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Corona-Virus: Negative Folgen für Schweizer Wirtschaft
Aus Rendez-vous vom 14.02.2020.
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Flugverkehr eingeschränkt Schweizer Exportindustrie leidet wegen Corona-Virus

Schwierige Situation für Unternehmen in China: Ziemlich viele Waren sind irgendwo blockiert.

Schätzungsweise 800 bis 1000 Schweizer Unternehmen sind inzwischen in China tätig. Seit 40 Jahren auch der Lifthersteller Schindler mit Sitz im luzernischen Ebikon. Die Folgen des Virus seien bereits jetzt deutlich spürbar, sagte der Chef, Thomas Oetterli anlässlich der Präsentation der Jahreszahlen.

Auch andere Unternehmen gehen davon aus, dass sich das Virus negativ auf ihr Geschäft auswirken wird, etwa ABB. Der Industriekonzern hat in China im vergangenen Jahr rund 15 Prozent seines Umsatzes gemacht.

Gleichzeitig beschäftigt ABB in China rund 20'000 Angestellte. Allerdings liefen die Fabriken momentan nicht auf vollen Touren, wie der Konzern auf Anfrage schreibt. Das gleiche Bild zeigt sich auch bei anderen Schweizer Industrieunternehmen, bei Georg Fischer, Autoneum, Dätwyler oder Sulzer etwa.

Weder rein noch raus

Dazu kommt, dass gewisse Waren die Fabriken gar nicht verlassen können, wie Schindler-Chef Thomas Oetterli erklärt. Somit kommen die Waren auch nicht aus China raus.

Gleiches gilt aber auch umgekehrt: Güter können gar nicht geliefert werden, zumindest nicht per Luftfracht. Das stellt etwa Cargologic fest. Das Unternehmen wickelt die Luftfracht für die Fluggesellschaften und Spediteure am Flughafen Zürich ab. Geschäftsführer Marco Gredig schildert die Situation so: «Wir sind quasi der Fiebermesser der Schweizer Exportindustrie, wir sehen stündlich, was aus der Schweiz ausgeflogen wird. Im Moment sehen wir einen starken Rückgang. Das haben wir in den letzten zwei Jahren noch nicht erlebt.»

Aktuell würden 20 Prozent weniger Waren transportiert im Vergleich zu vor einem Jahr. Ganz einfach deshalb, weil die Fluggesellschaften nicht mehr von und nach China fliegen: «Die Flugzeuge der Swiss fliegen nicht mehr fünfmal pro Woche nach Peking und täglich nach Schanghai, dementsprechend können wir ihnen keine Fracht mehr mitgeben. Die bleibt in Zürich hängen.»

Praktisch keine Ausweichmöglichkeiten

Die Swiss hat am Freitag bekannt gegeben, ihre Flüge nach Festlandchina länger ausfallen zu lassen als bisher angekündigt. Neu würden die Flüge nach Peking und Schanghai bis Ende März gestrichen. Schweizer Exportunternehmen können nicht ohne Weiteres auf andere Fluggesellschaften ausweichen, da auch diese ihr Flüge gestrichen oder das Angebot stark ausgedünnt haben

Und wenn die Menschen in China wegen des Virus zu Hause bleiben, dann spüren das auch die Schweizer Uhren- und Schmuckkonzerne; Swatch und Richemont etwa. Deren Filialen sind teilweise geschlossen oder sind weniger lang offen als sonst.

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Aus dem Archiv: Corona – das politische Virus.
Aus Club vom 11.02.2020.
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Rendez-vous vom 14.02.2020; 12.30 Uhr

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Lesek Hottowy  (Lhot)
    Die Kommentare hier zeugen von einer unglaublichen Naivität (eigentlich nicht überraschend). Als ob das Geld und der Wohlstand vom Himmel fallen. Die Schweiz und somit alle Schweizer, leben vom Export. Ohne ihn geht es all den Leuten mit den hiesigen Kommentaren ziemlich mies. Keine AHV, keine Spitäler, keine Strassen, keine Schulen...usw.
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    1. Antwort von Ludwig Zeier  (Louis)
      @Lesek Hottowy
      Der Schweiz mit Ihrem hohen Handelsüberschuss schadet es kaum wenn mal ein bisschen auf die Bremse getreten wird. Denn auch wegen diesem wird der Franken als sicheren Hafen gesucht und die SNB muss das mit Franken drucken und Negativzinsen ausgleichen. (Auf Druck der Exportindustrie) Was hier zu teureren Bauten und tieferen Pensionkassen führt. Und sie fragen sich wieso die Aktienmärkte nicht reagieren. Weil die Nationalbanken mit Ihrem frisch gedruckten Geld diese manipulieren.
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  • Kommentar von Lesek Hottowy  (Lhot)
    China ist mittlerweile einer der wichtigsten Handelspartner, wenn nicht der Wichtigste, in der Welt. Ein Husten in China wird ziemlich starke Konsequenzen auf die Weltwirtschaft haben. Dies ist zur Zeit (unverständlicherweise) nicht in den Aktienmärkten sichtbar. Grosse Stimulus Programme und finanzielle Anreize sind jetzt gefragt um die Weltwirtschaft vor der größten Rezession, die es je gab, zu bewahren.
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    1. Antwort von Chris Portmaier  (ChrisPortmaier)
      Das Gegenteil ist besser: ein starker Dämpfer wird allen gut tun.
      Geld in die Märkte pumpen: wertlos
      Selber wieder arbeiten (statt alles in China machen lassen) macht da mehr Sinn.
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  • Kommentar von Willi Geissbühler  (WG)
    Willkommen in der modernen, globalisierten Welt. Selber schuld, wenn man nicht über den Nasenspitz hinaus denkt. Just in time Produktion, einfach zum grölen.
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    1. Antwort von Lothar Drack  (samSok)
      Nun ja, Warenlager, das war mal. Findet jetzt auf Weltmeeren, in Flughallen und wohl vor allem auf Autobahnen statt. Aber Warenlager haben auch ihre Risiken, kleines Beispiel von kürzlich: Wie hiess schon wieder der Schnapshersteller in den USA, in dessen Lagern sich wieviele schöne Fässer in Flammen und Rauch auflöste? Selber schuld, son Risiko einzugehen?
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