringen. Wie sich dann das auf die Kundinnen und Kunden auswirkt, wird man sehen. Ich finde es positiv, dass man eine grosse Palette von verschiedenen Möglichkeiten anbietet.

Geht die Rechnung auf, auf diese Weise mehr Gäste ins Skigebiet zu bringen?

Ja, davon gehe ich aus. Ich bin überzeugt, viele Modelle sind sehr geeignet. Weil die Kundinnen und Kunden, die heute Ski fahren, vermehrt kommen werden. Denn unter dem Strich kommen sie über die ganze Saison gesehen günstiger weg und sind dafür öfter Skifahren gegangen, als vielleicht geplant.

Gelingt es damit auch, neue Skifahrer anzuziehen?

Es geht sicher darum, dass die Leute, die heute schon Ski fahren, vermehrt Ski fahren. Und Gäste, die bis jetzt noch nie Ski gefahren sind, muss man mit anderen Aktionen ansprechen. Zum Beispiel mit Skilehrern, die garantieren, dass man in drei Tagen Skifahren lernen kann. Oder mit günstigen Angeboten in kleinen Unternehmen.

Wird der Schweizer Ski Kunde diese Modelle akzeptieren?

Da wage ich keine Prognose. Wir werden das Ende Saison entscheiden. Es wird wichtig sein, wie risikofreudig unsere Gäste ein Ticket kaufen. Dann nämlich, wenn man noch nicht weiss, wie das Wetter sein wird.

Wir sprechen meistens über den Preis. Man hat auch den Eindruck, dass diese «Alles fährt Ski»-Mentalität noch besteht und dass man irgendwie den Anspruch hat, günstig Ski zu fahren. Muss der Konsument umdenken?

Es ist schon so, Ski fahren ist nicht günstig. Doch in der Erwartung der Leute muss es für alle erschwinglich sein. Das ist auch die Motivation der Unternehmen: Angebote zu machen und Lösungen aufzuzeigen, die die Leute ansprechen und nicht nur eine Oberschicht.

In den USA kostet ein Skiticket um die 100 Dollar. Müssen wir auch mit solchen Preisen rechnen?

Nein, das kann keine Lösung sein. Denn wir leben davon, dass auch eine breite Mittelschicht gerne Ski fährt und sich das auch leisten kann. Deshalb braucht es immer Angebote, die für Familien erschwinglich sind.

Zur Person

Der Jurist Ueli Stückelberger ist Direktor des Verbandes Seilbahnen Schweiz.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    "Alles faehrt Ski, Ski faehrt die ganze Nation" ist Geschichte. Dem zu fleissigen Volk wird immer hoeher in die Mittelschicht der ganze Wahlbedarf geklaut. Und Skiwikends, geschweige denn Skiferien, ein Traum. Nicht nur die Schi-, sondern auch viele andere Binnenindustrien fuer den frueheren Massenverbrauch gehen bankrott, ausgenommen dort, wo auslaendische Geld"adlige" wie Heuschrecken einfallen und die Preise hochtreiben....
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Wenn ich auf den Autobahnen so herumschaue was für teure Autos generell gefahren werden, kann ich Ihrem Statement nicht zustimmen. Der "Wahlbedarf" wie Sie es nennen, wird heute einfach mit anderen Prioritäten ausgegeben. Dass die Leute keinen Wahlbearf mehr ausgeben können, kann so nicht stimmen.
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    2. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      @Reuteler - Der Chinese steigt vom Fahrrand ins Auto und auf die Schi um. Der Schweizer vom Auto und den Schi aufs Velo. In Bern haben nur noch hohe Politiker gute Gratisparkplaetze beim Amtsgebeude. Hoechstkaraetigen entbeamteten Sachbearbeitern wird das Umsteigen aufs Velo empfohlen. Parkplaetze gibts im Dichtestress nur noch in wenigen Ausnahmefaellen und gegen horrende Platzmieten. Wenn die Autobahnvignette nur fuer abbezahlte Autos verkauft wuerde, waeren die taeglich schlimmeren Staus Gesc
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  • Kommentar von Beat Reuteler (br)
    Ist das nicht eine Art Arbeitslosen - Skipass? Die arbeitenden können ja zu den günstigen Zeiten im Allgemeinen nicht skifahren gehen.
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  • Kommentar von Alain Terrieur (Imhof)
    ...überlasst doch die Skipisten 1 Saison lang, den oberen 10'000!
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Da mache ich nicht mit. Der Schneesport bedeutet mir zu viel, da stecke ich eher andere Prioritäten zurück.
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